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Gamescom
Köln muss für die wichtigste Messe der Stadt attraktiv genug bleiben

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3 min
Hunderttausende Besucher strömen jährlich zur Gamescom

Hunderttausende Besucher strömen jährlich zur Gamescom

Die Stadt tut vieles, um Gamer und die Gamesbranche willkommen zu heißen. Aber es hapert an den Grundlagen. Ein Kommentar

Ab Mittwoch wird Köln wieder für fünf Tage zur Hauptstadt der Konsolen, Controller und Cosplay-Kostüme. Hunderttausende Menschen werden zur Gamescom strömen, in die Messehallen und in die Innenstadt. Die Veranstaltung ist für Köln längst viel mehr als eine reine Fachmesse für Computer- und Videospiele. Sie ist, mehr noch als Karneval, das größte internationale Schaufenster der Stadt.

Seit 2009 beweist Köln, dass hier viele Voraussetzungen stimmen: eine leistungsfähige Messe, die Nähe zu einer kreativen Medien- und Games-Szene, gute Erreichbarkeit, internationale Anziehungskraft und ein Publikum, das aus einem Branchentermin ein stadtweites Ereignis macht. Die Dimensionen der Messe sind beeindruckend: Für 2026 melden Koelnmesse und der Branchenverband Game mehr als 1600 Aussteller aus 67 Ländern. Im Vorjahr kamen rund 357.000 Besucherinnen und Besucher nach Köln. Das macht die Messe zum Großereignis für Hotellerie, Gastronomie, Handel, Verkehr und Dienstleistungen.

Auch Berlin wirbt um die Games-Branche

Kein Wunder also, dass andere Wettbewerber neidisch nach Köln blicken. Berlin hat wiederholt den Anspruch formuliert, Köln als Games-Hauptstadt ablösen zu wollen. 2023 brachte die damalige Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey die Idee ins Spiel, Leitmessen wie die Gamescom nach Berlin zu holen. Mit dem „House of Games“, einem geplanten Zentrum auf mehr als 10.000 Quadratmetern, in dem Firmen und Verbände aus der Games-Branche unterkommen sollen, bewirbt sich Berlin noch offensiver um den Titel.

Das sollte für Köln und NRW ein wichtiges Signal sein. Auch eine Leitmesse kann abwandern, wenn der Standort weniger attraktiv wird. Leipzig, wo die Gamescom unter dem Namen „Games Convention“ noch bis 2008 beheimatet war, lässt grüßen.

Die Gamescom funktioniert in Köln vor allem, weil sie außerhalb der Messehallen wirkt. Gamer kommen nicht allein nach Köln, um Spiele zu testen, sondern auch, um Teil einer Community zu sein. Wer kein Ticket hat, begegnet in der Stadt trotzdem der internationalen Games-Kultur. Das City-Festival verlängert das Event in die Innenstadt. Bars, Geschäfte und Kulturorte können teilhaben.

Köln gibt 400.000 Euro für City-Festival und Beleuchtung

Die Stadt Köln beteiligt sich mit insgesamt 400.000 Euro am Programm und stärkt jenseits der Messe gemeinsam mit Initiativen und Verbänden den Games-Standort. Das ist folgerichtig: Wer von der Gamescom wirtschaftlich und kulturell profitiert, muss auch etwas dafür tun, dass sich die Branche hier dauerhaft verankert.

Wenn aber an den wichtigsten fünf Branchentagen im Jahr der Nahverkehr überfüllt ist, die Anreise zur Geduldsprobe wird, Besucher und Aussteller sich selbst mitten im Stadtzentrum in schmuddelige Ecken verlaufen, wird die Stadt dem Gewicht des Events nicht mehr gerecht. Zu einer funktionierenden Gamescom gehören auch verlässliche Verkehrsangebote und ein attraktives Stadtbild. In diesen Punkten haben andere Städte Köln durchaus einiges voraus.

Der Verlust der Gamescom wäre für Köln eine Katastrophe, und das nicht nur, weil dadurch jährlich Hunderttausende Touristen weniger in die Stadt kämen. Weltweit spielen Milliarden Menschen auf Konsolen, Computern, Smartphones und Tablets. Der globale Games-Markt setzte 2025 mehr als 200 Milliarden US-Dollar um. Allein in Deutschland zählt die Branche laut Jahresreport 956 aktive Unternehmen. Bei Entwicklern und Publishern arbeiten 12.235 Menschen, viele davon in Köln. Und die Gamescom ist als weltweit größte Computerspielmesse eines der wichtigsten Aushängeschilder dieser mächtigen Branche.

Die gute Nachricht ist: Koelnmesse und Game-Verband haben den Vertrag für die Gamescom im vorigen Jahr verlängert, die Messe bleibt der Stadt also voraussichtlich bis mindestens 2030 erhalten. In dieser Zeit muss die Stadt dafür sorgen, dass sie auch darüber hinaus eine Gastgeberin ist, an der beim Thema Games kein Weg vorbeiführt.