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KVB-Linien 1, 7 und 9 Köln soll U-Bahn-Tunnel zwischen Heumarkt und Neumarkt bekommen

Wo die Haltestelle Heumarkt steht, könnte laut einem der Planungsmodelle der Tunnel unter der Cäcilienstraße beginnen.

Wo die Haltestelle Heumarkt steht, könnte laut einem der Planungsmodelle der Tunnel unter der Cäcilienstraße beginnen. 

Das Thema brauchte Zeit. Nach dem Archiveinsturz im Jahr 2009 war erst einmal an einen neuen U-Bahn-Tunnel in Köln nicht mehr zu denken. Dabei sind sich alle verkehrspolitischen Sprecher der Ratsfraktionen darin einig: Ohne einen Tunnel sind die Probleme auf den Linien 1,7 und 9, also auf der sogenannten Ost-West-Achse, nicht zu lösen. Doch an die Diskussion, wie lange dieser Tunnel werden soll, ob er vom Heumarkt bis zum Neumarkt, oder gar bis zum Aachener Weiher reichen muss, wollte sich noch im vergangenen Jahr keiner öffentlich heranwagen.

Allerdings zeichnet sich jetzt nach Informationen der Rundschau eine Lösung ab – sogar eine schnelle. Schon im Mai und im Juni sollen sich der Verkehrsausschuss und der Rat mit einer konkreten Planung beschäftigen. Und zwar mit der Minimalvariante: Einem Tunnel vom Heumarkt bis vor den Neumarkt, der bis 2025 fertiggestellt sein könnte.

„Entscheidungen zur Ost-West-Achse sind nötig“

Es war wohl nicht zuletzt die neue Verkehrsdezernentin Andrea Blome, die das Thema nochmals vorbehaltlos angegangen ist. Angesichts dieser Initiative sagt KVB-Chef Jürgen Fenske auf Nachfrage der Rundschau: „Vor dem Hintergrund der Nachfrageentwicklung sind bekanntlich Entscheidungen zur Ost-West-Achse notwendig. Ich gehe davon aus, dass die Stadt im ersten Halbjahr 2017 mit diesem Thema in die politischen Gremien gehen wird.“

Und die Lösung, mit der sich in Vorgesprächen der größte gemeinsame politische Nenner herstellen ließ, ist ein Tunnel, der von Osten aus kommend hinter der linksrheinischen Rampe der Deutzer Brücke, etwas vor der heutigen überirdischen Haltestelle Heumarkt, unter der Erde verschwindet. Dort schließt die Bahntrasse an die unterirdische Haltestelle Heumarkt an, die der Volksmund aufgrund seiner Tiefe von über 20 Metern und der hohen Decken auf den Namen „Kathedrale“ getauft hat.

Autoverkehr soll in beide Richtungen über Cäcilien- und Hahnenstraße fließen

Am Grund dieser Haltestelle hält bisher nur die Linie 5, als Teil der Nord-Süd-Stadtbahn. Ganz so tief müssen die Linien 1,7 und 9 nicht runter. Für die Ost-West-Achse wurden beim Bau der „Kathedrale“ bereits Anschlüsse auf der Zwischenebene geschaffen. Auf dieser Ebene würde der neue Tunnel unter der Cäcilienstraße langlaufen, um dann auf Höhe des Kunsthauses Lempertz wieder an die Oberfläche zu kommen, also noch vor dem Neumarkt.

Nach Rundschauinformationen ist bei den Plänen vorgesehen, dass keine Straße mehr um die nördliche Seite des Neumarktes herumführen soll. Der Autoverkehr würde dann in beide Richtungen über die Cäcilien- und Hahnenstraße fahren. Dateilplanungen, wie dann beispielsweise die Parkhäuser in der Richmodstraße und der Wolfsstraße zu erreichen sind, liegen noch nicht vor.

Warum keine Verlängerung bis zum Aachener Weiher?

Dadurch könnte aber der Neumarkt neu gestaltete werden. Die Verkehrslage auf der Cäcilienstraße wird entschärft. Auf ihr kommt es immer wieder zu Unfällen zwischen Stadtbahnen und Pkw, weil Autofahrer versuchen, über die Gleise hinweg zu wenden. Solche Unfälle legen regelmäßig weite Teile des KVB-Netzes lahm. Die Kreuzung mit der Nord-Süd-Fahrt könnte entschärft werden, wenn die Bahn nicht mehr kreuzt.

Doch warum wird der Ost-West-Tunnel nicht gleich bis zum Rudolfplatz oder Aachener Weiher geplant? Wie zu vernehmen ist, sind es vor allem Bauzeit und Kosten, die die Entscheider abschrecken. So müsste beispielsweise vor dem Rudolfplatz unterirdisch noch ein Abzweig für die Linie 9 geschaffen werden.