Abo

Online-VotingBraunkehlchen ist „Vogel des Jahres“ – das waren die Kandidaten

Lesezeit 3 Minuten
imago0162253141h

Das Braunkehlchen

Berlin/Hilpoltstein – Braunkehlchen, Feldsperling, Neuntöter, Teichhuhn oder Trauerschnäpper - diese fünf Kandidaten gingen bei der Wahl zumVogel des Jahres 2023 ins Rennen. Bis zum 27. Oktober um 11 Uhr hatten Bürgerinnen und Bürger Zeit, um für ihren Favoriten stimmen. 

Jetzt steht fest: Das Braunkehlchen ist der Vogel des Jahres 2023. Mit rund 43 Prozent der Stimmen setzte es sich mit großem Vorsprung gegen Feldsperling, Neuntöter, Trauerschnäpper und Teichhuhn durch, wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der bayerische Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) am Donnerstag verkündeten. 1987 trug der kleine Singvogel diesen Titel schon einmal.

Diese hätten mit dem Braunkehlchen diesmal einer europaweit stark gefährdeten Vogelart die für sie so dringend nötige Aufmerksamkeit verschafft, teilten Nabu und LBV mit. Das Braunkehlchen leide unter der intensiven Landwirtschaft, denn es brauche artenreiche Wiesen und Blühstreifen. In Deutschland leben nach Angaben der Naturschutzverbände noch 19 500 bis 35 000 Brutpaare, Tendenz stark sinkend.

Alles zum Thema Naturschutzbund Deutschland

Vogel des Jahres: Wahl soll auf bedrohte Tierarten aufmerksam machen

Die beiden Naturschutzverbände küren den Jahresvogel seit 1971, um auf die Bedrohung der Vogelwelt aufmerksam zu machen. Seit 2021 darf die Bevölkerung diesen wählen - Nabu und LBV legen allerdings vorher eine Vorauswahl fest. Im vergangenen Jahr beteiligten sich nach Nabu-Angaben mehr als 143 000 Menschen. Mit fast einem Drittel der Stimmen wurde der auffällige Wiedehopf klarer Sieger.

Knapp die Hälfte der rund 300 heimischen Vogelarten ist dem LBV zufolge in ihrem Bestand bedroht und steht auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands. Braunkehlchen, Feldsperling, Neuntöter, Teichhuhn und Trauerschnäpper treten deshalb auch als Botschafter bei der Wahl an: „Jeder der fünf Vögel steht für ein Naturschutzthema, das dringend mehr Aufmerksamkeit braucht“, sagt Biologin Angelika Nelson in Hilpoltstein.

So leide das Braunkehlchen als Wiesenbrüter, wenn Wiesen häufig gemäht werden und Ackerflächen selten brach liegen. Der Feldsperling brauche wilde Gärten und bunte Grünflächen, um sich wohl zu fühlen. Der Neuntöter, der Käfer, Heuschrecken und Hummeln an Dornen und Stacheln von Sträuchern und Hecken aufspießt, habe wegen des Insektenschwunds immer weniger zu fressen.

Das Teichhuhn verstecke sich gerne im Uferdickicht stiller Gewässer. Leider gebe es immer weniger grüne Ufer. Der Trauerschnäpper wiederum finde wegen des früher beginnenden Frühlings im Zuge der Klimakrise als Zugvogel nur schwer noch freie Bruthöhlen. Wenn er aus seinem Winterquartier südlich der Sahara zurück komme, seien viele Baumhöhlen und Nistkästen schon besetzt.

Die Wahl zum Vogel des Jahres ist seit zwei Jahren öffentlich. Das Rotkehlchen wurde zum Vogel des Jahres 2021 gewählt. Vogel des Jahres 2022 wurde der Wiedehopf.

Alle Interessierten können über die Webseite des Naturschutzbundes ab 27. Oktober um 11 Uhr abstimmen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Vogel des Jahres 2023: Abstimmung wird zum Internet-Hype

Das Online-Voting hat sich rasant im Internet verbreitet. Tausende Vogel-Fans stimmten in den ersten Jahren für ihre Lieblingskandidaten ab. Besonderen Aufwind bekam die Vogel-Wahl, weil große Twitch-Streamer und Youtuberinnen und Youtuber zur Wahl aufriefen. So mobilisierten regelrecht ihre Communitys und beeinflussten die Wahl dadurch. Ob auch in diesem Jahr die Vogel-Wahl wieder so viele Fans anziehen wird, zeigt sich ab dem 27. Oktober. (mab/dpa)

Rundschau abonnieren