„The Champions Burger“ in KölnBurger-Festival zieht Tausende in den Mediapark - ein „Monster-Projekt“

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Murat Topcuoglu von „Smack Burger“ aus Berlin präsentiert den „Patty Melt“.

Murat Topcuoglu von „Smack Burger“ aus Berlin präsentiert den „Patty Melt“.

Alleine am Sonntag besuchten 14.000 Menschen das Festival im Mediapark. Insgesamt tourt „The Champions Burger“ durch acht Städte.

Dass dieses Projekt ein solches „Monster“ werden würde, hätte Manuel Ostner nicht erwartet. Vor allem, weil es gerade einmal zwei Monate lang so richtig auf der Welt ist. Gemeint ist das Burger-Festival „The Champions Burger“, das noch bis Sonntag zu Gast im Mediapark ist. In acht Städten sucht das Festival von Mai bis September den besten Burger des Landes. Elf Foodtrucks stehen seit vergangenem Donnerstag auf dem Platz vor dem Cinedom und kämpfen um die Anerkennung der Besucher.

Manuel Ostner ist der Geschäftsführer von „Kreutzers“, dem laut eigenen Angaben größten Onlineshop für Fleisch und Feinkost in Europa. Die Idee für das eigene Burger-Festival kam ihm im vergangenen Jahr in Spanien. Zu Gast bei Lieferanten, zeigten diese ihm in Valencia das „Champions Burger“-Festival, das dort seinen Ursprung hat. „Ich war so beeindruckt, dass ich auch so etwas aufziehen wollte“, sagt Ostner.

Und dann ging alles ganz schnell. Er sicherte sich die Lizenzen für Deutschland und begann mit den Planungen. „Es war und ist ein Riesen-Projekt. Wir haben das erst unterschätzt.“ Doch nach dem Erweckungserlebnis in Valencia dauerte es nur ziemlich genau ein Jahr, bis im Mai die deutsche Variante von „The Champions Burger“ in Berlin startete. „Wir haben aus dem Nichts losgelegt, aber es wurde sehr schnell immer größer.“

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Der „Patty Melt“Thomas Banneyer

Der „Patty Melt“

In Hamburg kamen mehr Menschen als in Berlin, in Leipzig kamen mehr Menschen als in Hamburg, in Düsseldorf kamen mehr Menschen als in Leipzig. Auch in Köln setzt sich der Trend fort. „Der Montag war hier so gut besucht wie ein Wochenendtag in Berlin“, staunt Ostner. Spitzentag war der vergangene Sonntag, gut 14.000 Menschen tummelten sich Schätzungen zufolge den ganzen Tag über auf dem Festival im Mediapark.

Der Grund für den schnell wachsenden Erfolg ist relativ einfach auszumachen: über die sozialen Medien hat sich die Nachricht über die Veranstaltung in den Städten wie ein Lauffeuer verbreitet. Ostner selbst greift mit seinem Unternehmen auf ein großes Influencer-Netzwerk zurück. Hat sich auf TikTok, Instagram und Co. erst einmal ein Grundrauschen über das neue Angebot entwickelt, kommt der Rest der Internet-Multiplikatoren von ganz allein. So läuft das Geschäft heutzutage.

„The Champions Burger“ in Köln: Abstimmung per QR-Code

Die teilnehmenden Burgerläden hat Ostner mit seinem Team selbst ausgewählt. „Bei der Auswahl ging es uns vor allem um hochwertige Produkte“, erklärt er. Offensichtlich aber auch um Kreativität, ausgefallene Konzepte und Zutaten. Ein paar Beispiele: „Smack Burger“ aus Berlin serviert eine Kreation mit japanischem Brioche-Toast, Prime Steak Beef und dreifach Käse, „313 BBQ“ möchte mit Salzkaramell-Sauce, karamellisierten Zwiebeln und Cheddar Cheese Pops punkten.

„Burgis“ aus dem oberpfälzischen Neumarkt setzt auf einen Burger mit Knödel-Scheibe, Blaukraut und Bergkäse, sogar die Band „The BossHoss“ ist mit einem Burger vertreten und probiert die Gunst der Besucher unter anderem mit Whiskey-Bacon-Marmelade zu gewinnen. Der Eintritt zum Festival ist frei, jeder Burger kostet 13,50 Euro. Per QR-Code können die Besucher über ihren Favoriten abstimmen.

Die Schlangen vor den Foodtrucks sind schon früh am Tag lang.

Die Schlangen vor den Foodtrucks sind schon früh am Tag lang.

Für die Anbieter ist die Tour durch ganz Deutschland eine besondere Erfahrung. „Sie sind ein Vierteljahr mit uns unterwegs, haben dadurch aber die Chance, sich national einen Namen zu machen“. Es gäbe auch Läden, die für die Expansion auf der Tour nach neuen Franchise-Nehmern suchen. Auch vom freundschaftlichen Wettbewerb profitierten die Burger-Experten.

„Sie schauen sich gegenseitig über die Schulter, feilen im Laufe der Tour an Rezepten, Soßen und an Abläufen.“ Vor allem letztere sind entscheidend, wenn sich plötzlich 50 Meter lange Schlangen vor einem Foodtruck bilden. Und das ist zumindest in Köln nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel. Sechs Stunden am Stück ohne Pause Burger braten, ist für kaum einen Anbieter möglich. „Wir füllen auf. Sind in einer halben Stunde zurück“, heißt es da schonmal zwischendurch an der einen oder anderen Stelle.

Mit Blick auf den kurzen Vorlauf und dem großen Erfolg feilt Manuel Ostner bereits an den nächsten Plänen. Fix ist noch nicht, denkbar vieles. Eine Expansion ins Ausland etwa. Oder ein Burger-Festival auf noch größeren Plätzen oder sogar in einem Fußballstadion. 

„The Champions Burger“, Donnerstag 16 bis 22 Uhr, Freitag – Sonntag 12 bis 22 Uhr.