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WeihnachtsmärkteGroßer Andrang am ersten Adventswochenende in der Kölner City

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Heumarkt

Groß war der Andrang auf dem Weihnachtsmarkt am Heumarkt

Bis zu 200 Touristenbusse erwartet die Stadt an diesem Samstag. Die City ist voll, das große Chaos ist ausgeblieben.

Wer es aufs Eis im "Heinzels Wintermärchen" geschafft hat, kann durchatmen. Auf Kufen gleitend ist erheblich mehr Bewegungsfreiheit drin als wenige Meter weiter  an den Ständen des Weihnachtsmarktes, vor den  Glühweintöpfen, vor gefilzter Handwerkskunst oder deftig duftendem Flammlachs. Köln erlebt an diesem Samstag den ersten großen Ansturm der Adventszeit. Am Nachmittag ist die Stadt sehr voll, und wer mit dem Auto kommt, braucht gute Nerven.

Die Weihnachtsmärkte sind teilweise schon über eine Woche geöffnet. Doch bei klirrender Kälte dürften sich erst mit dem ersten Advent vorweihnachtliche Gefühle einstellen. Die Stadt rechnet mit fünf Millionen Besuchern auf allen Märkten bis Heiligabend. Kennzeichen aus Belgien und Frankreich sind schon an diesem Samstag viele zu sehen, auch britische Stimmen sind überall zu vernehmen. „Das ein oder andere Weihnachtslied läuft schon“, sagt Susanne  aus Saarbrücken über ihr adventliches Stimmungsbarometer.  Sie ist mit ihrer Freundin zu Besuch in der Stadt und schaut auf eine entspanne Vorweihnachtszeit mit Urlaub bis Neujahr. „Wir haben ein Hotel in Lövenich und sind ganz entspannt in die Stadt hereingefahren.“

Autofahrer brauchten da schon mehr Geduld. Erstmals hatte die Stadt die Deutzer Brücke den ganzen Tag über stadteinwärts gesperrt. Damit sollte Platz geschaffen werden für die Shuttle-Busse, die Besucher vom Messeparkplatz P22 in die City brachten. Das klappt offenbar. Am Nachmittag blieb ein großer Rückstau aus, auch die Severinsbrücke war weitgehend frei. Am Spätnachmittag staute sich aber eine Blechlawine auf der Cäcilienstraße.

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Schon am Vormittag hatten sich die Parkhäuser in Windeseile gefüllt. „Hier war es schon um 12 Uhr voll“, sagt die Verkehrskadettin Nora, die Autofahrer nahe der Deutzer Brücke den Weg zu den freien Häusern an der Cäcilienstraße wies. Die Stadt hatte zahlreiche Helfer mit gelben Warnwesten aktiviert, um halbwegs für Ordnung im ersten Ansturm zu sorgen. Erste Bilanz: Das gelang ganz gut. Manch einer lasse sich aber nicht davon abhalten, ins überfüllte Parkhaus zu fahren , sagt die Helferin. Der Frust komme dann eben später.

Kleine Kunstwerke verkauft Caroline am Stand von „Domglas“ am Heumarkt. Die Gläser haben eine Tanzmarie, Geißbock Hennes oder natürlich die Domspitzen eingearbeitet. Jedes Glas ist ein Unikat und handgefertigt, verspricht die Händlerin. So viel gläserner Lokalpatriotismus zieht auch einheimische Besucher an. "Wir haben schon gut verkauft", sagt die junge Frau und lächelt durch eine Christbaumkugel mit Domtürmchen. Zwischen 35 und 350 Euro kosten die edlen Objekte. Es gibt insgesamt fünf Stände der Bergisch Gladbacher Manufaktur auf den Märkten.

Voll war es auch auf dem Weihnachtsmarkt am Dom, wo die umliegenden Dauerbaustellen des Dom-Hotels und des Römisch-Germanischen Museums für nüchterne Sachlichkeit sorgen. „Teilweise kommt man kaum durch heute, aber die Stimmung ist sehr entspannt“, sagt Anna Scheffer. Die 29-Jährige kommt aus Mönchengladbach, arbeitet  als Marktmeisterin in der Altstadt und ist Ansprechpartnerin für alle Händler. „Da kann mir nicht kalt werden, weil ich immer in Bewegung bin.“ Die Stimmungslage der Händler bei frostigen Temperaturen: herzerwärmend.

An diesem Sonntag haben die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

Gut gefüllt, aber weniger dicht waren auch die zentralen Einkaufsstraßen, die Schildergasse und die Hohe Straße. „Wir haben es schon schlimmer erlebt“, sagen Dagmar und Wolfgang Birk aus Biedenkopf im Saarland.  Das Paar kommt jedes Jahr an Weihnachten nach Köln. „Weil wir die Vielfalt der Weihnachtsmärkte so schön finden.“ Wolfgang Birk hat noch eine andere Motivation: Er ist glühender FC-Fan. Da sorgte der ersehnte Auswärtssieg am Freitagabend für einen zusätzlichen Stimmungsaufheller.

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