Das WDR-Produktionsgelände in Bocklemünd soll bis 2035 abgewickelt werde. Auch die Bavaria Studios größter Mieter sind betroffen.
Aus für Kölner HollymündWDR verkauft Produktionsgelände – Ende einer Ära

Bis zum Jahr 2035 soll das Produktionsgelände in Bocklemünd verkauft sein. Dies gab der WDR bekannt.
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Es ist das Ende einer Ära: Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) wird sein Produktionsgelände in Bocklemünd bis 2035 verkaufen. Zuletzt wurden hier unter anderem der „Kölner Treff“, die „Die Große Maus Show“, „Quarks“ und „Tiere suchen ein Zuhause“ gedreht. Zudem wurde die Kultserie „Lindenstraße“ dort produziert, außerdem die Reality-Show „Promi Big Brother“.
Vier der sechs großen Produktions-Studios im Zentrum des Standortes Bocklemünd werden zurzeit von den Bavaria Studios als größter Mieterin genutzt. Dort nahm man die Ankündigung gelassen: „Ein möglicher Eigentümerwechsel bedeutet nicht unbedingt eine Veränderung der bestehenden Nutzung“, erklärte ein Bavaria-Sprecher. Im Übrigen eröffne der vom WDR benannte Umsetzungszeitraum ausreichend Spielraum, um mögliche Handlungsoptionen sorgfältig zu prüfen. „Unabhängig davon bleibt der Standort Köln für die Bavaria Studios ein unverändert hoch attraktiver Medien- und Produktionsstandort mit großem Zukunftspotenzial“, so die Bavaria.
Studios nur kleiner Teil des Geländes
Die Studios sind allerdings nur der kleinere Teil des Geländes. Dort sind unter anderem die Versorgungszentrale, das Lager für die Außenübertragungen, die Kfz-Werkstätten sowie die ehemalige Gebühreneinzugszentrale (heute umbenannt in Zentraler Beitragsservice) als Mieterin und diverse Lager und Requisiten untergebracht. Das gesamte Gelände umfasst eine Fläche von rund 500.000 Quadratmetern, in etwa 70 Fußballfelder. Allerdings sind viele dieser Flächen noch unbebaut und bieten viel Potenzial für Weiterentwicklung.
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Das Gelände in Bocklemünd
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Angesichts des akuten Flächenmangels auch für Dienstleister und Gewerbe interessant, die sich in Köln ansiedeln oder ihren Standort hier vergrößern wollen. Dass das gesamte Gelände an einen alleinigen Investor geht, erscheint angesichts der Größe unwahrscheinlich. Eher, dass einzelne Parzellen an verschiedene Parteien gehen und das Areal aufgesplittet wird. Selbst wenn ein Teil des Geländes auch weiterhin für Film- und Fernsehaufnahmen genutzt werden würde, rein flächenmäßig wird man angesichts fortschreitender Digitalisierung kaum mehr in denselben Dimensionen denken wie bisher.
Ein weiterer Erhalt des Standortes ist für den WDR schlichtweg unwirtschaftlich.
Der WDR will seine Kräfte nun vornehmlich in der Innenstadt bündeln. Dort wird seit geraumer Zeit unter anderem das Filmhaus mit großem Aufwand modernisiert. „Die großen Flächen in Bocklemünd sind angesichts schlanker und digitaler Produktionsprozesse nicht mehr ausgelastet. Das Vorhaben basiert auf einer internen Bedarfsanalyse sowie einer unabhängigen Wirtschaftlichkeitsprüfung“, erklärt WDR-Intendantin Katrin Vernau. Das Betriebsgelände in Bocklemünd passe nicht mehr zu den Anforderungen eines digitalen, smarten Produktionsbetriebs. „Ein weiterer Erhalt des Standortes ist für den WDR schlichtweg unwirtschaftlich,“ so Vernau.
Im nächsten Schritt werde nun ein WDR-Projektteam gemeinsam mit Mitarbeitenden und Personalrat den Bedarf und die Möglichkeiten von alternativen Standorten für die in Bocklemünd ansässigen Bereiche analysieren. Dazu zählen laut WDR die Abteilungen Veranstaltungstechnik und Ateliers, Multimedia und Großproduktion, On-Air-Design, Dokumentation und Archive, Kfz- und Transportservice, Aus- und Fortbildung, zwei Hallen für Studioproduktionen, das Instrumentenlager sowie der WDR Innovation Hub und der Gebäudebetrieb. Mieterinnen sind der Zentrale Beitragsservice, die Produktionsgesellschaft Bavaria Studios und die Film- und Theater-Ausstattung GmbH.
