Herrlich jeck: Hier fassen wir die Highlights aus dem Straßenkarneval der Stadt Zülpich zusammen. Aktuell: der Zoch in Schwerfen.
Karneval 2026So jeck feiert die Stadt Zülpich – Suppenkavaliere in Schwerfen

Passend zum Namen verteilten die Candy-Girls kiloweise begehrte Süßigkeiten unter den Schwerfener Jecken.
Copyright: Cedric Arndt
An den Karnevalstagen finden Sie hier die schönsten Bilder aus dem Stadtgebiet Zülpich.
Suppenkavaliere in Schwerfen sorgten für Abwechslung zu Kamelle
Einen Karnevalsumzug auf die Beine zu stellen, kann einen Vereinsvorstand eine lange Zeit auf Trab halten. Schließlich muss eine Route durch den Ort festgelegt , die ganzen Auflagen und Sicherheitskonzepte erfüllt und die ganzen Teilnehmer unter einen Hut gebracht werden. Führt die gewohnte Strecke zudem durch eine Baustelle, in der ein Regenrückhaltebecken entstehen soll, wie derzeit in Schwerfen, gilt es sogar noch weitere Hindernisse zu überwinden, erklärte Georg Hartwig.
„Wir mussten zwar ein paar mehr Straßen sperren, aber das alles hat in Zusammenarbeit mit dem Kreis sehr gut funktioniert“, freute sich der stellvertretende Zugleiter. Auch die Teilnehmerzahl sei trotz der Änderungen gleichgeblieben. „Der Zuspruch ist nach wie vor groß, und wir können uns freuen, dass alle befreundeten Vereine uns nach wie vor die Treue halten und heute mit uns Karneval feiern.“

Passend zum Namen verteilten die Candy-Girls kiloweise begehrte Süßigkeiten unter den Schwerfener Jecken.
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Dank der „Suppenkavaliere“ durften sich die Schwerfener Jecken auch über eine wärmende Suppe freuen.
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Am Straßenrand wurde ebenfalls nach Herzenslust gesungen und getanzt.
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Zu diesen treuen Freunden zählten am Sonntagnachmittag auch das Prinzenpaar aus Kommern und das dazugehörige Kinderdreigestirn. „Die gesamte Tollitäten-Familie Rühr hat sich für den Schwerfener Umzug entschieden, obwohl die Festwagen der Greesberger erneut zeitgleich in drei verschiedenen Zügen im Einsatz sind“, berichtete Adjutant Marcus Beyard. Vergangene Session seien die Kommerner Regenten in Weyer mitgefahren, dieses Mal habe man den verwaisten Thron in Schwerfen mit Leben füllen wollen. Für Prinz Marcel I. und Prinzessin Michaela I. sowie das Nachwuchs-Dreigestirn mit Prinz Maxi I., Jungfrau Louisa und Bauer Kilian eine Aufgabe, die sie angesichts der ausgelassenen Stimmung in dem Zülpicher Ortsteil mit Freuden übernahmen.
Dank des spontanen Engagements der „Suppenkavaliere“ konnten sich zudem sowohl die Jecken im Zug als auch die feiernden Karnevalsfreunde am Straßenrand bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit Suppe aufwärmen. „Wir haben erst diese Woche beschlossen, dass wir mitgehen, und innerhalb von zwei Tagen dann den Wagen fertiggestellt und Suppe gekocht“, erklärte „Suppenkavalier“ Jan Groos. Seit neun Uhr morgens stehe die Gruppe schichtweise in der mobilen Küche, um die Gemüsebrühe rechtzeitig zum Umzug zu erhitzen und die Schwerfener Närrinnen und Narren mit einer deftigen Abwechslung zu den verteilten Kamelle zu versorgen.
100 Säcke Material brachten Tollitäten in Mülheim-Wichterich unters Volk
Der Karneval in Mülheim und Wichterich hat schon viele Höhen und Tiefen erlebt. Eine Konstante gab es jedoch auch in den eher schweren Zeiten. „Die Familie Thelen ist schon seit 1974 Teil des Straßenkarnevals“, betonte Brigitta Thelen-Jussow. Sie selbst ist auch seit 51 Jahren mit Herzblut dabei: „Es gab eine Zeit, in der mussten wir um den Erhalt des Karnevals kämpfen. Das haben wir gemacht und wie man sieht, hat es sich gelohnt.“
Tatsächlich durften die Mülheim-Wichtericher Jecken bei ihrem Umzug zum dritten Mal in Folge eigene Tollitäten in ihrer Mitte begrüßen, die das Bad in der Menge sichtlich genossen. „Die Unterstützung der KG und im ganzen Dorf, die wir die Session über erfahren haben, war wirklich großartig“, schwärmte Bauer Björn, der an der Seite von Jungfrau Rosi und Prinz Daniel I. das diesjährige Dreigestirn stellte. Rund 100 Säcke voller süßer Leckereien hatte das Trio im Gepäck, um sich für diesen Rückhalt bei den Jecken zu bedanken.

Selbst die „Party-Rentner“ des Doppelortes zeigten sich zum Straßenkarneval erstaunlich beweglich.
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Jungfrau Rosi, Prinz Daniel I. und Bauer Björn freuten sich über einen gelungenen Höhepunkt ihrer Karnevalssession.
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„Seit der Corona-Pause ist der Zug wieder Jahr für Jahr gewachsen. Heute sind mehr als 300 Personen beteiligt“, so Zugleiter Walter Trimborn: „Dass wir uns schon in der dritten Session über einen besetzten Narrenthron freuen dürfen, hat sicher auch mit dem 100. Geburtstag unserer KG zu tun. Aber wir hoffen sehr, dass wir diese Begeisterung auch in die nächsten Jahre mitnehmen und weiterhin eigene Tollitäten in unseren Reihen haben werden, um die fünfte Jahreszeit gemeinsam feiern zu können.“
Besonderer Lesetipp in Bürvenich: „"Der Herr der Augenringe"“
In der Vergangenheit durfte Luca Hoscheid bereits als Kinderprinz im Rampenlicht des Bürvenicher Karnevals stehen. Dennoch seien die Erfahrungen, die er als Jungfrau Luzie an der Seite von Prinz Jannik I. (Hoscheid) und Bauer Jan-Luca (Kratz) in den vergangenen Wochen und Monaten sammeln durfte, mit nichts zu vergleichen. „Als Erwachsener bekommt man das ganze Drumherum bei einer Session noch mal viel intensiver mit“, schwärmte die Tollität. „So etwas erlebt man nur einmal im Leben, und wir drei haben diese Zeit unglaublich genossen.“
Zum krönenden Abschluss einer gelungenen Session standen sie beim Straßenkarneval am Sonntag ein weiteres Mal im Fokus der Aufmerksamkeit. „Es hat einfach alles gepasst und wir hatten eine superschöne Zeit“, stimmte Prinz Jannik I. zu. „Dass heute entgegen allen Erwartungen sogar das Wetter mitspielt, hätten wir uns selbst nicht besser wünschen können.“

Die Bücherwürmer aus Embken waren zum ersten Mal beim Straßenkarneval in Bürvenich zu Gast.
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Bauer Jan-Luca (Kratz), Jungfrau Luzie (Luca Hoscheid) und Prinz Jannik I. (Hoscheid) genossen ihren Sessionshöhepunkt beim Straßenkarneval in Bürvenich.
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Die Alaafstronauten wollten mit ihrem Auftritt beim Bürvenicher Umzug ganz hoch hinaus.
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Mit dem Dreigestirn feierten am Sonntag rund 150 bunt kostümierte Närrinnen und Narren ihren Umzug durch den Zülpicher Ortsteil. Zum ersten Mal zählten die „Bücherwürmer“ zu den Teilnehmern, die aus Embken angereist waren. „Unsere Kostüme waren so aufwendig, dass wir sie unbedingt nach unserem Zug zu Hause auch hier zeigen wollten“, berichtete Ira Müller lachend. „Der Herr der Augenringe“ lautete der Titel des riesigen Romans, durch den sich die Bücherwürmer gefuttert hatten – er stammte aus der Feder der fiktiven Autorin Fräulein Tollkühn, die den Embker Jecken als Vorbild diente. „Glücklicherweise hat einer von uns Verwandtschaft hier im Ort, und so dürfen wir unsere schweren Wälzer noch einmal durch die Straßen tragen.“
Zugleiter Thomas Foemer und sein Team freuten sich über insgesamt zwei neue Gruppen, die zusätzlich zu den Stammkräften den Bürvenicher Karneval hochleben ließen. „Die meisten Gruppen unseres Zuges kommen hier aus dem Ort, aber wir sind natürlich auch immer glücklich, wenn sich jemand von außerhalb dazugesellt“, so der Zugleiter. Auch die vor drei Jahren umgelegte Strecke durch das Neubaugebiet habe sich bereits ausgezahlt. „Viele Neubürger sind am Zug beteiligt und es ist schön, dass wir das ganze Dorf im Karneval vereinen können.“
Der Bessenicher Zug ist klein, hat es aber in sich
Mit seinen acht Gruppen, drei Wagen und rund 100 Teilnehmern auf zweieinhalb Kilometern scheint der Zoch in Bessenich übersichtlich. Aber er hatte es in sich. Stefan Buning, KG-Vorsitzender und Zugleiter, war stolz auf die Teilnehmer. Und obwohl das trübe und kalte Wetter alle Narren zu Überzeugungstätern machte, empfingen die Kostümierten am Straßenrand die Karnevalisten mit kräftigem Alaaf.
Die „Bessenicher Pantomime“, waren mit rund 50 Personen dabei. Architekt Paul Höhl hatte den eigenen und die Freundeskreise seiner Töchter sowie Mitarbeiter eingeladen und einen kleinen Wagen mit Pantomimenmasken gestaltet. Die Gruppe trug schwarz-weiße Roben.

Auch mit kleinen Wagen macht der Karneval in Bessenich großen Spaß.
Copyright: Frank Neuenhausen

Hauptsache dabei im Straßenkarneval in Bessenich, das kalte Wetter war den Jecken egal.
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Die Gruppe der Familie Biebler aus Geich trug 80er-Jahre-Outfits und hat sogar Familienangehörige aus Bayern dafür begeistern können, im Zug mitzugehen. „Ich bin schon als Kind im Karneval dabei gewesen und gehöre zur Zülpicher Prinzengarde. Wir sind alle karnevalsverrückt in der Familie“, sagt Sebastian Biebler. „Wir müssen die Dorfzüge unterstützen, sonst sterben sie aus“, sagte Biebler ebenso besorgt wie überzeugt. Und auch Buning meinte: „Wäre doch schade, wenn's den Zug einmal nicht mehr gäbe.“
350 Mädchen und Jungen gestalten den Kinderzug in Ülpenich
Die ersten Süßigkeiten waren in den Mündern des Ülpenicher Kinder-Dreigestirns verschwunden, bevor sich der Kinderzug überhaupt in Bewegung gesetzt hatte. Auf die Frage, wie viele Kamelle sie werfen und wie viele sie lieber selbst essen wollen, antwortete Prinz Isabell I. (Marian) lachend: „Ich schätze so etwa fifty-fifty.“
Lange blieben die Kamelle-Rufe der Jecken am Wegesrand aber nicht ungehört. Bauer Mia (Hamacher), die am Vorabend ein wenig gekränkelt hatte, hatte ihr Unwohlsein angesichts der ausgelassenen Stimmung und des schönen Sonnenscheins schnell vergessen: „Es ist total cool, wenn alle Spaß haben. Darüber habe ich mich bei der Sitzung gefreut und heute auch.“ Den Auftakt des Straßenkarnevals zu verpassen, kam nicht infrage. Auch Jungfrau Greta (Hamacher), die Schwester des Bauern, genoss die Aufmerksamkeit in vollen Zügen.
Rund 350 Jungen und Mädchen der Grundschule Ülpenich, der Kindergärten Ülpenich und Lövenich sowie Kindertanzgarden aus der Kernstadt und Dürscheven bildeten den farbenfrohen Tross, der sich durch die Straßen des knapp 1200-Seelen-Dorfes schlängelte. Musikalische Unterstützung erhielten sie durch die Musikzüge der Blauen Funken Zülpich und der KG Heimat Dürscheven.

Die Grundschul-Frösche geizten nicht mit Kamelle.
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Ein Trio mit viel Spaß: das junge Ülpenicher Dreigestirn
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Während sich viele Zugteilnehmer für ein maritimes Thema bei ihren Kostümen entschieden hatten, blieben sie vor dem Wasser von oben verschont. „Die Kinder sind sowieso sehr leicht für den Karneval zu begeistern. Wenn das Wetter dann noch so gut mitspielt, ist die Freude natürlich riesig“, schwärmte Grundschullehrerin Sophia Bischops: „Direkt nach Weihnachten nehmen wir Anmeldungen für unsere Gruppe entgegen, von Jahr zu Jahr wollen mehr Kinder Teil dieses schönen Zuges sein.“
Die Begeisterung sei schon Wochen vorher spürbar, wenn die Kinder, diesmal als knallgrüne Frösche mit Kulleraugen und Schlabberzunge verkleidet, ihre Kostüme gestalten. „An zwei Wochenenden haben wir die Oberteile und Mützen dekoriert und die Vorfreude wuchs mit jedem fertigen Kleidungsstück.“
Immer wieder den zustimmenden Blick der Lehrer und Eltern suchend, bahnten sich die Nachwuchsjecken einen Weg durch die jubelnde Menge und verteilten großzügig Kamelle. Wer in all dem Trubel eine kurze Verschnaufpause einlegen wollte, fand Platz in den Bollerwagen – bestenfalls in Reichweite der Süßigkeiten.
„Wir alle sind unglaublich stolz auf unser erstes Kinderdreigestirn hier in Ülpenich und wie sie bei allen Veranstaltungen den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, freute sich Zugleiterin Michaela Marian. „Die Unterstützung ist einfach großartig“, stimmte Andrea Hamacher, Mutter von Bauer und Jungfrau, zu: „So können wir alle einen stimmungsvollen Karneval feiern.“
Was war sonst los? Hier finden Sie alles zum Karneval im Kreis Euskirchen im Überblick.
Wir wünschen schöne Karnevalstage. Alaaf!


