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MobilitätsbefragungWie Corona den Verkehr in Köln verändert hat

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Ein Radfahrer fährt über die Kölner Severinsbrücke. 

Köln – Eine Pandemie, der Einzug der E-Scooter in Köln und auch die Umgestaltung von Radwegen – all das nimmt immensen Einfluss auf das Verkehrsgeschehen in einer Großstadt. Fünf Jahre ist es her, seit dem die Verwaltung das Verkehrsverhalten der Bürger zuletzt studiert hat, nun schreibt sie 60 000 zufällig ausgewählte Haushalte an, um den neuesten Entwicklungen auf die Spur zu kommen. Bei der Befragung geht es besonders darum, die Verteilung der Wege auf die benutzten Verkehrsmittel zu erheben, in der Fachsprache heißt das „Modal Split“. Die Untersuchung führt das Planungsbüro „PB Consult“ durch.

Was wird erfragt?

Dafür können die ausgewählten Kölner und Kölnerinnen eine Art Verkehrstagebuch anlegen – auf freiwilliger Basis und anonym, wie die Verwaltung schreibt. Neben demografischen Angaben wie Alter und Personenanzahl im Haushalt möchte die Stadt wissen, welche Verkehrsmittel überhaupt zur Verfügung stehen. Autos, Fahrräder oder sogar Lastenräder, Anbindung an den Nahverkehr und vieles mehr. Dazu erhält jeder ausgewählte Haushalt einen Wochentag, an dem als Beispiel die zurückgelegten Wege aufgelistet werden sollen. Ob es der Schulbus ist, die Bahn oder das Auto zur Arbeit oder der E-Roller zum Fußballtraining, all diese Daten sind laut Stadt „von erheblicher Bedeutung“, deswegen bittet die Verwaltung um rege Teilnahme.

Wie sieht die Situation zur Zeit aus?

In den vergangenen fünf Jahren hat sich viel getan in der Stadt. Allen voran die E-Scooter, die seit 2019 auf den Straßen Kölns unterwegs sind. Besonders in der Innenstadt sind mittlerweile unzählige mietbare Tretroller unterwegs. Erst im April stellte die Stadt neue Gebühren für E-Scooter vor und plante mit insgesamt rund 13 000 Elektrorollern im Stadtgebiet.

Der Radverkehr boomte zu Beginn der Pandemie, ging 2021 aber wieder stark zurück. So verzeichneten die zwölf Zählstellen der Stadt im vergangenen Jahr rund 12,7 Millionen Fahrradbewegungen. Im Jahr davor waren es noch knapp 12,3 Millionen Radfahrten. Die Zählstellen erfassen jedes vorbeifahrende Fahrrad. Besonders stark zurück ging der Radverkehr während der Pandemie an klassischen Ausflugsstrecken, so zählte die Station 2021 an der Alfred-Schütte-Alle in Poll 193 629 Radfahrer weniger als im Vorjahr.

Pkw

155 Autos, so viele – oder wenige – kamen von 2020 auf 2021 im Pkw-Bestand der Stadt Köln hinzu. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 486 830 Pkw in Köln gemeldet. Dabei machten die Elektro- und Hybridfahrzeuge einen sehr geringen Anteil von gerade einmal 38 066 Pkw aus.

Zuvor stieg die Anzahl an Autos deutlich stärker an, 2018 waren es noch 476 270. Experten gehen davon aus, dass die Entwicklung durch den verringerten Zuwachs auf einen Scheitelpunkt hinausläuft und der Bestand anschließend sogar abnehmen könnte. (rom)

Die Zahl der Autos steigt in Köln jährlich weiter, doch die Zunahme wird immer geringer (siehe Infokasten). Bei den Kölner Verkehrs-Betrieben machte sich die Pandemie besonders bemerkbar. Die KVB verzeichnete jedes Jahr Fahrgastrekorde – zuletzt 2019 mit 286 Millionen Fahrgästen. Doch 2020 brachen die Zahlen gravierend ein. 2020 waren es nur noch 167,7 Millionen Fahrgäste, im Jahr darauf 171,7 Millionen. Gleichzeitig erreichte die Strecke 2021 mit 59,6 Millionen Kilometern ein neues Hoch.

Was geschieht mit den Ergebnissen?

Zuletzt gaben die Kölner 2017 Auskunft über ihre Verkehrsverhalten. Die neue Mobilitätsbefragung soll dynamische Veränderung sichtbar machen, unter anderem durch das vermehrte Arbeiten im Homeoffice oder neue Mobilitätsangebote wie die E-Scooter.

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Die Erkenntnisse fließen anschließend in einen neuen Mobilitätsentwicklungsplan ein, der eine Planungsgrundlage für die nachhaltige Weiterentwicklung der Mobilität im Stadtgebiet sein soll. Das bisherige Konzept, das Strategiepapier „Köln mobil 2025“ aus dem Jahre 2014 kommt damit auf den Prüfstand und muss vermutlich im Anschluss erweitert oder angepasst werden. Mit dem Konzept hatte die Stadt sich damals das ambitionierte Ziel gesetzt, bis 2025 einen Verkehrsmix aus zwei Dritteln Umweltverbund und nur noch einem Drittel Pkw-Verkehr zu erreichen.