Ein tödlicher Angriff auf einen Zugbegleiter führt zu Forderungen nach mehr Schutz für Bahnpersonal und härteren Strafen.
Tod des ZugbegleitersBahn will mehr Personal in Regionalzügen

In Köln fand eine Gedenkminute für den getöteten Bahnmitarbeiter statt.
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Nach dem Tod eines Zugbegleiters, der von einem Fahrgast angegriffen worden war, fordern Politik und Gewerkschaften einen besseren Schutz von Mitarbeitenden im Öffentlichen Personenverkehr. Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert, sieht dabei die Politik in der Pflicht: „Dieser brutale Überfall muss jetzt ein Umdenken einleiten. Wir erwarten, dass die Politik jetzt sofort Maßnahmen für mehr Sicherheit ergreift.“ Die DB selbst kündigte Konsequenzen an.
Am Montag hatte der Zugbegleiter Serkan C. in einem Regionalzug in Rheinland-Pfalz einen Fahrgast kontrolliert, der keinen Fahrschein hatte. Der Mann sollte daraufhin den Zug verlassen, griff dann aber den Bahn-Mitarbeiter an und verletzte ihn mit Faustschlägen gegen den Kopf schwer. Am Mittwoch erlag Serkan C. seinen Verletzungen. Bei dem Fahrgast handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 26 Jahre alten Mann aus Griechenland.
DB-Regio-Vorstand fordert Antworten
DB-Regio-Vorstand Harmen van Zijderveld sagte: „Wir alle müssen uns fragen, warum es immer wieder zu solchen Gewaltausbrüchen kommt. Und wir müssen Antworten darauf geben, wie wir – die Gesellschaft, die Politik, die DB als Arbeitgeberin – damit umgehen. Wir können nicht tatenlos zusehen, wenn die Hemmschwelle für Gewalt in unserer Gesellschaft immer weiter sinkt.“
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Van Zijderveld betonte zugleich die Bemühungen der DB zum Schutz der Mitarbeitenden. „Wir schulen sie darin, gefährliche Situationen zu deeskalieren. Wir haben mehr und mehr Kolleginnen und Kollegen mit Bodycams ausgerüstet, wenn diese das wünschen. Diese Körperkameras können Konflikte deeskalieren.“ Bei einer „derart hemmungslosen Gewalt“ wie gegen Serkan C. gebe es keinen hundertprozentigen Schutz. Trotzdem müsse mehr getan werden. Dazu gehöre, dass in Nahverkehrszügen mehr Personal im Einsatz ist. „Dazu sprechen wir mit den Bundesländern, denn sie sind für den Nahverkehr verantwortlich“, sagte van Zijderveld.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verlangte nach der tödlichen Attacke härtere Strafen für Angriffe auf Mitarbeiter von Dienstleistungsunternehmen wie der Bahn. „Der Strafrahmen muss ausgeweitet und die Mindeststrafen für Angriffe deutlich erhöht werden“, sagte der CSU-Politiker.
Nur einen Tag nach dem Angriff in Rheinland-Pfalz wurde ein Bahnmitarbeiter am Bahnhof Hamburg-Dammtor niedergeschlagen . Ein 43-jähriger Mann soll den Mitarbeiter attackiert haben, weil er sich in einem Dienstraum nicht aufwärmen durfte. Erst vor rund drei Wochen hatten zwei junge Männer in Düsseldorf einen Zugbegleiter mit einer Schusswaffe bedroht.

