Der Kölner Zoll entdeckte Ketamin im Wert von einer Million Euro in Gartenzwergen und verzeichnet steigende Drogenfunde.
Spektakulärer FundKölner Zoll findet Partydroge in goldenen Gartenzwergen

Die Füße der Gartenzwerge kamen den Beamten verdächtig vor.
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Das ist ein besonderer Fund: Der Zoll am Flughafen Köln/Bonn hat rund 25 Kilogramm der Droge Ketamin entdeckt – versteckt in fünf goldenen Gartenzwergen. Die Drogen hätten laut Zoll einen Wert von rund einer Million Euro gehabt. Die Gartenzwerge in vier Paketsendungen waren vor knapp einem Monat auf ihrem Weg aus Süddeutschland Richtung Kanada und Australien am Flughafen Köln/Bonn kontrolliert worden. „Bereits auf den Röntgenbildern waren erste Auffälligkeiten erkennbar“, sagte Jens Ahland vom Hauptzollamt Köln. „Deutliche Veränderungen an den Füßen“ hätten die Kollegen dann zur kriminellen Füllung der Zwerge geführt.
Ketamin ist laut Zoll auf dem Schwarzmarkt halb so teuer wie Kokain und wird daher zunehmend als Partydroge konsumiert. Für Kokain werde für ein Gramm etwa 80 Euro gezahlt, bei Ketamin für ein Gramm etwa 40 Euro. Als Partydroge ist Ketamin vor allem beliebt, weil es Euphorie und Rauschgefühle auslösen kann und halluzinogene Zustände erlebt werden können. Im Gegensatz zu anderen Drogen wird Ketamin demnach oftmals von Europa nach Übersee geschmuggelt und nicht umgekehrt. Im vergangenen Jahr wurden alleine vom Kölner Zoll 1,3 Tonnen Ketamin in einem Wert von 54 Millionen Euro entdeckt. Dabei geht der Zoll davon aus, dass nicht alleine auf dem Kölner Markt verkauft wird, sondern in andere Städte in Deutschland oder ins Ausland gebracht wird.
Beschuldigter wollte flüchten
Bei einem weiteren Fund der Drogen bewiesen die Fahnder wieder einmal das klassische kriminalistische Gespür: Vor einer Woche erst fand der Kölner Zoll in einem niederländischen Taxi an der A3 Höhe Siegburg 33 Kilo Ketamin im Gepäck des Fahrgastes (36). Die 30 Vakuumbeutel waren als Tarnung in Geschenkpapier eingewickelt. „Der Fahrgast wollte flüchten. Doch die Kollegen haben ihn schnell gefasst“, erklärte Ahland. An Ideen die Partydroge zu verstecken mangelt es den Täter nicht. So fanden die Ermittler kürzlich Ketamin in Verpackungen für Reinigungssalz oder Katzenstreu.
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Wie der Zoll weiter berichtete, entwickelt sich der Airport Köln/Bonn immer mehr zu einem Umschlagplatz für Drogen. Allein im vergangenen Jahr wurden am Flughafen zehn Tonnen Drogen gefunden, die zum allergrößten Teil aus Nordamerika kommen. Das ist ungefähr eine Verzehnfachung im Vergleich zu 2022.
Die Zöllner hatten im Jahr 2022 zum ersten Mal eine Tonne Cannabis beschlagnahmt. 2023 waren es mehr als zwei Tonnen, 2024 waren es mehr als vier Tonnen. Im Jahr 2025 sind die Zahlen mit zehn Tonnen rasant in die Höhe geschnellt. „Das ist eine irre Entwicklung. Wir erleben im Moment eine Schwemme an Marihuanasendungen aus den USA. Wir werden damit geflutet, anders kann man das nicht sagen“, sagte Ahland. Rund 90 bis 95 Prozent davon würden aus den USA kommen. Allein in der Nacht zum Dienstag kamen 15 Marihuana-Sendungen in Köln an. „Wir finden jede Nacht am Flughafen Drogen“, stellte Ahland klar. Der Airport ist eines der größten Drehkreuze für Luftfracht in Europa. 600.000 bis 700.000 Pakete kommen jede Nacht in Köln an. Auch in den Niederlanden, Belgien und anderen EU-Ländern habe die beschlagnahmte Menge deutlich zugenommen.
