Szene in Video zu sehen„So eine Ratte“ – Alice Schwarzer vergreift sich gegenüber ZDF-Reporter Fabian Köster im Ton

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Alice Schwarzer, Frauenrechtlerin, spricht während der Demonstration in Berlin auf der Bühne. Am Brandenburger Tor in Berlin haben sich am Samstag mehrere Tausend Menschen zu einer Kundgebung für Verhandlungen mit Russland im Ukraine-Krieg versammelt.

Alice Schwarzer, Frauenrechtlerin, spricht während der Demonstration in Berlin auf der Bühne. Am Brandenburger Tor in Berlin haben sich am Samstag mehrere Tausend Menschen zu einer Kundgebung für Verhandlungen mit Russland im Ukraine-Krieg versammelt.

Nach dem „Aufstand für den Frieden“ wollte ZDF-Reporter Fabian Köster Alice Schwarzer interviewen. Die reagierte allerdings unwirsch.

Alice Schwarzer ist nach der von ihr und Sahra Wagenknecht organisierten Kundgebung „Aufstand für den Frieden“ am Samstag in Berlin offenbar ausfällig geworden. Ein Videomitschnitt zeigt, wie die Publizistin über den ZDF-Reporter Fabian Köster schimpfte. T-Online hatte zuerst über den Vorfall berichtet.

Als Schwarzer nach der Demo auf dem Weg zum Berliner Adlon-Hotel war, hatte Köster, vor allem bekannt aus der Satire-Sendung „heute show“, die Mitorganisatorin der Demo um eine Stimme gebeten. Daraufhin nannte Schwarzer den ZDF-Reporter zunächst einen „klischeehaften Typen“, wie ein Livestream der Veranstaltung auf Youtube zeigte. Dann beendete die 80-Jährige das Gespräch mit Köster, wandte sich ab und sagte im Weggehen: „So eine Ratte“. Die Äußerung ist im Youtube-Video allerdings nur schwer verständlich. 

Alice Schwarzer reagiert unwirsch auf Frage von ZDF-Reporter Fabian Köster

Dem Journalisten-Kollektiv „Democratia Berlin“ zufolge sollen noch weitere böse Worte gefallen sein, das berichtete das Kollektiv auf Twitter. Ein Video davon existiert jedoch nicht. Weder Schwarzer noch das ZDF haben sich bisher zu dem Vorfall geäußert. Auch Köster kommentierte das Geschehen bisher nicht. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat Alice Schwarzer am Montagmorgen um eine Stellungnahme gebeten. 

Zu der umstrittenen Veranstaltung waren am Samstag laut Polizei-Angaben rund 13.000 Menschen vor dem Brandenburger Tor erschienen. Die Veranstalter um Wagenknecht und Schwarzer sprachen hingegen von 50.000 Besuchern.

Viel Kritik an der Kundgebung von Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht

Die Veranstaltung sorgte bereits im Vorfeld für scharfe Kritik an Wagenknecht und Schwarzer, da sich auch Teile der Rechtsextremen-Szene als Besucher angekündigt hatten. Den Veranstalterinnen wurde daraufhin vorgeworfen, sich nicht ausreichend von der Unterstützung Rechtsextremer abgegrenzt zu haben. Auch nach der Veranstaltung gibt es scharfe Kritik an der Kundgebung – auch von Wagenknechts Parteikollegen innerhalb der Linken.

Tatsächlich wurden bei der Kundgebung in Berlin mehrere bekannte Rechtsextremisten gesichtet. Auch AfD-Politiker besuchten den „Aufstand für den Frieden“ am Samstag in Berlin. In der Menschenmenge waren zudem vereinzelt Flaggen der russischen Föderation zu sehen. Die Ordner der Veranstaltung versuchten, manche rechtsextreme Teilnehmer von der Kundgebung auszuschließen.

Schwarzer und Wagenknecht wiesen die Kritik unterdessen von sich. In ihrem Redebeitrag bei der Kundgebung hatte die Linken-Politikerin die Debatte um die Beteiligung von Rechtsextremen als „krank“ bezeichnet. Auch Schwarzer wollte von einer rechten Unterwanderung ihrer Kundgebung nichts wissen. (das)

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