Alarm in der MittagspauseFliegerbombe in Köln-Lindenthal erfolgreich entschärft

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Das Ordnungsamt am Aachener Weiher.

Trotz des sonnigen Frühlings-Wetters war der Aachener Weiher in Köln wegen eines Bombenfundes am Donnerstag abgeriegelt.

In Köln-Lindenthal musste ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden.

Bombenentschärfungen sind in Köln fast an der Tagesordnung. Umso verdutzter schauten am Donnerstagmittag viele Kölner auf ihre Handys, als ein schriller Warnton ertönte. Zu lesen war: „Gefahr durch Bombenfund in Lindenthal“. Drohte der Sprengkörper zu explodieren? Sind Menschen in großer Gefahr? Einige Kölner wählten den Notruf und fragten bei der Feuerwehr nach.

Bei Bauarbeiten wurde am Donnerstagvormittag ein Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.

Bei Bauarbeiten wurde am Donnerstagvormittag ein Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.

Warnsystem „Cell Broadcast“ ausgelöst

Es stellte sich heraus: Um die Bürger auf den Fund der Weltkriegsbombe aufmerksam zu machen, wurde das Warnsystem „Cell Broadcast“ ausgelöst. Wie die Stadt mitteilte, wurde dieses Warnsystem versehentlich von der Feuerwehr ausgelöst. „Es war ein Bedienfehler“, erklärte eine Sprecherin der Stadt. Üblicherweise wird das neue System nur bei großen Gefährdungslagen, wie etwa einem großen Chemieunfall, ausgelöst.

Anlass für die Einführung von Cell Broadcast in Deutschland waren die heftigen Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli 2021, bei denen es über hundert Tote gab. Die Flutkatastrophe hatte gezeigt, dass die Warn-Apps und klassischen Sirenen nicht ausgereicht hatten, um die Bevölkerung flächendeckend vor der Gefahr zu warnen. „Kein anderes System erreicht im Notfall so viele Menschen in einem Gefährdungsgebiet“, sagte Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas bei der Einführung im Februar 2023. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) teilte damals mit, es sei „ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes erreicht“. In Köln sind viele Bürger zunächst einmal aufgeschreckt worden, obwohl es keine große Gefährdungslage gab.

Für die Mitarbeiter des Ordnungsamtes war der Bedienfehler bei der Feuerwehr erst einmal zweitrangig. Weil der Aachener Weiher im Sicherheitsradius lag, mussten die Einsatzkräfte die Menschen bei allerbestem Frühlingswetter bitten, die Fläche zu verlassen. Das Ordnungsamt fuhr mit Krädern über das Areal und bat die Sonnenanbeter zu gehen. Manche waren mit der Maßnahme nicht zufrieden, aber das Ordnungsamt setzte sich freundlich und bestimmt durch. Besonders eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes weiß nach Ende der Schicht, was sie getan hat. Immer wieder lief die Frau an einer Einfahrt zum Aachener Weiher von einer Seite zur anderen und stoppte die Radfahrer.

Gestoppt wurden dann am Nachmittag auch viele Autofahrer. Rund um den Fundort der amerikanischen Fünf-Zentner-Bombe an der Universitätsstraße 42 sind umfangreiche Sperrungen eingerichtet worden. Betroffen waren Teile der Dürener Straße, Kerpener Straße, Bachemer Straße und weitere kleinere Straßen in dem Bereich. Auch die viel befahrene Universitätsstraße ist gesperrt worden. Insgesamt waren rund 1000 Anwohner von den Sperrungen betroffen gewesen, sie mussten ihre Wohnungen verlassen. Um kurz vor 18 Uhr konnte die Bombe entschärft werden.

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