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„Zoff em Grandhotel“Kumede-Theater präsentiert Divenstreit auf Kölsch

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Regisseurin Susanne Kamp (l.) und Spielleiterin Nina Blume bei der Kumede-Probe im Latibul.

Regisseurin Susanne Kamp (l.) und Spielleiterin Nina Blume bei der Kumede-Probe im Latibul.

Im Volkstheater am Rudolfplatz präsentiert das Mundarttheater Stücke auf Kölsch. Das neue Stück dreht sich um zwei Diven.

Missverständnisse, Verwechslungen, Eitelkeiten, Nervenkrisen. Im luxuriösen Grandhotel Excelsior „es d’r Düvel loß“. Türen knallen, Schoßhündchen bellen, kölsche Fetzen fliegen. Und eine Katastrophe droht. Denn zu einer geplanten Benefiz-Gala im Hotel werden die international gefeierte Sängerin Rose Mayfield, ehemals Rosi (Röschen) Merten, aus Weidenpesch und Leinwandstar Bernadette Davis, ehemals Billa Dahmen, aus Merkenich erwartet. „Ein Aufeinandertreffen der beiden Diven muss in jedem Fall vermieden werden“, erzählt Regisseurin und „Billa“-Darstellerin Susanne Kamp bei einer der letzten Proben zum neuen Stück des Kumede-Theaters „Zoff em Grandhotel – Ein Diva kütt selden allein“, das am 8. Mai in der Volksbühne am Rudolfplatz Premiere feiert.

Viel mehr will sie nicht verraten, auch wenn jeder weiß, dass sich die Superstars im Stück schon seit ihrer Kindheit kennen, beide Traumkarrieren in Amerika machten, sich aber ansonsten spinnefeind sind. Dennoch denkt Hoteldirektor Mattes Wupperfeld (Alex Schwarz), die beiden problemlos voneinander fernhalten zu können. Die Luft in der Domsuite vibriert, Egos kollidieren, der kölsche Wahnsinn nimmt seinen Lauf.

Internationale Stücke auf Kölsch

Seit Oktober proben die zehn Kumede-Darsteller zunächst mit improvisierten Bühnenelementen an der turbulenten, rund zweistündigen Farce in zwei Akten – zu Beginn in Nippes und seit Februar in den Räumen des Kölner Theater- und Zikuspädagogischen Zentrums Latibul in Riehl. Ein paar Tage vor der Premiere werde dann die komplette Kulisse in der Volksbühne aufgebaut, sagt Spielleiterin und „Röschen“-Darstellerin Nina Blume. Neben den eigentlichen Spielszenen sei das eine der größten Herausforderungen.

Für das kölsche Mundarttheater hatte Susanne Kamp das rasante Originalstück „Suite Surrender“ des englischen Autors Michael McKeever aus dem Englischen ins Kölsche übersetzt und mit typisch kölschen Eigenarten und Gegebenheiten aufgearbeitet. Der englische Humor sei dem kölschen Humor zwar ähnlich, sagt sie – oft aber auch härter und distanzierter. Die Kölschen seien herzlicher, argumentierten bildhafter, neigten oft dazu, Dinge zu verniedlichen.

Seit drei Jahren verfolgt das Theater-Ensemble des Heimatvereins Köln den Weg, international bekannte Boulevardstücke zu adaptieren und in feinstem Kölsch auf die Bühne zu bringen. „Früher war es bei der Kumede Tradition, selbst geschriebene Schwänke aufzuführen“, erinnert sich Nina Blume. Aus der Sicht der Theaterverantwortlichen sei die Zeit aber vorbei. „Heute wollen wir’s ein bisschen moderner haben. In unseren jetzigen Stücken werden Menschen jeden Alters angesprochen“, sagt Blume. „Was bleibt, ist der Erhalt der kölschen Kultur, deren Eigenarten und natürlich die kölsche Sprache“, sagt sie.

Neues und jüngeres Publikum

Seit Jahren bemüht sich Kölns ältestes Mundarttheater darum, neue Mitglieder zu gewinnen und gleichzeitig sein Publikum zu verjüngen. Mit Erfolg. Denn immer wieder resultieren aus dem jährlich stattfindenden Casting neue Darstellerinnen und Darsteller. Neben Kumede-Urgestein Helmut Heinz, der seit vierzig Jahren auf der Bühne steht und über so manche Höhen und Tiefen des Vereins berichten kann, feiert in diesem Jahr Jefferson Fonseca de Souza sein Debüt als Hotelpage auf der kölschen Bühne. Seit fünf Jahren lebt der 31-jährige IT-Spezialist aus Brasilien in Köln, in der Stadt, die ihn „so herzlich aufgenommen und willkommen geheißen hat“.

Als sichtbaren Dank zeigt de Souza auf ein Dom-Tattoo auf seinem rechten Oberarm. „Janz fing gestoche“, sagt er. Links, das kölsche Grundgesetz, Artikel vier: „Wat fott es, es fott“. Mehr Liebe für die Stadt geht nicht. Als jüngstes Ensemblemitglied steht Virginia Rade als Diva-Assistentin Marie Nelles auf der Bühne. Als echt kölsch Mädche mache ihr das Theaterspielen bei der Kumede viel Spaß, sagt die 24-Jährige, die im letzten Jahr ihr Debüt feierte. Beruflich arbeite sie in einer Anwaltskanzlei, brauche den ehrenamtlichen Theaterjob als kreativen Ausgleich.

Im kommenden Jahr feiert die Kumede ihren 80. Geburtstag. „Das wird ausgiebig gefeiert“, freut sich Susanne Kamp. Die Jubiläumsaufführungen sind ab April 2027 geplant.

„Zoff em Grandhotel – Ein Diva kütt selden allein“, ab dem 8. Mai bis zum 14. Juni in der Volksbühne am Rudolfplatz. Karten gibt es für 34,40 Euro, ermäßigt 32,40 Euro, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet.

www.kumede.de www.koelnticket.de