Köln – Etwas außergewöhnlich mutet die Krippe ja schon an–inmitten von Schutt und Asche der zerbombten Kölner Altstadt finden Maria und Joseph Zuflucht in den Ruinen von Groß St. Martin. Statt der Heiligen Drei Könige, bringen Heimkehrer, Trümmerfrauen und Kinder die Gaben zum Jesuskind.
„Köln nach dem 2. Weltkrieg“ ist das diesjährige Thema der „Friedenskrippe“ im Hauptbahnhof, die wie jedes Jahr schon durch ihre Größe zu einer der Attraktionen des Kölner Krippenwegs zählt.
Zum 23. Mal werden an 120 Stationen in ganz Köln Krippen aus aller Welt ausgestellt. Aber auch die Materialien unterscheiden sich stark: Egal ob aus Lego-Steinen gebaut wie in der Crux-Kirche St. Johann Baptist, lebensgroß in Schokolade gegossen wie im Foyer des Schokoladenmuseums oder als Stoffcollage gefertigt wie in der Schneiderrei „Schmitt Paramente“.
Bahnhofsmission Köln stellt erstmalig aus
Bis Dreikönig
Der 23. Kölner Krippenweg findet bis zum 6. Januar statt. Ab dem 26. November ist das Begleitheft mit allen Standorten und einer Übersicht der Führungen bei Köln Tourismus, der Bahnhofsbuchhandlung und auf den Weihnachtsmärkten am Dom und am Neumarkt für drei Euro erhältlich. Weitere Informationen sind unter www.koelner-krippenweg.de verfügbar. (lk)
„Wir freuen uns, dass wir in dem 60. Jahr der Ringpartnerschaft auch Krippen aus unseren Partnerstädten Lille, Lüttich, Rotterdam und Esch-sur-Alzette in der ganzen Stadt zeigen können“, freut sich Organisatorin Caroline Maria Weber. Krippen aus diesen Städten sind entlang der „Via Culturalis“, die sich vom Kölner Dom bis hin zur Basilika Sankt Maria erstreckt. Der pensionierte Paul Nilles aus Esch-sur-Alzette hat aus seiner Zahnarztpraxis ein Krippenmuseum gemacht, und stellt elf seiner 731 Sammelstücke im Bürgerbüro aus. „Als ich von dem Projekt erfahren habe, war ich direkt begeistert “, sagt Nilles. Im Bahnhof gibt es neben der „Friedenskrippe“, der Krippe in der Apotheke im Bahnhof und der in der Radstation eine weitere Attraktion. Die Bahnhofsmission Köln, die seit 199 Jahren als Anlaufstelle für Bedürftige und Schutzsuchende aktiv ist, stellt zum ersten Mal eine Krippe aus.
Die „Mission: Krippe“ stellt unterschiedliche Situationen am Bahnhof nach, so ist beispielsweise die „Heilige Familie“ als Flüchtlingsfamilie dargestellt, „denn auch sie musste vor Gewalt fliehen“, erklärt Ann Christin Frauenkron, stellvertretende Leiterin der Bahnhofsmission.