Der Kölner Dauerbrenner ist ältester Spieler im deutschen Team für Mailand 2026. Nach zwölf Weltmeisterschaften und Olympia-Silber 2018 erlebt Moritz Müller seinen womöglich letzten großen Höhepunkt im Nationaltrikot.
Kapitän der Kölner HaieMoritz Müller fährt zu den Olympischen Winterspielen

Haie-Kapitän Moritz Müller bei der Einkleidung des deutschen Olympiateams in Frankfurt.
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Moritz Müller hat fast alles erlebt. 1165 Einsätze für die Kölner Haie in der Deutschen Eishockey Liga, 215 Länderspiele, zwölf Weltmeisterschaften und Sensations-Silber 2018 in Pyeongchang, doch vor seinen dritten Winterspielen kribbelt es ganz besonders. „Olympia hat etwas Mystisches, Magisches für mich“, sagt der Dauerbrenner: „Mit 39 Jahren nochmal dabei sein zu dürfen, freut und ehrt mich sehr.“
Zusage des Bundestrainers: Ein besonderer Moment
Im Spätherbst seiner Karriere hat es Müller ins Aufgebot von Harold Kreis geschafft, die Zusage des Bundestrainers sei „besonders“ gewesen, berichtet der Kapitän des aktuellen DEL-Spitzenreiters Köln: „Schon als kleines Kind waren die Spiele für mich das Größte, woran man als Sportler teilnehmen kann – das ist für mich nach wie vor so.“
Doch es ist nicht nur die Magie der Ringe oder die mit Spannung erwartete Olympia-Rückkehr der NHL-Stars nach zwölf Jahren – „dass meine Familie vor Ort mit dabei sein und mich spielen sehen kann, bedeutet mir sehr viel“, sagt Müller als älteste Teilnehmer im Team D.
Rückenwind durch erfolgreiche Saison
Auf die Reise nach Mailand begibt sich Müller mit ordentlich Rückenwind. Mit den Haien befindet sich der Oldie in Topform, die Rekordserie von 16 Siegen am Stück riss erst im letzten Spiel vor der Olympia-Pause.
Bevor Müller mit seinen Teamkollegen aber das Olympische Dorf bezieht, steht ein Zwischenstopp in Bozen an. In Südtirol kommt die Nationalmannschaft am Samstag zum Trainingslager zusammen, am kommenden Mittwoch (19.30 Uhr/MagentaSport) wird gegen Gastgeber Italien final getestet. Dann noch ohne die NHL-Profis um Müllers Kumpel Leon Draisaitl, der Vorbereitungskader wird daher mit DEL-Spielern aufgefüllt.
Die Stars aus der besten Liga der Welt werden wohl erst am Tag nach der Eröffnungsfeier am Freitag gesammelt anreisen, bis zum deutschen Auftakt gegen Dänemark sind es dann nur noch fünf Tage. Müller will die Mannschaft als Führungsspieler in der Kürze der Zeit „vereinen. Es wird darauf ankommen, schnell zusammenzufinden, das System zu verinnerlichen“, sagt Müller: „Dann ist für uns wieder alles möglich.“
Erinnerungen an das Silver-Wunder von 2018
Wie 2018? Damals stürmte Deutschland unter Bundestrainer Marco Sturm bis ins Finale, zur Goldmedaille fehlte letztlich nur eine Minute. Die Vorzeichen sind in diesem Jahr andere, mit der Teilnahme der NHL-Profis wie Draisaitl, Moritz Seider oder Tim Stützle schießt das Niveau in die Höhe. „Die deutsche Mannschaft hatte vermutlich noch nie so viel Qualität“, sagt Müller: „Das gilt allerdings auch für andere Nationen.“
Neben den neun Spielern aus Nordamerika wird es unter anderem auch auf die Erfahrung eines Moritz Müller ankommen. „Ihn kannst du nicht aus der Ruhe bringen“, sagte Bundestrainer Kreis, der vor allem Müllers „starke Persönlichkeit“ schätzt, vor der Abreise ins Trainingscamp. Ob Müller wie gewohnt das „C“ des Kapitäns auf der Brust tragen wird, ließ Kreis offen.
Für den Anführer könnte es der letzte große Höhepunkt in der Nationalmannschaft sein. Schon im vergangenen Sommer wog Müller genau ab, ob er weitermachen soll oder nicht. Der Gedanke an Olympia trieb ihn an. Und danach? (sid)

