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Neuheiten auf der PhotokinaKameras für jeden Geldbeutel

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Neuheiten in der Fotowelt werden auf der Photokina präsentiert.

Während vor zwei Jahren noch die digitalen Spiegelreflexkameras (DSLR) den Markt der anspruchsvollen Amateure und Profis klar beherrschten, machen die Spiegellosen ihnen diesen Rang mittlerweile streitig.

Selbst Canon und Nikon, die beiden großen DSLR-Hersteller, haben Spiegellose in ihr Programm aufgenommen. Nikon stellte bereits im Herbst 2011 mit der 1 J1 und der 1 V1 seine ersten Systemkameras mit einigen Wechselobjektiven vor und kommt nun zur Messe mit einem Update, der 1 J2. Und seit kurzem hat auch Canon mit der EOS M nachgezogen. Ein Nachteil der Systemkameras: Sie haben kleinere Sensoren als die Spiegelreflexkameras. Aber dafür können sie über einen Adapter die Objektive der jeweiligen DSLR-Baureihe verwenden.

Gestenbasierte Bedienung

Mit der EOS M, laut Hersteller eine "geschrumpfte 650D", betritt Canon ein Vierteljahrhundert nach dem Beginn der EOS-Erfolgsgeschichte und zwölf Jahre nach der ersten digitalen EOS abermals Neuland. Tatsächlich ist das Innenleben weitgehend identisch mit dem des kürzlich vorgestellten Spiegelreflexmodells 650D. Das 3-Zoll-Touchdisplay lässt sich allerdings nicht schwenken oder klappen, der Hersteller verspricht dafür eine "intuitive, gestenbasierte" Bedienung über den berührungsempfindlichen Bildschirm.

Auch Fujifilm setzt voll auf das spiegellose System und baut seine X-Reihe mit Sucherkameras immer stärker aus. Zuerst kam letztes Jahr die X100 heraus, die noch in die Kategorie Edel-Kompaktkamera fiel - sie hatte noch ein fest verbautes Objektiv. Anfang des Jahres folgte die X-Pro1, die mit ihren inneren Werten und Autofokus-Wechsel-Objektiven deutlich auf den Profimarkt schielt. Nun kommt noch die X-E1 dazu, die im Gegensatz zur großen Schwester lediglich einen elektronischen Sucher hat, aber mit dem gleichen 16 Megapixel-Fotosensor ausgestattet ist.

Olympus, neben Panasonic ein Pionier der noch jungen Kameraklasse, hat ebenfalls eine attraktive Spiegellose am Start. Die OM-D E-M5 glänzt durch ein robustes Gehäuse im schicken Retro-Design, 16 Megapixel-Sensor, und schneller Serienbild-Funktion.

Natürlich wird auch der deutsche Edel-Hersteller Leica auf der Photokina seine Neuheiten vorstellen. Beim Flaggschiff, der M-Reihe, die seit den 60er Jahren äußerlich unverändert als Sucherkamera existiert, munkelt man gerüchtehalber von einer M10. Sie soll unter anderem in Full-HD filmen können. Was schon seit Jahren bei den besseren Digitalkameras Standard ist, hat nun also auch den Wetzlarer Hersteller erreicht, allerdings mit einem 24 Megapixel starken CMOS-Sensor.

Ein weiterer Trend ist bei der Photokina zu erkennen: Die Qualität der Chips wird immer besser ausgenutzt. Top-DSLR wie Canons oder Nikons neue Flaggschiffe, die EOS 5D Mark III und D4, erreichen eine Bildqualität, die schon fast mit jener der sündhaft teuren Mittelformatkameras vergleichbar ist. Leicas neue M-Monochrom Kamera verzichtet auf jegliche Filter, die sonst den Sensoren vorgeschaltet sind, um eine höhere Empfindlichkeit und Bildgenauigkeit zu erreichen. Dieses edle Stück ist allerdings wohl nur etwas für Foto-Puristen: Die M Monochrom fotografiert nur in schwarz-weiß und ist ohne Objektiv für 6800 Euro zu erwerben.

Während der Markt für edle Systemkameras wächst, die in handlicher Bauweise erstaunliche Bildqualitäten erzielen, sind die DSLR-Kameras gerade im Hochpreisbereich immer mehr aufs Filmen ausgelegt. Sie können mehr Bilder pro Sekunde liefern, und haben bessere Mikrofone eingebaut. Im Konkurrenzkampf gegen Camcorder haben sie noch einen weiteren Vorteil: Sie können auf ein großes Sortiment an verwendbaren Objektiven verweisen. Und auch das Angebot an Zubehör wie Fernsteuerungen, Roll-Vorrichtungen und Videolicht wächst immer weiter.Bewegung gibt es auch im Bereich der Kompaktkameras. Mit ihren immer leistungsstärkeren Sensoren machen Smartphones dieser Geräteklasse zunehmend Konkurrenz. Denn das Mobiltelefon hat gegenüber der Kamera einen entscheidenden Vorteil: Man hat es immer dabei. Da ist es nur folgerichtig, dass immer mehr Kameras mit Smartphone-Funktionalitäten ausgestattet werden. Nikons Coolpix S800c hat ebenso wie die Galaxy Kamera von Samsung ein Android-Betriebssystem. Per WLAN kann man Android-Apps herunterladen und die Fotos gleich in Facebook oder Flickr hochladen. Auch Systemkameras wie die NX-Reihe von Samsung oder Sonys Alpha NEX-5R haben WLAN zur kabellosen Übertragung der Bilder an Bord. Bei Canons EOS M, sowie der 650D kann dies durch spezielle Speicherkarten (Eye-Fi SD-Karte) ermöglicht werden.Die Messemacher haben das Thema erkannt und widmet ihm eigens eine gesonderte Ausstellungsfläche auf der Photokina. Unter dem Stichwort "Mobile Imaging" werden noch wesentlich mehr Funktionen gehandelt als nur das Hochladen in soziale Netzwerke. Es umfasst beispielsweise auch die Bearbeitung mit Hilfe von Apps und das Versenden von Bildern via E-Mail und Bluetooth.

Steuerung per Smartphone

Während die Hersteller bemüht sind, dass ihre Kameras ein immer naturgetreueres Abbild der Welt erzeugen können, lassen die Nutzer ihre Werke so aussehen, als seien sie vor mehreren Jahrzehnten entstanden. Mit Hilfe von Effektfiltern lässt man sie ausbleichen oder verleiht ihnen den Charme alter Polaroid-Aufnahmen. Bei immer mehr Modellen ist die Bearbeitung sogar direkt in der Kamera möglich. Smartphones und Fotografie-Apps wie Hipstamatic oder Instagram haben auch hier ihre Spuren hinterlassen. Es fällt auf, dass kaum ein Hersteller mehr mit immer neuen Megapixel-Zahlen prahlt (abgesehen vielleicht von Nikons DSLR-Boliden D800, der derzeit die "Tabellenführung" in dieser Disziplin mit 36 Megapixeln hält). Stattdessen setzen viele Hersteller eher auf größere, verbesserte Sensoren und vor allem auf lichtstarke Objektive. Dazu gehört auch die neue Samsung EX2F, die eine beachtliche Lichtstärke von f/1,4 erreicht und vom Hersteller mit einer komplett neuentwickelten Optik versehen wurde. Auch mit dieser Kompakten lassen sich Bilder per Wi-Fi direkt ins Netz übertragen. Panasonics LX7 erreicht die gleiche Lichtstärke wie der Konkurrent, toppt diesen allerdings mit einem größeren Zoom. Eine höhere Lichtstärke lässt mehr Licht auf den Sensor und ermöglicht so gelungene Aufnahmen bei geringer Umgebungshelligkeit ohne Blitzlicht . "Viele Universalkameras bieten mittlerweile die Möglichkeiten einer Systemkamera, nur ohne Wechselobjektiv", stellt die Stiftung Warentest in einem aktuellen Test fest. Die Qualität wurde also in allen Bereichen verbessert - weitere Steigerungen darf man bei vielen Neuerungen erwarten, die in den nächsten Tagen auf der Photokina vorgestellt werden.