Der Südstadt-Klub spielt eine bisher hervorragende Saison. Der Aufstieg ist realistisch, die Ausgangslage war seit Jahren nicht mehr so gut, meint unser Autor.
Kommentar zum SC Fortuna KölnEine hervorragende Ausgangslage und ein herausragendes Team

Kollektiver Jubel bei den Profis von Fortuna Köln nach dem Schlusspfiff im Spiel gegen den FC Gütersloh.
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Spätestens mit den beiden Siegen gegen die direkten Konkurrenten aus Oberhausen und Gütersloh dürfte Fußball-Regionalligist Fortuna Köln seinen Anspruch auf die Dritte Liga untermauert haben. Die Mannschaft von Trainer Matthias Mink agiert mit einer selbstverständlich wirkenden Konstanz: 22 Pflichtspiele ohne Niederlage, die beste Defensive der Liga, zudem der gefährlichste Angriff.
Dass die Fortuna in den Topspielen aus minimalen Chancen maximale Wirkung erzielt, ist eine der sichtbarsten Veränderungen im Vergleich zur vergangenen Saison. Neun Punkte Vorsprung auf Verfolger Oberhausen, zehn auf den Tabellendritten Schalke II, zwölf auf den Tabellenvierten Dortmund II und den Tabellenfünften Gütersloh. Und doch bleibt Fußball ein Geschäft der flüchtigen Sicherheiten. Zwei schwächere Auftritte, ein paar Nachholspiele der weiteren Konkurrenz – schon sieht die Tabelle anders aus.
Fortuna Köln mit tollen Leistungen
Nur: Wer die aktuelle Verfassung und Leistungen der Fortuna betrachtet, dem fällt es schwer, sich vorzustellen, dass eine andere Mannschaft am Ende der Saison den Platz an der Spitze einnehmen könnte. Denn die Fortuna spielt mit einer Mischung aus Abgeklärtheit und Pragmatismus, die im Aufstiegsrennen den entscheidenden Unterschied macht. Sie gewinnt mal souverän, sie gewinnt mal knapp, sie gewinnt nach Rückschlägen – und sie verliert so gut wie nie. Die Ausnahme liegt in den frühen Saisonwochen und heißt Mönchengladbach II. Seitdem folgt das Team einem Muster von bemerkenswerter Stabilität. Die Entwicklung, die im vergangenen Jahr an Fahrt aufnahm, trägt sichtbar Früchte. Auch personell hat der Klub seine Ambitionen unmissverständlich formuliert. Neuzugänge wie Innenverteidiger Neo Telle oder Stürmer Dejan Galjen verstärken die ohnehin gute Kadertiefe nochmals.
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Dass all die Faktoren zusammengreifen, obwohl die Bedingungen im Jean-Löring-Sportpark im Winter häufig eher Hindernis als Hilfe sind, darf man ohne Übertreibung als Leistung für sich werten. Selbst wenn der Sieg einmal ausbleibt, verweigert sich die Fortuna der Niederlage. Das erinnert an die Maxime des spanischen Erfolgstrainers Xabi Alonso aus dessen erster Leverkusener Saison: „Wenn wir Spiele nicht gewinnen können, dürfen wir sie zumindest nicht verlieren.“ In den nächsten Wochen warten vermeintlich leichtere Gegner aus der unteren Tabellenhälfte – Spiele, die sich als unangenehme Stolpersteine entpuppen können.
Alles zusammen ergibt ein Bild, das man nicht relativieren muss: Die Fortuna ist gereift. Trainerteam, Spieler, Verein, Klubführung, Mitarbeiter – sie haben ein Gebilde geschaffen, das in dieser Liga herausragt. Der Weg bleibt in den kommenden Wochen dennoch anspruchsvoll, jedes Spiel ist harte Arbeit, doch die Ausgangslage im Kölner Süden für einen Aufstieg in die Dritte Liga war seit vielen Jahren nicht mehr so vielversprechend.
