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„Komplett gelöst ist der Fall noch nicht“„XY“-Moderator Rudi Cerne äußert sich zur RAF-Festnahme von Daniela Klette

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ZDF-Moderator Rudi Cerne und seine Redaktion haben sich wiederholt mit der Fahndung nach den gesuchten RAF-Terroristen beschäftigt. (Archivbild)

ZDF-Moderator Rudi Cerne und seine Redaktion haben sich wiederholt mit der Fahndung nach den gesuchten RAF-Terroristen beschäftigt. (Archivbild)

Die Fahndung nach dem RAF-Trio war in den vergangenen Jahren eng mit der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ verbunden.

Mehrmals hat sich die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... Ungelöst“ in den vergangenen Jahren mit der Fahndung nach dem früheren Trio der Rote Armee Fraktion (RAF), Burkhard Garweg, Ernst-Volker Staub und Daniela Klette beschäftigt. Moderator Rudi Cerne (65) hat eine besondere Verbindung zu der Terrorgruppe, wie er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur erzählt.

Herr Cerne, wie haben Sie von der Festnahme von Frau Klette erfahren?

Rudi Cerne: Ich habe es über unsere Redaktion von „Aktenzeichen XY“ erfahren, wir sind ja im regen Austausch. Ich habe einfach mal nachgefragt: „Was gibt's Neues?“, und da kam die Antwort „Hast Du schon gehört? Daniela Klette ist festgenommen worden.“

Dass Sie nachgefragt haben, deutet darauf hin, dass Sie eine solche Nachricht erwartet haben nach der jüngsten Fahndung in Ihrer Sendung...

Das hat ja eine Riesenresonanz ausgelöst. Wir haben mehr als 160 Hinweise bekommen. Inwieweit sie zielführend waren, kann ich nicht sagen, auch nicht zur Qualität der Hinweise.

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Was war Ihre erste Reaktion, als Sie von der Festnahme erfahren haben?

Ich habe gedacht „irre“. Ich habe aber schon damit gerechnet. Wir sind froh über den Erfolg und ich empfinde Zufriedenheit. Inwieweit wir dazu beigetragen haben, kann ich nicht sagen. Ich warte natürlich jetzt auf weitere Informationen und schaue auf die nächsten Schritte der Entwicklung.

War das Ihr größter Fall bei „XY“?

Sie wissen ja vielleicht, dass ich mit dem RAF-Terrorismus in zufälliger Weise selbst in Verbindung gebracht wurde, weil man mich 1978 mit dem RAF-Terroristen Christian Klar verwechselt hatte und ich festgenommen wurde. Von daher habe ich die Ohren sehr weit geöffnet, immer wenn es um die RAF geht, und bin da sehr sensibilisiert. Vor allem in den 70er Jahren war das immer wieder Thema. Und ich als Mann Jahrgang 58 habe das immer wieder mitbekommen - der Deutsche Herbst war allgegenwärtig und deshalb bin ich auch hier sehr hellhörig gewesen.

Wie groß ist Ihre Hoffnung, dass die anderen beiden Mitglieder des RAF-Trios auch gefasst werden?

Wenn man jetzt eine aus diesem Trio hat, dann kann ich mir vorstellen, dass es in Vernehmungen die Zielsetzung sein wird, auch zu den beiden anderen etwas zu erfahren. Inwiefern Daniela Klette bereit ist, Auskunft zu geben, weiß ich aber nicht.

Wird Sie der Fall bei „XY“ weiter beschäftigen?

Wir haben jetzt zunächst eine Sendung mit ausnahmslos gelösten Fällen. In der übernächsten Sendung, unserer 600., werden wir sicherlich noch einmal darauf eingehen. Das wird dann ein sogenanntes XY update, denn komplett gelöst ist der Fall ja noch nicht. (dpa)

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