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Interview

Ben Zucker in Köln
„Die Lanxess-Arena ist die Champions League für einen Musiker“

5 min
Ben Zucker steht am 1. März 2026 in der Lanxess-Arena auf der Bühne.

Ben Zucker steht am 1. März 2026 in der Lanxess-Arena auf der Bühne. 

Ben Zucker erzählt über seine Musik, sein Buch und wie er die vergangenen 20 Jahre erlebt hat. 

Ben Zucker verbindet in seiner Musik Schlager mit Popsound. Anfang Oktober hat er sein neues Album „Kämpferherz“ veröffentlicht – ein Werk, mit dem er am 1. März in Köln auftritt. Bereits im September erschien zudem seine Autobiografie, die denselben Titel trägt. Stephan Eppinger hat vorab mit dem Sänger gesprochen.

Diese Tour im Frühjahr zählt zu den größten Ihrer Karriere. Wie bereiten Sie sich darauf vor?

In dieser Größenordnung ist das meine dritte Tour, auf die ich mich schon sehr freue. Aktuell mache ich viel Sport, von Kraft- bis zum Cardio-Training und fühle mich so schon ziemlich fit. Ein wichtiges Thema ist auch die richtige Ernährung, auf die ich vor so einer Tour achten muss, um auf der Bühne die volle Leistung abrufen zu können. Ansonsten planen wir seit dieser Woche die Konzerte vom Bühnenbild über die Dramastruktur bis zur Setlist. So richtig einspielen wird sich dann alles bei den ersten Konzerten der Tour, da können wir noch einmal feinjustieren.

Haben Sie eigentlich noch Lampenfieber vor großen Auftritten wie in der Kölner Arena?

Natürlich, ich bin immer aufgeregt vor einem Auftritt – egal ob in der Arena oder bei einer Fernsehshow. Das ist mit der Zeit aber besser geworden, da ich souveräner mit der Aufregung umgehen kann. Da hat man dann auch seine kleinen Gewohnheiten, bevor man die Bühne betritt. Da kontrolliere ich immer meine Schnürsenkel, um mögliche Stürze zu vermeiden.

Wie gut kennen Sie die Kölner Arena?

Solo bin ich jetzt zum zweiten Mal in der Arena, es gab aber weitere Auftritte wie zum Beispiel bei der Schlagernacht in Köln. Die Arena ist die größte in Deutschland und ich arbeite immer noch daran, sie komplett auszuverkaufen. Wenn man das geschafft hat, ist man in der Champions League angekommen. Da spüre ich noch einen gewissen Ehrgeiz.

Was für Erfahrungen haben Sie mit dem Kölner Publikum gemacht?

Schon bei meinem ersten Kölner Konzert in der Kantine herrschte dort Ausnahmezustand. Das ist bis heute so geblieben und hat sich auch auf mein Publikum in der Arena übertragen. Zuletzt hatte ich zudem eine sehr positive Erfahrung im Sommer am Tanzbrunnen gemacht. Das Publikum verfügt hier über eine unglaubliche Energie und Feierfreude. In Köln lebt man eine freundliche Karnevalskultur, die es Künstlern bei den Konzerten einfacher macht. Das bringt aber auch eine gewisse Erwartungshaltung mit sich, die man vor Ort dann erfüllen muss.

Kennen Sie auch die Stadt ein wenig?

Leider ist die Zeit für Stadterkundungen immer ziemlich knapp. Das hat sich auch bei „Let’s Dance“ nicht groß geändert. Da war ich sechs Wochen im Savoy-Hotel untergebracht. Aber ich mag die Stadt und die Stimmung, die dort herrscht. Davon bekomme ich auch im Hotel und im Studio etwas mit.

Haben Sie schon einmal Kontakt mit dem Karneval gehabt?

Das war bislang noch nicht der Fall. Aber ich bewundere es sehr, wie in Köln diese Kultur und Tradition gelebt wird. Sie wird von den Menschen immer wieder an die nächste Generation weitergegeben und entwickelt sich so weiter. In einer Stadt wie Köln wird das regelrecht zelebriert. Bei uns in Berlin feiern höchstens die Kinder in den Kindergärten oder Grundschulen den Fasching. In Köln passiert das dagegen generationenübergreifend und der Karneval hat so jede Menge Kraft und Energie. Davor habe ich großen Respekt.

Das neue Album trägt den Titel „Kämpferherz“. Wie groß ist das bei Ihnen ausgebildet?

Das ist natürlich ein konstruiertes Wort, das aber ganz gut zu mir passt. Daher haben auch mein Album, mein Buch und die Tour diesen Titel bekommen. Meine Familie sagt immer, dass ich ein großes Herz habe und in den vergangenen 20 Jahren habe ich immer für meinen Erfolg gekämpft und auch daran geglaubt. Das war ein langer Weg bis zu den ersten eigenen Arena-Touren. Musikalisch bin ich beim Album bei mir geblieben und habe nur wenig verändert. Die Texte sind noch etwas persönlicher geworden, was auch dem Buchprojekt etwas geschuldet ist.

Wie ist die Idee zum Buch entstanden?

Die wurde von außen an mich herangetragen. Man hat mich ermuntert, meine Geschichte endlich zu erzählen, mit allem dem, was ich in den vergangenen 20 Jahren alles erlebt habe. Mein Schwager war mein Ghostwriter und so konnten wir das Ganze dann auch konsequent umsetzen. Die Idee stieß auch sehr schnell bei den Verlagen auf ein positives Feedback und so konnte ich mit dem Buch nach etwa sieben bis acht Monaten an den Start gehen. In dieser Zeit gab es sehr viele Interviews und Gespräche mit meinem Autor. Jetzt haben wir die Spiegel-Bestseller-Liste erreicht und auch das Feedback der Fans ist sehr positiv.

Wie haben Sie diese 20 Jahre selbst erlebt?

Das war schon sehr cool, ziemlich krass und auch immer spannend. Ich bereue nichts und würde alle genauso wiederholen. Natürlich habe ich auch Fehler gemacht, die meinem Wissensstand zum damaligen Zeitpunkt geschuldet waren. Aber auch das gehört zu einer Karriere dazu und davon haben wir jetzt erstmals öffentlich erzählt. Am Ende kann ich sagen, dass ich stolz auf diese 20 Jahre bin, da habe ich ziemlich viel erreicht.

Wie sind Sie überhaupt zur Musik gekommen?

Zunächst stand bei mir der Fußball ganz im Fokus – mit 12 oder 13 wollte ich unbedingt Profi werden. Dann habe ich eine Band wie Nirvana erlebt, die mich total inspiriert und emotional berührt hat. Da wusste ich, dass ich selbst Musiker werden will. Zu meinen Idolen zählte auch eine Band wie Radiohead. Da hat mich beeindruckt, wie vier Kunststudenten einfach das umgesetzt haben, was sie machen wollten. Dabei haben sie sich auch von nichts und niemanden beeinflussen lassen.

Was kann das Kölner Publikum in der Arena vom Konzert erwarten?

Das gibt ein großartiges und sehr emotionales Konzert, bei dem in der Arena sehr viel passieren wird. Es wird auch ein gradliniges Konzert, bei dem es einen guten Mix aus alten Hits und den neuen Songs geben wird. Mir ist es wichtig, mit meinen Fans eine gute Zeit zu verbringen und gemeinsam viel Spaß zu haben. Darauf freue ich mich schon sehr.


Tickets für die Show von Ben Zucker in Köln am 1. März gibt es ab rund 65 Euro online.