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Jugend forschtWelche tollen Sachen Kinder erfunden haben

3 min
Lasse Benjamin Pigulla mit einer Konstruktion unter einem Frisbee

F.A.L.K.E., die Frisbee-Absturz-Lösungs-Kontroll-Einheit, von Lasse Benjamin Pigulla.

Das perfekte Kaugummi oder das selbstputzende Fenster - die Erfindungen beim Wettbewerb „Jugend forscht“ sind verblüffend.

Lautes Stimmengewirr im Veranstaltungssaal der Industrie- und Handelskammer (IHK). Hinter Tischen stehen Kinder und Jugendliche. Vor ihnen ihre Erfindungen:  Legomodelle, Apfelmus, Aquarien mit kleinen Wasserkraftwerken, Konstruktionen aus allen möglichen Materialien. Hochkonzentriert erklären die jungen Forscherinnen und Forscher ihre Exponate. Am Freitag fand der Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ und „Jugend forscht Junior“ in Köln statt. 26 Projekte aus der Region nahmen teil.

Zwei Kaugummi-Forscherinnen

Wollten den perfekten Kaugummi erfinden: Mina Köhn (l.) und Jonna Bossen

„In unserer Turnhalle kleben mindestens 28 Kaugummis unter den Bänken“, sagt Jonna Bossen. Die Elfjährige hat sich zusammen mit einer anderen Schülerin der Königin-Luise-Schule (KLS) der Aufgabe gewidmet, den perfekten Kaugummi zu entwickeln. „Das wäre ein Kaugummi, der nicht klebt“, erklärt Mit-Forscherin Mina Köhn. Geklappt hat die Entwicklung auf Anhieb leider nicht. „Dafür haben wir aber herausgefunden, weshalb Kaugummi klebt - es liegt an den Polymeren“, sagt Mina. Und wie man Kaugummi lösen kann, haben die Mädchen ebenfalls herausgefunden.

 „Wir haben seit rund zehn Jahren eine  Jugendforscht-AG“, erzählt KLS-Lehrerin Vera Bönsch. Zusammen mit Mario Altmann leitet sie die Arbeitsgemeinschaft. Einmal wöchentlich treffen sich interessierte Schülerinnen und Schüler für eineinhalb Stunden, um zu tüfteln und sich auf den Jugend-forscht-Wettbewerb vorzubereiten.

Bruno Bächer mit einer Lego-Konstruktion

Hat ein selbstputzendes Fenster konstruiert: Bruno Bächer

Die jungen Erfinderinnen und Erfinder, die heute ausstellen, haben allesamt nach den Sommerferien mit ihren Projekten begonnen. „Sie hatten sehr schnell Ideen und sie sind auch alle dran geblieben“, sagt Mario Altmann. Um ein eigenes Projekt zu finden, gebe es verschiedene Herangehensweisen. „Man kann entweder vom Problem ausgehen oder eine Lösung suchen. Man kann sich für generelle Themen interessieren und dann ausfeilen, was man daran schön fände. Oder man kann halt wirklich zukunftsorientiert denken“, sagt Altmann.

Jugend forscht: Zwei Jungen vor Aquarien

Strom aus Wellen erforschten Benjamin Vahlenkamp (l.) und Fabian Marschner

Richtung Zukunft haben sich Fabian Marschner und Benjamin Vahlenkamp vom Hürther Albert-Schweizer Gymnasium orientiert. „Wasserkraft wird im Vergleich zu Wind- oder Solarenergie sehr wenig genutzt, obwohl Wasser immer verfügbar ist“, haben die beiden 12-Jährigen festgestellt. Ihre Erfindung - Stromerzeugung aus Wellen und Strömung - präsentieren sie selbstbewusst in zwei Aquarien.

Direkt ein ganzes Szenario hat Lasse Benjamin Pigulla aufgebaut. Der 13-jährige KLS-Schüler ist ein alter Hase bei Jugend forscht. Er war schon zweimal vorher dabei und hat es jedes Mal in den Landeswettbewerb und dort auf einen der ersten Plätze geschafft. In diesem Jahr präsentiert Lasse die Frisbee-Absturz-Lösungs-Kontroll-Einheit - kurz F.A.L.K.E. Ihr Zweck: Zu verhindern, dass ein Frisbee in einem Baum landet. „Die Technik habe ich komplett selbst entwickelt“, erklärt der junge Tüftler einem älteren Mann, der sich beeindruckt umsieht.

Kinder an Ständen hinter ihren Erfindungen

Der Regionalwettbewerb von Jugend forscht stieß auf reges Interesse.

Sowohl die Juroren von Jugend forscht als auch Eltern, Lehrkräfte, ältere Schülerinnen und Schüler, Presse und Mitarbeitende der IHK streifen durch die Reihen mit den aufgebauten Experimenten. „Das ist schon der Wahnsinn, was die sich überlegt haben“, sagt eine Mutter. Besonders angetan hat es ihr die Erfindung von Bruno Bächer aus Köln: Das Fenster, das sich selbst putzt. „Ich bin auf die Idee gekommen, als ich zuhause Fenster putzen musste. Das fand ich ziemlich doof“, sagt der Elfjährige und erklärt überzeugend seine Konstruktion: „Das Fensterputzgerät hängt an zwei Teleskoparmen und hat an jeder Seite so Kugellager, dass es sich drehen kann. Es kann sprühen, wischen und abziehen. Nur betanken muss man es von Hand. “

Unter den bestechend guten Ideen der jungen Forscherinnen und Forscher wählte schließlich eine Jury die besten aus, im Wettbewerb „Jugend forscht Junior“ schafften es Jonah Peters und Samuel Spieß mit dem Projekt „Apfelmus länger haltbar machen“ auf den ersten Platz im Fach Biologie. Im Fach Physik machte Ishak El Bouziani den ersten Platz mit seiner Motorrad-Konstruktion für die perfekte Kurve. Das umweltfreundliche Mülltonnenprojekt von Burak Yilmaz, Elyas Cay und Leonard Wahlscheid erhielt Platz Eins in der Kategorie Technik und zusätzlich den Umweltpreis. Und: Lasse Benjamin Pigulla schaffte das Trippel: Er wird als ein Sieger des Regionalwettbewerbs seine Frisbee-Absturz-Lösungs-Kontroll-Einheit beim Landeswettbewerb vorstellen.