Abo

Karneval 2026So feiern die Jecke in der Stadt Schleiden – Jecker Hotspot Herhahn-Morsbach

9 min
Einen Seemanstanz präsentierten die Fischer aus Ettelscheid.

Einen Seemanstanz präsentierten die Fischer aus Ettelscheid.

Herrlich jeck: Hier fassen wir die Highlights aus dem Straßenkarneval der Stadt Schleiden zusammen. Aktuell: der Zoch in Herhahn-Morsbach.

An den Karnevalstagen finden Sie hier die schönsten Bilder aus dem Stadtgebiet Schleiden.


Herhahn-Morsbach ist der Schleidener Karnevals-Hotspot am Sonntag

Wer an Karnevalssonntag einen Jecken sucht, der im Stadtgebiet Schleiden lebt, der sollte vielleicht einmal einen Blick nach Herhahn und Morsbach werfen. Denn der Zug, der an diesem Tag durch die beiden Dörfer zieht, hat sich als Karnevalshotspot manifestiert. Und so fanden sich nicht nur die organisierten Jecken aus Schleiden dort ein, sondern auch viele andere Gruppen, die es einfach nur lieben, Karneval zu feiern.

Wie die Gruppe um Kurt May, die sich nach guter, alter Karnevalstradition die Verhohnepipelung der Mächtigen vorgenommen hatte. Die Teilnehmer hatten die Idee der Wehrdienstlotterie, die vor einigen Wochen diskutiert worden war, in die Tat umgesetzt und ließen Verteidigungsminister Boris Pistorius das Losrad drehen.

Ettelscheider Dreigestirn im Tresor machte Herhahn-Morsbach unsicher

Aber auch Tollitäten durften nicht fehlen. So machte das Dreigestirn aus Ettelscheid mit Prinz Lorenz I. (Rosewich), Bauer Axel (Hickertz) und Jungfrau Rollerine (Rolf Henn) auf seinem als Tresor gestalteten Prinzenwagen Herhahn unsicher. Auch das Dreiborner Prinzenpaar Prinz Markus II. (Daniel) und Prinzessin Lisa I. (Daniel) fuhr auf seinem Wagen, der eine überdimensionale Trommel darstellt, durch den Ort.

Einen Seemanstanz präsentierten die Fischer aus Ettelscheid.

Einen Seemanstanz präsentierten die Fischer aus Ettelscheid.

Viel getanzt wurde bei dem Zug in Herhahn, wie hier von den Junggesellen aus Scheuren.

Viel getanzt wurde bei dem Zug in Herhahn, wie hier von den Junggesellen aus Scheuren.

Ein U-Boot hatte diese Fußgruppe gebaut.

Ein U-Boot hatte diese Fußgruppe gebaut.

Auch handgemachte – oder besser – mundgeblasene Musik durfte nicht fehlen. Der Musikverein „Eifelklänge“ marschierte mit im Zug und sorgte dafür, dass nicht nur Musik aus der Konserve zu hören war. Auch die Kollegen vom Tambourcorps „Eifelgold“ waren mit im Zug und feierten kunterbunt.

Hobbyhorsing ist auch bei den Morhahne angekommen

Nicht nur mit ihrem Vorstands- und dem Elferrats-Wagen waren die Jecken der „Morhahne“ im Zug unterwegs. Auch die sportliche Komponente fehlte nicht, denn eine Fußgruppe der Herhahn-Morsbacher Karnevalisten war auf Steckenpferden beim „Hobbyhorsing“ unterwegs.

In großer Zahl waren die Junggesellenvereine aus der Region nach Herhahn gekommen, um hier Karneval zu feiern. So flatterten die als Vögel verkleideten Scheurener im Zug mit, während die Ettelscheider als Pfadfinder, die Olefer als Jäger und die Herhahn-Morsbacher als Rennfahrer unterwegs waren. Mit am Start waren auch Dreiborner und die Sektion Obersee aus Einruhr. Aus dem nahen Ettelscheid hatten sich „Scheuren Südhang“ und die Eifeler Fischer sowie aus Dreiborn die Frösche und aus Wolfgarten die „Karnevalsfreunde Wilder Kermeter“ auf den Weg gemacht. Als Schlusspunkt kamen die „Morhahner Knallköpp“, die zur Selbstverwirklichung im Imkerhandwerk aufriefen: „Bee yourself“.


35 Wagen und Gruppen feiern den Nebelzoch von Dreiborn

„Wer fährt denn da noch nach Köln“, schwärmte einer der vielen Besucher, der Zoch in Dreiborn verfolgte. Wagen folgte auf Wagen, Fußgruppen wechselten sich mit Kapellen ab – so hatten die Jecken am Straßenrand genug Grund, um ausgelassen zu feiern.

Und da die Jecken Wetterkapriolen an den tollen Tage gewohnt sind, störte es niemanden, dass die auf mehreren Wagen installierten Nebelmaschinen kaum einen Effekt hatten. Ein Dokumentarfilm über den Zug könnte mit Fug und Recht „Kamelle im Nebel“ betitelt werden.

35 Wagen und Fußgruppen beweisen die Beliebtheit des Zoch in Drommer und die Richtigkeit der Entscheidung des Vereinsbunds vor zwei Jahren, den Termin vom Rosenmontag auf den Samstag zu legen. Das tat zwar den ohnehin gebeutelten Schleidenern weh, machte Dreiborn aber zu einem Anziehungspunkt für die Jecken. Denn dicht an dicht standen sie und freuten sich über die Massen an Kamelle, die unters Volk gebracht wurden.

Einmal rund ums Dorf führte der Zugweg, den die Zugleiter Frank Haas und Jörg Paustenbach ausgearbeitet hatten. Start war am Dorfsaal Hilgers, der am Ende auch die Anlaufstelle für die After-Zoch-Party war.

Nicht nur aus dem Ort und der Stadt Schleiden kamen die Vereine, sondern auch etwa aus Udenbreth, Einruhr, Sistig oder Wollenberg. Gleich mehrere Fußgruppen waren als Frösche, Astronauten oder Valentinstags-Liebesboten unterwegs. Als Clowns feierten die Jecken um den Ex-Prinz Marco I., der im vergangenen Jahr die Dreiborner Karnevalisten angeführt hatte. Auch die Musikvereine aus Dreiborn beteiligten sich: Ganz am Anfang war es der Spielmannszug, aber auch der Musikverein Concordia und die Drums & Pipes sorgten für Unterhaltung.

Auch wenn es angesichts der Temperaturen glatte Straßen geben konnte, waren hoffentlich alle vorsichtig unterwegs. Schließlich war die Besatzung vom Bauhof Schleiden mit einem mit vielen selbstironischen Gags gestalteten Wagen im Zug unterwegs. Eine einmalige Aktion, denn Prinz Markus II., der mit seiner Prinzessin Lisa I. dem Zug voranfuhr, arbeitet im Bauhof, der in Dreiborn angesiedelt ist. Was ursprünglich als Provisorium gedacht war, wie Beigeordneter Marcel Wolter erinnerte. Er hatte sich auch ausgedacht, dass der Prinz in diesem Winter leider nicht zur Verfügung steht – also: Kein Winterdienst!


Ettelscheider fordern im Zoch: „Ingo, mach die Straße neu“

Subtil war die Botschaft nicht gerade, mit der die Ettelscheider Bürgermeister Ingo Pfennings in ihrem Freitagszug die Dringlichkeit einer Sanierung der Durchgangsstraße in Erinnerung brachten. „Ingo, mach' die Straße neu“, hieß es auf dem Banner, das vor dem Dorfgemeinschaftshaus quer über die Straße gespannt war. Doch damit hatten es die Anwohner nicht bewenden lassen. Per KI hatten sie einen Song produziert, der vom Wagen der Ettelscheider Junggesellen lautstark abgespielt wurde: „Ingo, Ingo, hörst Du noch? Unsere Straß' ist ein einziges Loch“ sangen sie im Chor mit dem Playback, sehr zur Freude des Publikums, das dicht an dicht am Straßenrand auf Kamelle wartete.

Als hätte er es gewusst, hatte sich Pfennings als Kostüm einen Skihelm gewählt, der ihn auch gegen Kamelle-Kopftreffer schützte. Doch die gelungene Aktion war nicht der einzige Grund, warum Werner Doemsky, Vorsitzender der Ett'schelder Eechhörnche, derart zufrieden war. Obwohl Dauerregen angekündigt worden war, konnte der Zoch ohne einen einzigen Schauer über die Bühne gehen.

Eröffnet wurde der Zug vom Prinzenwagen aus Dreiborn mit Prinz Markus II. und Prinzessin Lisa I. Dahinter stand, wie es in Ettelscheid üblich ist, kein bestimmter Zugplan, sondern es richtete sich vor allem danach, wie die Wagen der Vereine im Ort angekommen waren. Die Zufahrtsstraßen sind so schmal, dass passender Rangierraum fehlt, und deshalb fahren die Wagen so, wie sie angekommen sind.

Als Fischer hatte sich eine Fußgruppe verkleidet, die einen Wagen mit einem Leuchtturm darauf durch den Ort zog.

Ettelscheider Strandleben bei mehr als durchwachsenen Temperaturen bot diese Fußgruppe aus dem Ort.

Das Ettelscheider Dreigestirn grüßt fröhlich vom Wagen.

Gut gelaunt im heimischen Karnevalszug: Prinz Lorenz I., Bauer Axel I. und Jungfrau Rollerine I.

Eine Karnevalsgruppe hatte sich als Farben verkleidet.

Alles so schön bunt hier: Als Farben hatten sich die Anwohner vom Scheurener Südhang verkleidet.

Auf einem Banner, das über der Straße hing, stand: „Ingo, mach' die Straße neu“.

Unmissverständlich war der Hinweis auf die Stimmungslage im Ort.

Aus Schleiden und Gemünd, aus Dreiborn und Herhahn/Morsbach waren die Karnevalsvereine mit ihren Großwagen und Fußgruppen nach Ettelscheid gekommen, um hier den Beginn der tollen Tage zu feiern. Doch auch die KG Konfetti, die – nomen est omen – mit viel Konfetti ihr elftes Jubiläum feierte, die KG aus Miescheid, die Schleedener Feuerpatsche und der Jugendclub Sistig waren mit großem Gefolge gekommen. Hellenthal wurde von den Tänzerinnen des Damenballetts vertreten.

Bunt kostümiert hatten sich die Ettelscheider Fußgruppen, die als Farbenpalette oder Nordseestrand unterwegs waren. Als Autoscooter waren die Karnevalisten aus Wolfgarten angereist, während die „Morhahner Knallköppe“ Selbstverwirklichung im Sinn hatten: „Bee yourself“, so das Motto zu ihren Bienenkostümen.


Schleidener Zoch konnte wieder über Brücke am Alten Rathaus rollen

Schon erstaunlich, welchen Unterschied so eine Brücke machen kann. Mit der Wiedereröffnung der Flussquerung am Alten Rathaus wirkte der Zug wie wiederbelebt. Noch hat der zwar nicht die Größe früherer Zeiten wiedererlangt, doch allen Beteiligten war die Freude am Neustart anzumerken. Und so konnte der Zoch durch die einstige Kreisstadt in diesem Jahr viele Jecken anlocken, auch wenn sein Termin nun zum zweiten Mal in Folge vor dem offiziellen Start des Straßenkarnevals war.

Wegen der Flutschäden war die Olefbrücke am Alten Rathaus gesperrt gewesen. Abgesehen von den Einschränkungen für die Bewohner war dies auch für die Karnevalisten ganz bitter, da der angestammte Weg über den Markt mangels Rettungswegen tabu für den Zoch war. Die Auflösung musste am Driesch stattfinden, der Zochweg war gerade mal 800 Meter lang – nichts, was der Attraktivität gut tat.

Doch das reichte noch nicht. Durch die Flut hatten auch die Schleidener Jecken Schäden zu verkraften – und dann zerstörte auch noch ein Feuer zwei Karnevalswagen. Zu allem Überfluss war die altehrwürdige Burg nicht mehr einsatzbereit, so dass der Verein nichts Fahrbares mehr hatte und sich mit externen Wagen behelfen musste. Da der Dreiborner Zug inzwischen auch am Karnevalssamstag geht und die Jecken in Scharen anzieht, sind die Schleidener im vergangenen Jahr erstmals aufs Wochenende vor Weibertag ausgewichen. Das war mit gerade einmal zwei Wagen und vier Fußgruppen eher ein Trauerspiel.

Verkleidete Kinder heben die Hände und machen fröhliche Gesichter.

Spontan hatte sich die Klasse 6a der Schleidener Realschule zur Teilnahme entschlossen und jede Menge Spaß.

Kleine und große Karnevalisten der Blau-Weißen Schleidener heben ihre Hände in die Luft. Ein Mädchen isst derweil aus einer Tüte.

Endlich wieder auf dem angestammten Weg und darüber hinaus wieder auf einem eigenen Wagen waren die Blau-Weißen Schleidener unterwegs.

Ein Trommler der Gruppe Ramba Samba Eifel hält seine Stöcke vorm Anschlagen der Trommel in die Luft.

Gute Laune verbreitete Ramba Samba Eifel.

Doch der Neustart des Vereins ist in vollem Gange, und das hat sich auch am Samstag bemerkbar gemacht, als Schleiden am Frühbuchertermin feierte. Mit Meiko Augustin wurde ein neuer Vorsitzender gewählt, im Vorstand sind viele neue Gesichter zu sehen. Dazu beginnt sich der Fuhrpark der Blau-Weißen langsam wieder zu füllen. Denn nachdem in den Vorjahren Wagen gemietet werden mussten, konnte nun einer angeschafft werden. „Wir haben den in zwei Wochen noch auf Schleiden umgebaut“, sagte die stellvertretende Vorsitzende Nadja Härter stolz.

Und so erinnern Wappen und Steinelemente an den Seitenwänden an den einstigen Vorstandswagen, der als Reminiszenz an das Schleidener Schloss als Burg gestaltet worden war. Als Wagenengel waren der frischgebackene Ehrenpräsident Norbert Niebes und seine Frau Adelheid im Einsatz.

13 Wagen und Gruppen machten sich unter der Zugleitung von Florian Scory, Andreas Plompteux und Jürgen Dederichs auf den gewohnten Zugweg: Aufstellung im Auel, dann durch die Innenstadt und Auflösung im Burggarten. Mit dabei waren nicht nur die Karnevalsvereine aus dem Stadtgebiet mit dem Ettelscheider Dreigestirn und Prinz Markus aus Dreiborn sowie die Freunde von Ruet-Jold Hellenthal, sondern auch einige Fußgruppen wie die Trommler von „Ramba Samba“, die brasilianisches Feeling brachten.

Spontan hatten sich zwei Gruppen gebildet, die das Bild bereicherten. So waren die Angestellten des Liebfrauenhofes und des Pflegedienstes Vivant in großer Zahl mit dabei. „Wir wollten es einmal antesten, wie es funktioniert, und im nächsten Jahr vielleicht dann auch ein paar Bewohner mitbringen“, sagte Aileen Verhaegen, die mit Eileen Origer die Gruppe organisiert hatte. Das werde in anderen Einrichtungen des Kreiskrankenhauses Mechernich bereits so gemacht. „Ob das jetzt ein früher Termin ist, ist egal, es fühlt sich gut an“, sagte Ines Kastenholz, eine von vielen Frauen, die in der Gruppe mitgingen.

In gerade einmal zwei Wochen hatte die Klasse 6a der Realschule Schleiden eine Gruppe aus dem Boden gestampft. „Der Zug im letzten Jahr war so klein, da wollte ich die Karnevalisten unterstützen“, sagte Lehrerin Britta Jaax. Zuerst habe sie die Klasse gefragt, die aber sofort begeistert gewesen sei.

„Die Eltern der Kinder haben in einer Weise geholfen, das war Wahnsinn“, zeigte sie sich dankbar. Die haben auch eine Menge Wurfmaterial gespendet. „Magische Fabelwesen“ war das Motto der Gruppe. Mit dabei waren auch die als Vögel bunt kostümierten Scheurener Junggesellen und die Karnevalsfreunde Eifel, die allerdings statt der Karnevals- die Ballermann-Playlist aufgelegt hatten.


Was war sonst los? Hier finden Sie alles zum Karneval im Kreis Euskirchen im Überblick.

Karneval in Bad Münstereifel

Karneval in Blankenheim

Karneval in Dahlem

Karneval in Euskirchen

Karneval in Hellenthal

Karneval in Kall

Karneval Mechernich

Karneval in Nettersheim

Karneval in Weilerswist

Karneval in Zülpich

Karneval in Heimbach

Wir wünschen schöne Karnevalstage. Alaaf!