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Ärm en ÄrmSie darf mit im Elferrat schunkeln

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In diesem Aufzug bewarb sich Hannelore Feuersänger für einen Platz im Elferrat bei „Ärm en Ärm“ - und hatte Erfolg.

In diesem Aufzug bewarb sich Hannelore Feuersänger aus Wesseling für einen Platz im Elferrat bei „Ärm en Ärm“ - und hatte Erfolg.

Ihre Bewerbung hat gezündet: Hannelore Feuersänger aus Wesseling-Kendenich darf bei „Ärm en Ärm“ am 14. Januar mit im Elferrat sitzen.

„Mama, mach' das Fenster zu“, sagten früher die Kinder, wenn Hannelore Feuersänger ihre Reden übte. Ihre Bütt, das war meist die Sitzung der Katholischen Frauen Deutschlands (KFD) in Wesseling-Keldenich. 15 Jahre hat sie die Sitzung geleitet. Und einer der Höhepunkte war ihr eigener Auftritt, bei dem sie im Badeanzugskostüm auf die Bühne kam und sich und ihre Pfunde nicht schonte: „Mit einer guten Portion Selbstironie - ich bin ja etwas pummelig, also ‚grifferotisch‘ - habe ich mich selbst immer gerne auf die Schippe genommen“, schreibt sie in ihrer Bewerbung für den Elferrat von Ärm en Ärm. Und weiter: „Der Applaus war mir meist sicher.“

Wer mit ihr spricht, zweifelt daran keinen Moment. Am Telefon erzählt die Renterin, wie sie einst sogar eine kleine Karriere im Karneval anstrebte. Da präsentierte sie sich beim Vorstellabend des Festkomitee Kölner Karneval. Sie bekam bescheinigt, ein gutes Vorort-Kölsch zu sprechen, ihr Mann Mitleid: „Ihre Frau hat ja vielleicht ein Organ!“ Danach wurde sie tatsächlich für einige Sitzungen im Rheinland gebucht, eine sogar in Düsseldorf. Dort hat es ihr aber nicht gefallen: „Nie wieder“, sagt sie, „das war da ganz anders als bei uns“.

Dann doch lieber  Heimspiel in Kendenich. „Wenn die Leute mich sahen, haben sie schon gelacht!“ Mit Corona war's vorbei mit den Auftritten, danach hat Hannelore Feuersänger nicht wieder angefangen: „Jetzt bin ich ja auch schon 75. “

Aber losgelassen hat sie der Karneval nie. Deshalb schreibt sie an die Rundschau-Altenhilfe: „Nun habe ich einen großen Herzenswunsch: Einmal bei euch in der Sitzung Ärm en Ärm als Karnevalsjeck im Elferrat zu sitzen - um das Ganze auch einmal von der professionellen Seite mitzuerleben.“ Oder, wie sie es am Telefon ausdrückt: Die Künstler „mal von hinten zu sehen“.

Ob als Jeck am Zug, im Saal oder in der Bütt - Hannelore Feuersänger war schon überall. Nur nicht im Elferrat. „Da freue ich mich drauf“, sagt sie. Im Publikum werden ihr Mann Jürgen und eine Freundin sitzen, und danach wird sie zur Freude aller, die sie kennen, viel zu erzählen haben. Denn ihren Witz bringt sie heute nur noch im Freundeskreis an. Und dann heißt es: „Hannelore, da könntste ja schon wieder 'ne Rede von maache.“