Die Stadt begründet die „Entnahme“ der kleinen Herde mit Überalterung und Degeneration durch Inzucht.
Rotwildbestand wird erneuertDas Hirschgehege auf Gut Leidenhausen ist verwaist

Rothirsche gehören seit Jahrzehnten zu den Besucherattraktionen auf Gut Leidenhausen. (Archivbild)
Copyright: Beatrix Lampe
Das Hirschgehege auf Gut Leidenhausen, auf dem bis vor ein paar Wochen Rotwild beim Äsen oder Ruhen zu sehen war, ist verwaist, das kleine Rudel gibt es nicht mehr. Wie das Presseamt der Stadt auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt, wurden die im Gehege gehaltenen Paarhufer „tierschutzkonform entnommen“. Dies sei „auf Grundlage der sogenannten EU-Schlachtverordnung“ geschehen, der in Wildgehegen gehaltene Tiere unterliegen. Das bedeutet üblicherweise, dass Tiere unter Vermeidung von Schmerzen, Stress und Leiden durch sachkundige Personen mit zugelassenen Verfahren getötet werden. Als ein typisches Verfahren gilt dabei von Rechts wegen ein Kugelschuss mit sofort tödlicher Wirkung.
Wie Sabine Wotzlaw vom Presseamt der Stadt ausführt, sei der Rotwildbestand in Leidenhausen überaltert gewesen. „Um einer Verarmung des Genpools mit den Folgen von Inzucht und Missbildungen vorzubeugen, wurde in der Vergangenheit schon mit Rotwild aus anderen Gehegen eine ‚Blutauffrischung‘ vorgenommen“, heißt es in der offiziellen Antwort auf die Frage nach Gründen für das Verschwinden des Rotwild-Rudels. Trotz der Auffrischung seien bei zwei im Jahr 2024 und 2025 gesetzten (geborenen) Jungtieren Anzeichen von Inzucht festgestellt worden. Nach Rücksprache mit einem Sachverständigen sei entschieden worden, den gesamten Rotwildbestand zu erneuern.
Für das Rotwild auf Gut Leidenhausen und die Unterhaltung des Wildgeheges ist laut amtlicher Mitteilung der städtische Forstbetrieb zuständig; eine jährliche Kontrolle erfolge durch das Veterinäramt der Stadt Köln. „Die Maßnahme wurde mit dem Veterinäramt besprochen und geplant. Der Vorgang der Entnahme wurde durch eine Amtstierärztin begleitet“, heißt es weiter.
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Als eine der Ursachen für die Degeneration, die bei Jungtieren festgestellt worden sei, nennt Wotzlaw das hohe Alter mehrerer Alttiere im Gehege. Einige der vier weiblichen Alttiere seien fast 20 Jahre alt gewesen, dieses Alter werde in freier Wildbahn nicht erreicht. Der Platzhirsch war neun Jahre alt, es gab zudem drei Kälber. Die im vorigen Jahr geborenen Jungtiere seien untergewichtig gewesen, dies sei auch als Zeichen einer Verarmung des Genpools zu bewerten.
Rotwildbestand soll zügig und fachkundig wieder aufgebaut werden
Das Gehege soll indes nicht lange leer bleiben. Wie die Stadt mitteilt, werde der Rotwildbestand „umgehend neu aufgebaut“. Die Stadt Köln erwerbe die Tiere aus verschiedenen Gehegen, damit eine Verwandtschaft ausgeschlossen wird. Der Kauf werde durch einen Sachverständigen, also einen Revierjagdmeister oder Wildmeister, begleitet.

