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ZoobrückeAutofahrer in Köln rast mit 148 km/h in Tempo-50-Zone

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Neue Geschwindigkeitsmessanlage auf der Kölner Zoobrücke

Die neuen Blitzer auf der Kölner Zoobrücke werden mit Brennstoffzellen betrieben.

Auf der Zoobrücke in Köln sind seit Februar neue Geschwindigkeitsmessanlagen in Betrieb. Dort wurde seit Jahren nicht mehr geblitzt.

Die beiden neuen Blitzer auf der Zoobrücke haben in den ersten vier Betriebswochen bereits mehr als 11.000 Tempoverstöße erfasst. Das sind durchschnittlich 400 pro Tag. Konkret wurden nach Angaben der Stadt Köln zwischen dem 5. Februar und dem 4. März in Fahrtrichtung Nippes 5958 Autofahrer wegen zu hoher Geschwindigkeit geblitzt. Das waren im Schnitt rund 212 pro Tag oder neun pro Stunde.

Auf der Zoobrücke ist wegen unzureichender Schutzeinrichtungen für Fahrradfahrer nur Tempo 50 erlaubt. Das hielt einen Autofahrer nicht davon ab, dort vor kurzem fast dreimal so schnell zu fahren. Geblitzt wurde er mit 148 Kilometern pro Stunde. Dafür werden 700 Euro Bußgeld, drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte im Verkehrsstrafenregister in Flensburg fällig.

Neue Blitzer auf Kölner Zoobrücke erfassen 400 Verstöße am Tag

In Fahrtrichtung Kalk liegt die Zahl der Verstöße etwas niedriger. Hier wurden im selben Zeitraum 5397 Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit dokumentiert - rund 192 pro Tag oder acht pro Stunde. Der schnellste Fahrer raste hier mit Tempo 144 in die Radarfalle und muss ebenfalls mit 700 Euro Bußgeld, drei Monaten Fahrverbot und zwei Punkten rechnen.

Ein Sprecher der Stadt Köln betonte, Knöllchen habe es, wie angekündigt, erst ab 5. Februar, 10.00 Uhr gegeben. In den Stunden zuvor waren viele Autofahrer auch bei langsamer Fahrt geblitzt worden, weil die Anlagen getestet wurden. Das hatte für Irritationen und Kritik am Ordnungsamt geführt.

Die alten grünen „Starenkästen“ auf der Zoobrücke sind seit Jahren defekt, teils schon seit 2014. Der Bereich zwischen der Messe und dem linksrheinischen Ufer wurde deshalb schon lange mehr nicht überwacht - auch nicht, nachdem die Stadt Köln am 1. Oktober 2023 Tempo 50 auf der Zoobrücke eingeführt hatte. Mittlerweile scheint sich aber herumgesprochen zu haben, dass seit 5. Februar wieder geblitzt wird. Die Zahl der Tempoverstöße geht jedenfalls zurück. In der ersten Betriebswoche erfassten die beiden Blitzer täglich im Schnitt 495 Temposünder, in der vierten Betriebswoche waren es durchschnittlich 343 pro Tag.

Stadt Köln sieht Zahl der Tempoverstöße als „sehr gering“ an

Angesichts der großen Zahl von Kraftfahrzeugen, die täglich die Zoobrücke passieren, sieht die Stadt Köln die Zahl der Geschwindigkeitsverstöße als „sehr gering“ an. In Fahrtrichtung Nippes hätten sich in den ersten vier Wochen 872.945 Fahrer an das vorgeschriebene Tempolimit von 50 km/h gehalten - das waren 99,3 Prozent. Lediglich 0,7 Prozent fuhren schneller als erlaubt. In Fahrtrichtung Kalk waren im selben Zeitraum 935.179 Fahrer korrekt unterwegs, das entspricht 99,4 Prozent. Dort waren also 0,6 Prozent der Fahrzeuge zu schnell.

Die beiden Blitzer stehen rechtsrheinisch auf Höhe des Auenwegs und des Deutzer Rheinparks. Es handelt sich um neuartige Geräte in Form einer Säule, die mit Brennstoffzellen betrieben werden, da es vor Ort keinen Stromanschluss gibt. Ähnliche Modelle stehen in Höhenberg auf der Bundesstraße 55A in Fahrtrichtung Köln-Ost hinter dem Kalker Tunnel sowie an der Autobahn A4 in Höhe der Baustelle am Containerbahnhof Eifeltor in beiden Fahrtrichtungen.

Bei dem Blitzer in Höhenberg, der im August 2025 installiert wurde, ist die Zahl der im Schnitt erfassten Verstöße von rund 270 auf zuletzt rund 120 pro Tag stark gesunken. Am Eifeltor, wo seit 18. Dezember geblitzt wird, ist die Entwicklung hingegen uneinheitlich. In Fahrtrichtung Autobahnkreuz Köln-Süd hat sich die durchschnittliche Zahl der Verstöße von 230 auf 290 pro Tag deutlich erhöht. In Fahrtrichtung Kreuz Köln-West ist sie von 187 auf 175 leicht gesunken.