Köln – Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) fahren den Betrieb wieder hoch. Seit 18. März waren Busse und Bahnen lediglich noch nach dem Samstagsfahrplan unterwegs. Aber nun, wo einzelne Geschäfte wieder öffnen dürfen und der Schulbetrieb wieder schrittweise aufgenommen wird, geht auch die KVB wieder verstärkt an den Start. „Wir gehen davon aus, dass das Fahrgastaufkommen nun wieder steigt“, sagt Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks. Ab Donnerstag fahren Bahnen und Busse tagsüber wieder nach dem normalen Fahrplan.
Welche Einschränkungen gibt es weiterhin?
Der normale Fahrplan wird nur tagsüber aufgenommen. Ausnahme: Die Linie 15. Die zeitweise Taktverdichtung auf fünf Minuten entfällt. Nach 21 Uhr geht es zurück in den 30-Minuten-Takt. Nachts stehen dann alle Räder still. Das gilt auch am Wochenende. „Da weiterhin keine Veranstaltungen stattfinden und Gaststätten öffnen dürfen, wird es auch keinen Bedarf zu diesen Zeiten geben“, sagt KVB-Chefin Haaks.
Wie voll wird es in den Bussen und Bahnen?
„Es wird voller“, da ist sich Haaks sicher. Zumindest so voll, dass die Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden können. Dennoch geht die KVB-Chefin davon aus, dass es nicht mehr ein so großen Fahrgastandrang geben wird wie vor der Corona-Krise. Sie bittet darum, nicht dem subjektiven Eindruck zu erliegen. Wie hatten in den Vergangenen Wochen Anrufe von besorgten Fahrgästen, die Bahn sei zu voll. Dabei haben wir höchsten eine Aufkommendichte von 40 Prozent erreicht.
Was wird zum Schutz der Fahrgäste getan
„Wir werden Tausende von Schutzmasken an die Fahrgäste verteilen“, verspricht Haaks. Das sei aber bitte als Geste zu verstehen. „Selbst wenn wir nur 500.000 Fahrgäste an einem Tag haben, das können wir natürlich nicht vollständig abdecken.“ Busse und Bahnen werden jede Nacht vollständig desinfiziert. Auch die Haltestellen werden „scharf gereinigt“. Zur Verstärkung werden Servicefirmen beauftragt. Aber: Die KVB-Räder werden nicht desinfiziert. „Das können wir nicht leisten, denn das müsste ja nach jeder Ausleihe geschehen.“ Hier sollen die Kunden selbst mit Desinfektionsmitteln zur Tat schreiten.
Was können die Fahrgäste beitragen?
Die KVB-Chefin appelliert: „Wenn möglich fahren sie bitte nicht zu den Hauptverkehrszeiten.“ Auch sollen alle Türen beim Ein- und Ausstieg genutzt und disziplinierter als sonst, erst aus- und dann eingestiegen werden. Wer immer kann, soll einen Mund-Nasenschutz tragen. „Stellen Sie sich möglichst nicht vis-à-vis in den Gängen auf“, bittet Haaks. Auf die Mitnahme von Rädern und Scootern soll verzichtet werden, damit Fahrgäste aufgrund von Platzmangel sich nicht zusammendrängen. Bei einer vertretbaren Distanz empfiehlt Haaks, auf das KVB-Rad umzusteigen.
Wie hoch sind die Verluste der KVB?
Konkrete Zahlen will die KVB-Vorstandsvorsitzende nicht nennen. Zu viele Komponenten würden da hineinspielen. Nur so viel: „Es handelt sich um einen erheblichen Einbruch.“ Um das Ausmaß annähernd zu umreißen: Der Verkauf von Bartickets hat in den vergangenen Wochen um bis zu 93 Prozent abgenommen. Der Besetzungsgrad in den Bahnen betrug im Schnitt nur 25 Prozent. Ein geringer Teil der Dauerkunden hat das Abo-Ticket ruhen lassen. Einsparmöglichkeiten gab es indes kaum.
