Für Marc Michelske war es der zweite Kölner Rosenmontagszug unter seiner Regie. Die ersten Eindrücke des Zugleiters direkt nach dem Zoch.
Rosenmontag in Köln„Das wird niemals Routine“

Zugleiter Marc Michelske
Copyright: Thomas Banneyer
Das war Ihr zweiter Rosenmontagszug unter Ihrer Verantwortung als Zugleiter – also alles schon Routine?
(lacht) Nein, das wird sicherlich niemals Routine, denn es gibt immer die kleinen und die großen Überraschungen – egal, wie intensiv wir versuchen, alles im Voraus zu planen und zu bedenken. Aber zu guter Letzt bekommen wir es ja immer wieder hin. Welche Überraschungen gab es bei diesem Zoch? Das kann ich noch nicht abschließend sagen, es ist noch zu früh, um eine fundierte Bilanz zu ziehen. Aber es ist nichts passiert, was mir Sorgen bereiten müsste.
Sie sind über weite Strecken des Zuges mit einem Kopfhörer auf dem Kopf und mit einem Mikrofon vor dem Mund zu sehen. Werden sie die ganze Zeit über den Verlauf des Zuges informiert?
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Ich bin permanent mit unserem Zugleitungsteam und unserem Chat in Verbindung und bekomme darüber alle Informationen, die den Zug betreffen.
„Ich liebe Schnee“
Wie groß ist denn das Zugleitungsteam?
Oh je, das kann ich gar nicht bis auf den letzten Mann und bis auf die letzte Frau beziffern. Es ist auf jeden Fall sehr groß (lacht).
Am Sonntagabend fing es an zu schneien. Haben sie einen Schrecken bekommen, als sie gesehen haben, dass der Schnee vorerst liegen blieb?
Nein, ich liebe Schnee (lacht)! Ehrlich gesagt, macht mir das Wetter gar nicht so große Sorgen im Vorfeld. Wir sind im Grunde auf alle Wetterlagen vorbereitet. Da kann uns fast nichts aufhalten. Aber Sonnenschein ist natürlich das, was wir uns alle wünschen. Und den hatten wir beim heutigen Zug immerhin immer wieder mal.
Gab es für Sie ein ganz persönliches Glanzlicht bei diesem Rosenmontagszug?
„Wir waren ein Super-Team“
Jetzt, so ganz direkt nach dem Zug, kann ich das noch gar nicht richtig beantworten. Die vielen tollen und emotionalen Eindrücke müssen erst noch sacken. Was mir jedenfalls großen Spaß gemacht hat, war, zusammen mit unserem NRW-Innenminister Herbert Reul auf dem Wagen zu stehen. Wir waren ein Super-Team.
Das war der letzte Zug für Christoph Kuckelkorn als Präsident des Festkomitees. Für ihn war das sicherlich ein hochemotionaler Moment. Ist dieser Abschied auch für Sie emotional?
Auf jeden Fall. Christoph Kuckelkorn hat mich ins Festkomitee geholt. Unter ihm wurde ich Zugleiter. Das ist mir einige Male durch den Kopf gegangen bei diesem Zug. Ihm zu Ehren haben wir ja auch ein bisschen was umgestellt – alleine schon deshalb war mein zweiter Einsatz als Zugleiter keine Routine. Aber das haben wir natürlich total gerne getan.
Wenn die endgültige Bilanz auch noch nicht gezogen ist, so kann man dennoch sagen, ein Ziel wurde wieder verfehlt: Das Ende des Zuges ist auch dieses Mal nicht im Hellen angekommen.
Nein, aber das kann meiner Meinung nach auch gar nicht klappen. Dafür müsste wirklich alles ohne Verzögerungen und Überraschungen ablaufen. Das kann es bei einem so großen Rosenmontagszug realistischer Weise gar nicht geben.
