Wipperfürth – Eine Serie von kleineren Waldbränden halten Feuerwehr und Polizei in Atem. Weil in allen Fällen Brandbeschleuniger gefunden wurden, gehen die Ermittler von Brandstiftung aus.
Am Sonntagabend gegen 19.15 Uhr wurde die Wipperfürther Feuerwehr alarmiert. Anwohner aus Oberröttenscheid hatten Rauch gesichtet, der aus einem Waldstück zwischen Oberröttenscheid und der Neyetalsperre aufstieg. Weil in den folgenden Minuten immer mehr Anrufe eingingen, wurde nicht nur der Löschzug Wipperfürth, sondern auch die Löschgruppen aus Egen, Dohrgaul, Kreuzberg und Hämmern auf dem Wanderparkplatz in Oberröttenscheid zusammengezogen. Um für alle Fälle gewappnet zu sein, waren insgesamt rund 85 Feuerwehrkräfte im Einsatz.
Vom Parkplatz aus waren in der Abenddämmerung, in rund 600 Meter Entfernung, kleinere Rauchwolken auszumachen. Die beiden Tanklöschfahrzeuge aus Egen und Dohrgaul, die zusammen 5500 Liter Löschwasser fassen, fuhren über abgemähte Weiden zur Einsatzstelle im Wald.
Erster Einsatz Sonntag, zweiter am Montagmorgen
Dort brannte es auf einer Fläche von rund 20 Quadratmetern, die Flammen waren schnell gelöscht. „Wir haben großes Glück gehabt, dass das Feuer so frühzeitig entdeckt wurde“, so die Einschätzung von Peter Rothmann, der Leiter der Wipperfürther Feuerwehr. Denn der Wald sei knochentrocken, so ein Feuer könne sich ganz schnell ausbreiten.
Mehr Waldbrände
Seit Beginn der Dürre im Sommer 2018 hat sich die Zahl der Waldbrände vervielfacht. Das berichtet der Deutsche Feuerwehrverband.
2017 wurden 424 Waldbrände gezählt, dabei wurden 395 Hektar Fläche geschädigt. 2018 waren es 1708 Waldbrände (2349 Hektar), 2019 gab es 1523 Waldbrände (2711 Hektar Fläche).
Am Montagmorgen um 7 Uhr hatte Revierförster Volker Leipzig seinen Mitarbeitern von dem Brand am Vorabend berichtet. Einer der Mitarbeiter erklärte seinerseits, er habe soeben Rauch gesehen. „Also habe ich mich auf die Suche gemacht“, sagte Leipzig. „Ich dachte erst, es sei an der gleichen Stelle wie am Vortag, tatsächlich brannte es an vier Stellen im Neyetal.“
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Gegen 7.15 Uhr wurde der Löschzug Wipperfürth alarmiert, der mit rund 25 Mann ausrückte. Das Feuer, dass ganz offensichtlich an mehreren Stellen gelegt worden war, hatte sich in den vermoosten Waldboden gefressen und schwelte vor sich hin. Die Feuerwehr konnte auch diesen Brand schnell löschen.
„Wir haben riesiges Glück gehabt, dass am Montagmorgen kein Wind wehte“, so die Einschätzung von Förster Volker Leipzig. „Denn das Feuer wurde unmittelbar neben einer Fichtenschonung gelegt. Das hätte katastrophal enden können.“



