100. "Wandertag" der RundschauMehrere Siebentausender gestürmt
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100 Touren haben die beiden Autoren - der eine rechts-, der andere linksrheinisch - mittlerweile für die Rundschau ausgetüftelt. (Bild: dpa)
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Guido Wagner hat es ausgerechnet: "Bei 54 Strecken in neun Jahren habe ich wohl über 2000 Kilometer zurückgelegt." Der Rundschau-Leser hat, wenn er all diese 54 rechtsrheinischen Touren seit Dezember 2003 gewandert ist, zusammen mehr als 14 000 Höhenmeter erklommen - also locker zwei Siebentausender gestürmt. Eine ähnliche Größe kommt auf der anderen Rheinseite noch einmal drauf, denn auch Peter Jessen fordert seine Leser in der Eifel und im Ahrtal heraus.
100 Touren haben die beiden Autoren - der eine rechts-, der andere linksrheinisch - mittlerweile für die Rundschau ausgetüftelt und damit Tausende Leser auf Trab gebracht. An den ersten Wochenenden im Monat, wenn der "Wandertag" traditionell erscheint, geht Gastwirten an der Strecke da schon mal der Waffelteig aus. . .
Ein Grund zum Feiern also, was wir auch gebührend tun (siehe Leser-Aktion). Besonders freut uns, dass das Interesse am Wandern immer größer wird, und zwar in allen Generationen. Und wir sind sicher, dass sich auch nach 100 Folgen der Reiz des "Wandertags" nicht abnutzt. Denn das Konzept ist mittlerweile ein Klassiker, und den Autoren gehen die Ideen absolut nicht aus. Die werden immer besser, denn Erfahrung macht den Meister. Guido Wagner hat da sein eigenes Rezept: Im Lauf der Jahre hat er eine ganze Reihe Freunde als Testwanderer gewonnen. Sie probieren Tourbeschreibungen und Kartengrafiken vor dem Erscheinen in der Rundschau mit aus. Außerdem sind Ehefrau und Kinder beim Auskundschaften der Touren oft mit von der Partie.
Wenn Guido Wagner heute die Wandertag-Seiten zurückblättert, sieht er seine Kinder im Zeitraffer aufwachsen, denn immer wieder mal sind sie von fern auf Fotos zu sehen. Am Anfang saß der heute Achtjährige auf Papas Rücken, heute laufen er und sein jüngerer Bruder in eigenen Wanderschuhen mit, während das einjährige Nesthäkchen in der Kiepe sitzt.
Ans Aufhören nicht zu denken
Peter Jessen dagegen ist stets allein unterwegs. Gern wählt er einsame Wege zu Zeiten, wenn ihm möglichst wenige andere Wanderer begegnen. "Ich horche in mich, welche Gegend nach meinem Gefühl am besten zur Jahreszeit passt", sagt der Wander-Philosoph, der sich "in der Natur als Teil der göttlichen Schöpfung" fühlt. Fromm? "Nein, eher rheinisch-katholisch", schmunzelt Jessen. Das Herz seines Terrains ist für Jessen die sanfte Hügellandschaft der Kalkeifel mit ihren Orchideenwiesen, idyllischen Bächen und Vulkankuppen am fernen Horizont: "Hier fühle ich mich geborgen und unglaublich frei."
So lange Kondition und Knochen mitmachen, wandert Peter Jessen für die Leser weiter. Seine Wanderschuhe sind 35 Jahre alt und noch immer nicht abgelaufen: "Darüber staunt mein Schuster." (eck)
Die Autoren
Guido Wagner (39) ist im Bergischen Land aufgewachsen und schon als Kind mit Eltern und vier Geschwistern viel gewandert. Außer im Bergischen geht er mit der eigenen Familie auch gern in den Alpen auf Tour. Seit dem Studium von Geschichte und Katholischer Theologie arbeitet er als Text- und Bildjournalist für die Bergische Landeszeitung/Kölnische Rundschau und ist heute Leiter der Lokalredaktion in Bergisch Gladbach.
Peter Jessen ist von der Kölner "schääl Sick" und wohnt seit 30 Jahren in der Eifel. Er ist gelernter Kulturwissenschaftler und erforscht Geschichte, Kunst, Kultur, Brauchtum, Flora und Fauna im Grenzbereich zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
Sein persönlicher "Energie-Ort" ist das gallo-römische Heiligtum zwischen Munterley und Kasselburg bei Gerolstein: "Hier ist eine unglaublich positive Ausstrahlung."