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Viel ArbeitNeuer Ford-Deutschland-Chef Martin Sander startet in ersten Arbeitstag

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Sander (l.) Rowley 2

Stuart Rowley, Vorsitzender, Ford of Europe and Chief Transformation & Quality Officer, Ford Motor Company (rechts im Bild), begrüßt Martin Sander, seit 1. Juni 2022 Vorsitzender der Geschäftsführung Ford-Werke GmbH und General Manager Ford Model e Ford Europa.

Köln – An seinem ersten Arbeitstag kann der neue Ford-Werke Chef Martin Sander gleich feiern. Das Motorenwerk wird 60. Seit dem 1. Juni 1962 sind 28 Millionen Triebwerke in Köln-Niehl gebaut worden. Ob in den nächsten Jahren noch eine runde Millionen-Zahl erreicht wird, ist freilich unklar. Verbrenner sind Auslaufmodelle. 2030 will Ford nur noch Pkw-Modelle mit batterie-elektrischen Motoren verkaufen, bei leichten Nutzfahrzeugen soll es fünf Jahre später so weit sein. Für die Mitarbeitenden in dem Werk muss Sander also andere Jobs finden.

Im kommenden Jahr läuft in Köln, das mit einer Investition von zwei Milliarden Dollar zum Schwerpunkt der E-Auto-Fertigung von Ford in Europa ausgebaut wird, mit einem fünfsitzigen Crossover ein erstes reines E-Auto vom Band. Es steht wie ein weiteres Modell, das ab 2024 in Köln gebaut wird, auf einer Plattform von VW. 250.000 dieser Fahrzeuge sollen in Köln pro Jahr von Band laufen. Da wird kaum noch Platz sein für den Fiesta, in den der Drei-Zylinder aus dem Motorenwerk eingebaut wird. Ohnehin dürfte der Absatz von Fiesta und Focus, dem zweiten Abnehmer der Motoren aus Köln, deutlich sinken im Zuge der Elektrifizierung von Ford.

Ford-Werk in Köln: Kurzarbeit beim Fiesta

Apropos Focus: Der läuft noch in Saarlouis vom Band - wenn es Chips gibt. Wie beim Fiesta in Köln gibt es massiv Kurzarbeit, bei der Schichten oder ganzen Arbeitstage ausfallen. Anders als in Köln ist der Bestand des Werks in Saarlouis alles anders als gesichert, wenn in drei Jahren der Focus ausläuft. Saarlouis rangelt mit dem im spanischen Valencia um ein E-Auto. Über die Vergabe will Ford noch in diesem Monat entscheiden.

Beim E-Auto hat Ford Nachholbedarf. Der Autobauer bringt später als andere Stromer auf den europäischen Markt und muss aufholen. Darum muss sich Sander als General Manager Ford Model e für Ford in Europa kümmern. Den Job hat er auch ab Mittwoch. Der neue globale Geschäftsbereich Ford Model e wurde Anfang 2022 als Teil einer globalen Neustrukturierung von Ford bekannt gegeben. Es gibt einen Geschäftsbereich für E-Autos, Software und Dienstleistungen für vernetzte Fahrzeuge, einen für die auslaufenden Verbrenner und einen für die Nutzfahrzeuge.

Ford-Werke: Elektrifizierung beschleunigen

In Sanders Aufgabenbereich werden also zwei bisherige Führungspositionen kombiniert. Dies unterstreiche Fords Engagement, die Elektrifizierung seiner europäischen Produktpalette noch schneller voranzutreiben, betont das Unternehmen. „Wir werden für unsere Kunden ikonische, vollständig elektrifizierte und vernetzte Fahrzeuge entwickeln sowie ein digitales Verkaufserlebnis schaffen“ sagt Stuart Rowley, Vorsitzender, Ford of Europe and Chief Transformation & Quality Officer, Ford Motor Company und damit für den Umbau bei Ford weltweit verantwortlich. „Martin Sander ist eine sehr erfahrene Führungspersönlichkeit. Er und sein Team werden die Umsetzung dieser Pläne leiten und beschleunigen“, so Rowley.

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Erfahrung hat Sander mit E-Autos schon bei Audi gesammelt, wo er sein gesamtes bisheriges Berufsleben verbracht - Schwerpunkt Vertrieb und Marketing. Nach dem Studium an der TU Braunschweig stieg der am 12. März 1967 in Hildesheim geborene Maschinenbauer im Juli 1995 als Produkt-Manager bei den Ingolstädtern ein, arbeitete sich hoch, leitete von 2009 bis Dezember 2011 als Präsident und CEO Audi Canada, ehe er ins Vereinigte Königreich wechselte. Seit Oktober 2013 ist Sander zurück in Ingolstadt und führte zunächst von Bayern aus den Vertrieb in den USA, im September 2016 übernahm er dann das Audi-Geschäft für den deutschen Markt. Seit Mitte des Jahres 2019 war er für den Vertrieb Europa verantwortlich, bis er im November 2021 mitteilte, dass er Audi verlässt.

Solch einen Vertriebsprofi braucht Ford. Denn beim Absatz haperte es zuletzt in Europa. Außerdem: „Ford braucht neue Ideen, wie die Marke in Europa zu stärken ist", so der Autoexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Die kann ein Manager von außen vielleicht besser einbringen. Sander, der sich unter anderem mit Marathonläufen fit hält, gilt als verbindlich und klar in seinen Aussagen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.