Fast die Hälfte der rund 240 Termine des Dreigestirns sind absolviert. Neben vielen Höhepunkten fordert Prinz Niklas I. aber auch mehr Demut von den Jecken.
Halbzeitbilanz des DreigestirnsWarum die Kölner Jungfrau jetzt auch einen Handyshop eröffnen könnte

Mittendrin in der Session: Jungfrau Aenne (von links), Prinz Niklas I. und Bauer Clemens auf der Bühne des Gürzenichs.
Copyright: Thomas Banneyer
Falls es für Stefan Blatt als Koordinator Industrie 4.0 bei Ford mal eng werden sollte, haben sich in den vergangenen gut drei Wochen neue berufliche Möglichkeiten aufgetan. Bei so vielen Selfies die Blatt, genannt „Bladdi“, jeden Tag als Jungfrau Aenne schießt, hat er es gefühlt mit jeder Art von Mobiltelefon zutun gehabt und wäre nun, so glaubt er, prädestiniert für einen Job im Handyshop. Weil es bei den vielen Fotowünschen, gepaart mit dem strammen Terminplan des Dreigestirns, schon mal stressig werden kann, hat Aenne Strategien entwickelt. „Mittlerweile übernehme ich die Bedienung des Handys auch schon mal selbst, um Zeit zu sparen“, sagt Blatt.
Rund 240 Termine absolviert das Kölner Dreigestirn in dieser kurzen Session. Knapp die Hälfe sind geschafft. In ihrer Hofburg ziehen die Tollitäten daher eine erste Zwischenbilanz. „Die Begeisterung und der Zauber ist Null komma Null verloren gegangen“, sagt Prinz Niklas Jüngling. „Die Strahlkraft, die wir in unseren Ornaten haben, übertrifft alles, was man sich vorstellen konnte“, ergänzt Bauer Clemens von Blanckart. „Die Menschen tragen uns durch die Säle und die Stadt.“

Vitaminreich durch die Session: Das Dreigestirn in der Dorint-Bar.
Copyright: Simon Westphal
Das Trifolium erlebt Tage wie im Rausch, am vergangenen Samstag standen ganze 18 Termine auf dem Plan, an Weiberfastnacht sind es in noch kürzerer Zeit 17. Aus den vielen Höhepunkten gibt es dann aber doch Termine, die noch ein bisschen mehr herausstechen. Bei der ZDF-Mädchensitzung schnappte sich der Prinz beim Ostermann-Medley seine Freundin und tanzte mir ihr in den Reihen einen Walzer. „So einen Moment vergisst man nicht“, sagt Jüngling. Emotional war der Termin auf der Palliativstation. „Das hat uns mitgenommen. Aber wir haben gemerkt, wie viel Freude und Kraft wir schenken können.“
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„Zu fortgeschrittener Uhrzeit herrscht hier und da eine absolute Distanzlosigkeit“
Für die Jungfrau war der Besuch der Grundschule seiner Töchter in Rheinkassel einer der größten Höhepunkte. „Ich habe meine Töchter noch nie so glücklich gesehen, wie an diesem Tag.“ Viele Tränen seien in der Session bereits geflossen. Bei Bauer Clemens ganz besonders, als ihn eine Abordnung aus seinem Heimatort Effeld überraschte. „Das hat mich sehr gerührt.“ Auch die Auftritte mit dem Kinderdreigestirn seien immer wieder Höhepunkte. „Die drei machen das so hervorragend und werden von Woche zu Woche stärker.“ Das findet auch Jungfrau Aenne. „Das in diesem Alter so auf die Bühne zu bringen, das ist Wahnsinn.“
97 Prozent aller Begegnungen seien positiv, sagt der Prinz. Doch auch das diesjährige Dreigestirn macht wie viele ihrer Vorgänger auch unschöne Erfahrungen – vor allem abseits der Bühne. „Zu fortgeschrittener Uhrzeit herrscht hier und da eine absolute Distanzlosigkeit und Respektlosigkeit.“ Einmal sei er beim Rausgehen von hinten an seinem Cape gezogen worden, verbunden mit einem Fotowunsch. „Dem einen oder anderen im Karneval würde ein wenig Demut ganz gut tun“, findet der Prinz. Für Bauer Clemens von Blanckart sei vor allem die viele Zeit ein Problem, in der er nicht bei seiner Familie sein kann. Auch, wenn er mittlerweile Wege gefunden hat, seine Liebsten so oft es geht zu sehen. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich sie so vermissen werde.“ Spätestens nach Aschermittwoch, weitere rund 200 Termine in der Zukunft, werden die Familien von Prinz, Bauer und Jungfrau ihre Männer wieder dauerhaft zurückbekommen. „Aber daran“, sagt der Prinz, „wollen wir jetzt noch nicht denken“.
