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Aktion auf dem Kölner NeumarktWie der ADAC Schulkindern den „Toten Winkel“ erklärt

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Das gelbe Dreieck auf dem Boden markiert den „Toten Winkel“, also den Bereich, der auf dem Lkw nicht einsehbar ist.

Das gelbe Dreieck auf dem Boden markiert den „Toten Winkel“, also den Bereich, der auf dem Lkw nicht einsehbar ist.

Seit 2009 organisieren der ADAC Nordrhein, die Stadt Köln und die Kölner Polizei diese Aktion, um Kinder für Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren.

Mitten auf dem Neumarkt hat der ADAC einen Lkw geparkt und direkt daneben ein großes gelbes Dreieck auf den Boden geklebt. Dicht aneinandergedrängt hat darin eine ganze Schulklasse Platz. Das gelbe Dreieck steht für den sogenannten „Toten Winkel“, also den Bereich, der aus dem Lkw heraus nicht einsehbar ist. Die Kinder staunen. „Boah, ist das ein großer Bereich.“

Dem ADAC geht es darum, dem Nachwuchs zu zeigen, wie gefährlich Unachtsamkeit im Straßenverkehr sein kann. Egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder inzwischen auch immer häufiger mit dem E-Scooter - jeder ist Teil des Verkehrs und kann in gefährliche Situationen geraten. 

Im Mittelpunkt steht bei der Aktion der „Tote Winkel“ des Lkws. Mehrere vierte Schulklassen sind am Dienstagmorgen zum Start der Verkehrssicherheitsaktion auf dem Neumarkt zusammengekommen. Seit 2009 organisieren der ADAC Nordrhein, die Stadt Köln und die Kölner Polizei diese Aktion, um Kinder für Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren. In den vergangenen Jahren wurden bereits mehr als 3300 Grundschulklassen mit über 70.000 Schülerinnen und Schülern geschult.

Aktion des ADAC: Kinder dürfen am Steuer des Lkw Platz nehmen

Auf dem Neumarkt erklärt ein ADAC-Mitarbeiter den Kindern anhand einer Skizze spielerisch, wie der „Tote Winkel“ entsteht und warum er so gefährlich ist. Danach dürfen die Kinder selbst hinter das Steuer des Lkws steigen. So erleben sie aus der Perspektive des Fahrers, wie schwer es ist, den Überblick über alle Bereiche rund um den Lkw zu behalten. Dabei wird schnell deutlich, wie mächtig so ein Fahrzeug auf der Straße wirkt, fast wie ein „Elefant im Porzellanladen“. Gleichzeitig merken die Kinder, wie wenig Handlungsspielraum Lkw-Fahrer manchmal haben und wie schnell Fehler passieren können, die vorher niemand auf dem Radar hat.  „Es gibt keinen Ort in Köln, an dem solche Unfälle besonders häufig passieren“, sagt ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold. „Es kann jederzeit und überall passieren.“

Wie real diese Gefahr ist, zeigt sich am Tag der Aktion. Wenige hundert Meter entfernt vom Neumarkt wird eine Frau mit ihrem E-Scooter von einem abbiegenden Kleinlaster erfasst und schwer verletzt. Ein Feuerwehrfahrzeug, das ursprünglich zur Demonstration für die Kinder auf dem Neumarkt gedacht war, wurde für den Einsatz benötigt, bevor es später wieder für die Vorführung zurückkehrte.

Nach dem Auftakt auf dem Neumarkt geht das Projekt weiter. Bis zu den Sommerferien sollen rund 330 weitere Schulklassen besucht werden. Insgesamt sollen dabei etwa 7000 bis 7500 Kinder teilnehmen.