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Jahresbericht in KölnUngeimpften Beschäftigten bei der Caritas droht Entlassung

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Impfpflicht Caritas

Zur berufsbezogenen Impfpflicht hat die Caritas eine klare Haltung.

Köln – „Vor einem Monat konnten wir uns noch nicht vorstellen, dass wir jetzt im März in Köln 1500 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine betreuen“, sagte Caritas-Vorstand Peter Krücker bei der Vorstellung des Jahresberichts 2021 unter dem Titel „Zusammenhalt“. Innerhalb von zwei Tagen mussten nach der Invasion Russlands in die Ukraine in Mülheim und in der Messe Anlaufstellen für Flüchtlinge eingerichtet werden. „Die Situation war anfangs grenzwertig, inzwischen läuft die Verteilung auch in ländliche Regionen“, so Krücker.

Aktuelle Herausforderungen durch die Ukraine-Krise

Beim Fachdienst Integration und Migration standen an den zehn Beratungsstellen im Stadtgebiet bald die ersten Ratsuchenden vor der Tür. „Das große Thema waren die auseinandergerissenen Familien“, berichtete Tim Westerholt. Zwei Fälle sind typische Beispiele für die Nöte der Menschen. Eine Ukrainerin sorgt sich um den zurückgelassenen 19-jährigen Sohn, den ihre Mutter im Keller versteckt, damit er nicht als zwangsrekrutierter Soldat in den Krieg ziehen muss. Einen aus Tunesien stammenden Gastarbeiter in der Ukraine überraschte der Krieg bei einem Besuch in Köln. Der Witwer schaffte es auf gefährlichen Umwegen, seine beiden Kinder nach Deutschland zu holen. Nun ist das Aufenthaltsrecht die nächste Hürde, da die Familie keinen ukrainischen Pass besitzt. Außerdem belastet den Flüchtling, dass er als junger Mann aus der Ukraine, der hier ist statt sein Land zu verteidigen, verachtet wird.

Wie die Caritas-Pflegeteams bisher durch die Pandemie gekommen sind, schilderte Lea Görich. „Am Anfang waren Unsicherheit und Angst, eventuell einen Corona-Ausbruch in unseren Altenzentren zu verursachen. Dann machte uns die Impfung Hoffnung, bis wieder Ernüchterung kam, dass die Pandemie damit doch nicht überwunden ist. Derzeit sind wir recht zuversichtlich, weil wir merken, dass Impfen, Testen und Masken wirken, zumindest die schnelle Weiterverbreitung des Virus und schwere Verläufe verhindern“, so die Erfahrung der stationären Pflegefachkraft.

Psychosoziales Wohl vergessen

„Über dem Fokus auf der körperlichen Unversehrtheit wurde allerdings das psychosoziale Wohl vernachlässigt. Das ist ein hoher Preis, wir wünschen uns, dass dieser Aspekt wieder eine Rolle spielt“, fuhr Lea Görich fort. Für die eigenen Arbeitsbedingungen wünschen sich die Pflegekräfte Bürokratieabbau und flexiblere Arbeitszeiten.

Zur berufsbezogenen Impfpflicht hat die Caritas eine klare Haltung. Stand jetzt sind 25 der 1200 Mitarbeitenden bei der Caritas, die mit Menschen zu tun haben, für die das Virus zur tödlichen Bedrohung werden kann, noch nicht geimpft – trotz intensiver Aufklärung. Die Ungeimpften mussten ans Gesundheitsamt gemeldet werden. „Wenn wir Mitte Juni die Bescheide bekommen, ob die einrichtungsbezogene Impfpflicht umgesetzt werden muss, werden wir wohl nicht umhinkommen, uns von einigen Mitarbeitenden zu trennen“, erklärte Vorstand Krücker.

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Finanzvorstand Markus Nikolaus bescheinigte der Caritas eine solide wirtschaftliche Situation. Die anhaltenden Kirchenaustritte bereiten jedoch Sorge. „An unseren Gesamteinnahmen hat die Kirchensteuer einen Anteil von 4,4 Prozent. Wir können und wollen nicht darauf verzichten, und wenn die Kirche ihre Defizite an uns weitergibt, müssen wir überlegen, wie und in welchem Umfang wir unsere Dienstleistungen erhalten können“, bilanzierte Nikolaus. „Die Krise im Erzbistum ist keine Krise der Caritas“, betonte Krücker. Er ist überzeugt: „Wir strahlen das positive Bild der Kirche in die Gesellschaft aus, denn wir stehen für eine offene, vielfältige und den Menschen zugewandte Kirche.“