Die Vorplanungen für Rad- und Fußgängerbrücken über den Rhein in der Kölner City sind abgeschlossen.
Weiterer SchrittPläne für neue Rheinbrücken werden konkreter

Visualisierung der Fußgängerbrücke an der Bastei
Copyright: Stadt Köln/Illustration: Sbp Se
Zu Fuß oder mit dem Fahrrad von der einen auf die andere Rheinseite zu kommen, ist kein wirklich schönes Erlebnis. In der Innenstadt bietet sich bisher die Hohenzollernbrücke an, auf der es aber meist ziemlich eng wird, und die Zoobrücke hat die Anmutung einer viel befahrenen Autobahn. Auch im Süden der City ist es nicht besser: Die Südbrücke ist wenig einladend. Deshalb wird seit Jahren daran geplant, spezielle Brücken nur für Zu-Fuß-Gehende und Radfahrende zu installieren. Diesem Ziel ist die Stadtverwaltung nun einen deutlichen Schritt nähergekommen: Die Vorplanungen für zwei entsprechende Bauwerke sind inzwischen abgeschlossen. Für beide Brücken werden nun von der Verwaltung die weiteren Planungen in Angriff genommen. Der folgende Schritt wäre dann ein Baubeschluss.
Eine Brücke soll auf der Höhe der Bastei im Linksrheinischen entstehen und zum Rheinpark im Rechtsrheinischen führen. Die Rampe soll voraussichtlich bis in den Theodor-Heuss-Park vor dem Ebertplatz führen. Die andere Brücke wird am Ubierring geplant und soll den Deutzer Hafen anbinden. Dort entsteht ein neues Areal mit Wohnungen, von dem aus man dann zu Fuß oder mit dem Fahrrad schnell auf die andere Rheinseite gelangen soll.
Diskussion seit Jahren
Schon seit vielen Jahren wird über solche Verbindungen über den Fluss diskutiert. Im Masterplan Innenstadt vom Architekten Albert Speer waren die Brücken bereits projektiert. Es sollte aber noch lange dauern, bis zumindest für die ersten Planungen von der Politik tatsächlich grünes Licht gegeben wurde.
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Insgesamt werden die Kosten für die Rheinquerungen auf 172 Millionen Euro geschätzt. Ob dieser Wert realistisch ist, wird sich wohl erst nach dem Ende der konkreten Planungen entscheiden. Das städtische Rechnungsprüfungsamt hat zur aktuellen Kostenschätzung für die Planungen bereits Kritikpunkte angebracht: Kosten für eine „Umbauplanung“ wurden infrage gestellt, weil es sich schließlich um einen Neu- und nicht einen Umbau handele.
Die Bauverwaltung jedoch argumentierte, dass im Straßenraum durchaus Umplanungen erforderlich seien. So seien Straßenkreuzungen, Parkanlagen, Leitungen, Kanäle oder Hochwasserschutzanlagen betroffen. Im Süden wird es sogar noch komplizierter: Unter dem Elisabeth-Treskow-Platz im Rheinauhafen gibt es eine Tiefgarage, die statisch berücksichtigt werden muss, außerdem wird es einen Eingriff in vorhandene Stadtbahngleise der KVB geben müssen.
Streit um „Leuchtturm“
Und dann ist da noch das Kunstwerk „Leuchtturm“ auf dem Elisabeth-Treskow-Platz. Die 26 Meter hohe Stele des Künstlers Lutz Fritsch war im Jahr 2008 errichtet worden. Der städtische Kunstbeirat hatte im Jahr 2023 anlässlich der Debatte über die neuen Radfahr- und Fußgängerbrücken moniert, dass er in die Planungen nicht eingebunden worden sei: „Das Ignorieren eines unübersehbaren Kunstwerks am zu beplanenden Ort ist für den Kunstbeirat nicht nachvollziehbar“, hieß es damals von dem Beratungsgremium. Der Künstler habe zudem erklärt, dass er von seinem Urheberrecht an der Skulptur Gebrauch machen wolle – damit könnte er die Planungen womöglich infrage stellen. In einer Stellungnahme hatte er seinerzeit scharfe Kritik am Brücken-Vorhaben im Bereich des Rheinauhafens geübt. Würde das Bauwerk in entsprechender Höhe über den Platz geführt, „wäre die Skulptur ‚Leuchtturm‘ in ihrer Wahrnehmung zerstört, ihre Erhabenheit in der Höhe gekappt und als Mittelpunkt der platzprägenden Freifläche erledigt.“ Es wird im Rahmen des Planungsprozesses also noch viel zu diskutieren geben – und angesichts der Haushaltssituation der Stadt wird es spannend, ob die Bauten tatsächlich kommen.
