Köln – Die Verdienste von Alexander Wehrle um den 1. FC Köln sind unbestritten. Der Geschäftsführer hat den Club in einer seiner schwierigsten Lagen auf der Grundlage der Arbeit von Ex-Vizepräsident Jürgen Sieger ab 2013 finanziell konsolidiert und ihn bislang auch leidenschaftlich und mit öffentlichkeitswirksamer Präsenz durch die Untiefen der Corona-Pandemie gesteuert. Überhaupt neun Jahre in einer solch führenden Position in diesem Geschäft erfolgreich zu arbeiten, ist eine beachtliche Leistung.
Die Veränderung in der Welt des Fußballs macht aber auch vor dem 1. FC Köln nicht halt. Die Geißböcke brauchen deshalb eine neue und breiter aufgestellte Struktur ihrer Geschäftsführung. Auch, weil in der jüngeren Vergangenheit beim FC Macht-Vakua entstanden sind, die Wehrle ausfüllte und die ihn zum mächtigsten Mann im Geißbockheim aufsteigen ließen.
Wehrle zieht es ins Schwabenland
Die Idee, dass er seinen Vertrag in Köln verlängert und in der Zusammenarbeit mit Christian Keller und Philipp Türoff seine Stärken noch besser zur Geltung bringen kann, hatte enormen Charme, war dem zuletzt viel beschäftigten Schwaben trotz seiner herausragenden gesellschaftlichen Stellung in der diversen, weltoffenen Stadt Köln aber zu wenig. Er zieht einen Wechsel ins eher konservative Stuttgart vor, wo im Gegensatz zum FC auch offen über einen Investoren-Einstieg diskutiert wird.
Das könnte Sie auch interessieren:
Eine Finanzstrategie, die Wehrle befürwortet. Mit seinem zu erwartenden Abgang wird beim FC eine Ära enden. Diesem Ende wohnt aber ein Anfang inne, der dem 1. FC Köln auf seinem steinigen Weg in die veränderte Fußballwelt neue Türen öffnen kann. Die Ansätze sind jedenfalls vielversprechend.



