Es ist ein Hoffnungsschimmer für marode Sportstätten in Köln: Die Stadt bekundet für elf Projekte Interesse an Bundesmitteln aus der Sportmilliarde.
Köln bekundet InteresseSo könnte Geld aus der Sportmilliarde das Waldbad Dünnwald retten

Waldbad Dünnwald
Copyright: Freies Ortskartell Köln-Dünnwald
Die Stadt versucht, Fördermittel aus der sogenannten Sportmilliarde der Bundesregierung zu erhalten. Dazu hat sie fristgerecht am Mittwoch eine Liste mit Projektskizzen beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung eingereicht. Für insgesamt elf Projekte möchte die Stadt eine Förderung beantragen. Das Pikante: Eingereicht wurde die Interessenbekundung buchstäblich im letzten Moment. Die Frist lief am Donnerstag aus.
Nur durch eine Dringlichkeitsentscheidung, die durch Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) und ein Ratsmitglied genehmigt wurde, war es möglich, die Frist einzuhalten. Man würde die „positive Beschlussfassung“ des Rates zur Interessenbekundung voraussetzen, heißt es in der Begründung der Verwaltung. In der Ratssitzung am 5. Februar soll die Politik die Interessensbekundung billigen. Die elf eingereichten Projekte haben ein Gesamtvolumen von rund 30 Millionen Euro. „Mit diesem Volumen kommt endlich Zug in die Förderung“, sagt der Vorsitzende des Sportausschusses, Oliver Seeck (SPD).
Stadt hofft auf Entlastung
Grundsätzlich geht es momentan nur darum, dass Köln beim Wettkampf um das Verteilen der Bundesmittel überhaupt mit im Rennen ist. Der Haushaltsausschuss des Bundestages beschließt, welche Projekte eine Runde weiterkommen. „In der zweiten Phase folgt die eigentliche Beantragung der Bundesförderung in Form eines Projektantrags“, erläutert die Stadt. Sie geht davon aus, dass längst nicht alle Projekte ausgewählt werden.
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Doch die Sportmilliarde, die korrekt Förderprogramm des Bundes „Sanierung kommunaler Sportstätten“ heißt, hat durchaus einen Haken. Auch wenn Millionen Euro aus Berlin fließen könnten, muss Köln selbst noch wesentliche Kosten stemmen.
Während bei einer Förderung 45 Prozent der Gesamtkosten – bis zu einer Höchstfördersumme von acht Millionen Euro – vom Bund kommen, muss die Kommune 55 Prozent tragen. „Sollte eines der Projekte eine Förderung erhalten, wäre ein großer Anteil der Gesamtkosten nicht von der Stadt zu tragen. Damit wäre eine solche Entscheidung als Entlastung zu sehen“, teilt ein Stadtsprecher mit. Sollten Projekte die erste Hürde nehmen, ist innerhalb von vier Wochen nach der Berliner Entscheidung ein Ratsbeschluss notwendig, der den städtischen Eigenanteil an den Gesamtkosten sicherstellt.
Für das Waldbad wären rund 3,8 Millionen Euro Förderung möglich
Vor diesem Hintergrund wird beispielsweise die Sanierung des angeschlagenen Waldbads Dünnwald durchaus zu einer finanziellen Herausforderung. Der Betreiberverein Freies Ortskartell Waldbad Dünnwald veranschlagt Gesamtkosten von rund 8,5 Millionen Euro. Abzüglich einer möglichen Bundesförderung blieben rund 4,7 Millionen Euro an Eigenmitteln.
Grundsätzlich orientiert sich die Projektauswahl laut Verwaltung „an bereits gefassten politischen Beschlüssen zu Maßnahmen, Prioritätenlisten sowie den Förderbedingungen“. Folgende Sportanlagen wurden als Sanierungsfälle ausgewählt: Rendsburger Platz in Mülheim, Stresemannstraße in Finkenberg, St.-Tönnis-Straße in Worringen und die Prälat-Ludwig-Wolker Bezirkssportanlage in Ehrenfeld. Desweiteren könnten Ersatzneubauten am Fort VI Deckstein und beim SC Brück entstehen und bis zum Jahr 2029 stadtweit 15 Kunststoffrasen erneuert werden. Bei den Projekten mit Vereinsbeteiligung schlägt die Stadt neben der Sanierung des Waldbads Maßnahmen beim FC Pesch, dem Marienburger SC und dem Tennisclub Grün-Gold vor.
Die CDU-Fraktion begrüßt den Vorstoß. „Jeder Euro, den wir in Sportstätten investieren, ist eine Investition in Gesundheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Lebensqualität“, sagt Eric Haeming, sportpolitischer Sprecher.

