Der Markt setzte zu stark auf Gastronomie und Alkohol. Genau das wurde schon bei dem Vorgängerformat „Meet and Eat“ zum Problem.
Einstufung entscheidetDas Projekt Feierabendmarkt auf dem Rudolfplatz ist gescheitert

Der Feierabendmarkt auf dem Rudolfplatz ist erneut gescheitert.
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Der Feierabendmarkt am Rudolfplatz muss nach nur knapp fünf Monaten seinen Betrieb einstellen. Der Veranstalter, die Deutsche Marktgilde, ist mit dem „Markt-Treff Rudolfplatz“ an derselben Hürde gescheitert wie der vorherige Feierabendmarkt „Meet and Eat“ des Unternehmens Agrar-Konzept: Das Angebot entsprach nicht den Anforderungen an einen Wochenmarkt. In beiden Fällen fehlten ausreichend klassische Marktstände mit frischen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Eiern, Käse, Fleisch oder Fisch.
Oft nur ein Stand mit Lebensmitteln
Die Deutsche Marktgilde hatte den Zuschlag im Frühjahr erhalten, weil ihr Konzept ein ausgewogenes Sortiment mit sechs klassischen Wochenmarktständen vorsah. Dort sollten frische Lebensmittel des täglichen Bedarfs erhältlich sein – an jedem Donnerstag von 16 bis 21 Uhr. Doch die Wirklichkeit sah anders aus: Nach Angaben der Stadt war häufig nur ein einziger Stand vor Ort, teils gar keiner – nicht genug, um die Kriterien für einen Wochenmarkt zu erfüllen. Das Angebot an verarbeiteten Lebensmitteln und der Alkoholausschank überwogen.
Daraufhin konkretisierte die Stadt die Anforderungen für die Festsetzung als Wochenmarkt. Wenigstens 50 Prozent des Sortiments sollten aus unverarbeiteten Lebensmitteln wie Obst, Gemüse oder Fleisch bestehen. Dagegen klagte die Veranstalterin. Sie wollte ihr Konzept mit weniger traditionellen Marktständen umsetzen. Vor dem Verwaltungsgericht Köln blieb die Betreiberin jedoch erfolglos.
Im Kern stimmte das Gericht der Stadt zu: Eine Veranstaltung mit derart wenigen oder fehlenden Frischeständen erfülle nicht die gesetzlichen Anforderungen an einen Wochenmarkt. Zwar kritisierte das Gericht auch die Stadt: Die 50-Prozent-Regel sei zu unpräzise und müsse konkreter gefasst werden. An der Entscheidung gegen den Markt in seiner bisherigen Form änderte das jedoch nichts. Der Schwerpunkt auf gastronomischen Angeboten war damit – wie zuvor bei „Meet and Eat“ – der entscheidende Grund für das Aus.
Doch weshalb war den Veranstaltern so viel daran gelegen, als Wochenmarkt eingestuft zu werden? Zwar hätte das Format grundsätzlich auch als Veranstaltung beim Ordnungsamt angemeldet werden können. Für Wochenmärkte fallen jedoch deutlich niedrigere Gebühren an. Hinzu kommt: Auf dem Rudolfplatz wäre eine Veranstaltung im wöchentlichen Rhythmus nicht genehmigungsfähig, weil dort das städtische Platzkonzept gilt, das die Zahl der Veranstaltungen stark begrenzt.
Überprüfung durch das Rechtsamt
Dass eine neue Ausschreibung für den Feierabendmarkt überhaupt nötig wurde, geht auf eine Prüfung der Stadt zurück. Bereits im August 2025 stand das Format vor dem Aus: Das Rechtsamt der Stadt Köln kam damals zu dem Ergebnis, dass „Meet and Eat“ nicht mehr als Wochenmarkt einzustufen sei, weil an den Ständen überwiegend verarbeitete Lebensmittel verkauft wurden. Während zum Start im Jahr 2015 noch zehn von 24 Ständen Obst, Gemüse, Backwaren, Käse, Wurst, Fisch und Blumen im Angebot hatten, waren es zuletzt nur noch zwei bis drei.
Die Überprüfung des Feierabendmarkts durch die Stadt Köln wurde durch eine Anfrage des CDU-Ratsmitglieds Werner Marx im Rechnungsprüfungsausschuss angestoßen. Marx bezeichnete „Meet and Eat“ laut Protokoll im Jahr 2023 zwar als „eine tolle und von der Bevölkerung sehr gut angenommene Veranstaltung“. Zugleich stellte er jedoch fest, dass auf dem Platz „kein einziger Stand mit dem Angebot von Lebensmitteln (Obst, Gemüse...)“ zu finden sei. Er bat die Verwaltung deshalb um eine Einschätzung, wie der Markt künftig „rechtssicher betrieben werden kann“. Im Ergebnis zeigt sich jetzt, dass gerade dieser rechtssichere Betrieb als Wochenmarkt kaum möglich war.
Trotz der Gerichtsentscheidung ist eine Fortsetzung in anderer Form nicht ausgeschlossen. Die Stadt will nach eigenen Angaben „alternative rechtliche und organisatorische Möglichkeiten“ prüfen. Ziel sei es, ein tragfähiges Konzept „für einen modernen Abendmarkt oder ein vergleichbares Format“ zu finden, „damit der Rudolfplatz auch in den Abendstunden ein lebendiger, urbaner Ort der Begegnung bleibt“, heißt es.