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Kölner DomArbeiten für Neugestaltung des Domsockels laufen auf Hochtouren

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Der Bagger mit der großen hydraulischen Zange nimmt die Brüstungsteile ab.

Der Bagger mit der großen hydraulischen Zange nimmt die Brüstungsteile ab.

Sechs Millionen Euro kostet die Umgestaltung, die auch Ausstellungsflächen mit neuen Fensterflächen vorsieht und Platz für Steinlager schafft.

Es ist schweres Gerät nötig, um die teilweise massiven Teile von Treppen, Brüstung und Fassade abzunehmen. Alles für eine Neugestaltung des nördlichen Domsockels, der das Domumfeld zur Trankgasse hin beruhigen soll. Nach einigen Streitigkeiten, Verzögerungen und Entflechtungen laufen die Arbeiten, die schon 2024 hätten beginnen sollen, auf Hochtouren.

Die Trankgasse ist gesperrt.

Die Trankgasse ist gesperrt.

Ein Blick durch den Bauzaun zeigt vor allem rauen Beton. Für die Neugestaltung sieht die Stadt eine Bauzeit von zwei Jahren vor. Veranschlagt sind 6,7 Millionen Euro. Der Raum um den Sockel ist derzeit großflächig gesperrt, und es sind Umgehungen ausgeschildert. Die Stadt erklärte dazu: „Während der Bauzeit muss die Domplatte im Bereich des Baufelds für den Fußverkehr gesperrt werden. Eine Umleitung führt vom Bahnhofsvorplatz über die Trankgasse zum Roncalliplatz.“ Alternativ sei eine Umleitungsbeschilderung von der Domtreppe über die östliche Domumgebung weiterführend am Römisch-Germanischen Museum zum Roncalliplatz ausgewiesen.

Mehr Raum, ruhigere Umgebung

Für die Arbeiten mit großen Baggern musste die Stadt zudem die Trankgasse im Bereich des Domsockels halbseitig absperren. Die Neugestaltung hat zwei wichtige Elemente: Die Balkone oberhalb der Trankgasse (im großen Bild) entfallen. Sie werden entfernt. Die Brüstung wird dann bis an die Straße heran gebaut, zudem erhält die Fassade zwei Fensterflächen, die ebenso wie die bereits vorhandenen Flächen in Richtung Kurt-Hackenberg-Platz als Ausstellungsfläche dienen sollen. Einzig die Ausfahrt der Tiefgarage bleibt frei, doch eben diese Aussparung in der neuen Gestaltung sorgt dafür, dass die Treppe nicht durch einen barrierefreien Aufgang ersetzt werden kann. Der Winkel ist zu steil.

Die Stadt erklärt zu dem Raum, der sich unterhalb des Domsockels bildet: „Durch die neue Gestaltung entsteht ein Raum zwischen alter und neuer Sockelwand. Diesen wollen wir der Dombauhütte als Steinlager zur Verfügung stellen.“ Vor der heißen Phase der Bauarbeiten für den neuen Domsockel nutzte die Stadt die gesperrte Fläche auch für Arbeiten in der Tiefgarage unter dem Dom. Dabei ist zumindest der erste Problemfall gelöst: Wie die Stadt auf Anfrage der Rundschau bestätigt, mussten schadhafte Stützen im seit August gesperrten Bauteil D – also dem Abschnitt der Tiefgarage, der unterhalb des Domsockels und der Domplatte liegt repariert werden. Hier stehen laut einer Sprecherin der Stadt nur noch Restarbeiten aus. „Die Sanierungsarbeiten an den Rundstützen in Bauteil D wurden im Januar abgeschlossen“, erklärt sie.

Kölner Dom: Weiter Probleme in der Tiefgarage

Allerdings sind bei den weiteren Untersuchungen weitere Probleme in dem Tiefgaragenabschnitt aufgekommen: „Bei den parallel erfolgten vertiefenden Untersuchungen an den Betonbauteilen in Bauteil D wurden weitere Mängel festgestellt“, so die Sprecherin. Dies betreffe beispielsweise den sogenannten Unterzug, der aus fachlicher Sicht zu sanieren sei, bevor dieser Bereich der Tiefgarage wieder freigegeben werden könne.

Probleme mit dem Unterzug sind eine logische Konsequenz aus den Problemen mit den Stützen. Wie die Rundschau berichtete, dringt Wasser in die Betonteile ein, mit Salzen im Winter kann das zu Reaktionen des Stahls im Beton und Korrosionsschäden führen. „Diese Arbeiten werden kurzfristig durchgeführt und nach aktuellen Schätzungen bis zum Sommer andauern“, erklärt die Stadtsprecherin.

Die weiteren Ergebnisse der vertiefenden Untersuchungen in der Garage sollen in einer Generalsanierung umgesetzt werden. Dabei seien weitere Sperrungen nur bei dringendem Handlungsbedarf in Bezug auf die Standsicherheit angedacht. „Aus den Ergebnissen der weiteren Untersuchungen wird die Sanierungsplanung für die Tiefgarage Am Dom abgeleitet. Der Zeitpunkt des Beginns der Arbeiten wird Gegenstand der weiteren Ausführungsplanung sein“, so die Sprecherin. Sobald alle Ergebnisse vorliegen und die Planung steht, sollen auch die politischen Gremien informiert werden.