Kool Savas feiert seinen 50. Geburtstag mit einer fast dreistündigen Rap-Show in Köln – voller Emotionen, Gäste und einer großen Versöhnung.
Drei Stunden PartyKool Savas nimmt Köln mit auf eine emotionale Rap-Zeitreise

Konfetti, Feuerfontänen und drei Generationen Fans: Kool Savas hat die Lanxess Arena in eine Rap-Party verwandelt.
Copyright: Thomas Brill
„Ich habe heute so viel magische Momente gehabt, dass ich fast kotzen könnte. Ehrlich, ich bin emotional voll im Eimer“, sagt Kool Savas Samstag in der bis unters Dach ausverkauften Lanxess Arena. Zu dem Zeitpunkt läuft das Konzert schon über zwei Stunden, ist aber da noch längst nicht zu Ende. Erst nach 167 Minuten, also fast drei Stunden, verabschiedet sich der Rapper mit der zweiten Zugabe „Und dann kam Essah“.
Korrektur. Konzert ist der falsche Ausdruck. Denn das, was da abgeht, ist eine Mega-Monster-Party. Es gibt was zu feiern: Letztes Jahr wurde Savaş Yurderi 50 Jahre alt. Und gönnt sich und seinen Fans aus drei Generationen jetzt eine Tour durch die Arenen. „Diese ganze Show ist wirklich eine Zeitreise für mich“, sagt er und weiß das immens zu schätzen: „Ich krieg’ nie wieder eine Show, wo ich quasi mein ganzes Repertoire abfeiern kann.“
Kool Savas rappt fast drei Stunden – und rührt Kölner Herzen
Als Kulisse dient die mit Konterfeis des Künstlers geschmückte Berliner Mauer, in der Luft liegt der Duft eines Krauts, das der Künstler überhaupt nicht abkann, was aber einigen Fans offenbar herzlich egal ist. DJ Eule, mit dem Kool Savas schon mehr als 30 Jahre zusammenarbeitet, macht im Hintergrund sein Ding, es regnet Konfetti, Dampfschwaden werden in die Luft gepumpt und Fontänen aus Feuer verbreiten ihre Hitze bis hoch auf die Ränge.
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Beim Intro-Einspieler sieht man den jungen Savaş in der elterlichen Wohnung, wo er auf Kassetten rappt, während Papa am Küchentisch sitzt und im Teeglas rührt, bis ihm der Kragen platzt: „Junge, wann machst du mal richtige Arbeit?“ Später dann jubelnde Fans, während eine Stimme aus dem Off sagt: „Oh, Jugs ist jetzt Rapper geworden!“ Und hämisch lacht. Heute lacht keiner mehr.
Kool Savas versöhnt sich in Köln mit Eko Fresh
Glanzlichter: „Was du nicht siehst“ mit Yurderi Junior, der vom stolzen Vater geknuddelt wird und ein Küsschen bekommt. Die Performance von „Tribut“, „Schöne neue Welt“ und „Ganz normale Leute“ mit Sido. Oder „Aiplanes“ und „Deine Mutter“ mit der erst 23-jährigen Badmómzjay aus Brandenburg. Die einen verdammt guten Job macht. Oder Songs wie „Dicka was“, „King“ oder „Aura“.
Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Nach mehr als 20 Jahren Funkstille haben sich Eko Fresh und sein einstiger Mentor Kool Savas versöhnt. Rappen jetzt, kurz vor 23 Uhr, wieder Seite an Seite. Wie in alten Bunker-Zeiten. „Optik Anthem“ reloaded. Aber wie! „Du bist ein krasser Rapper, aber ich weiß, du kannst auch von Herzen!“, sagt Eko Fresh zu Kool Savas. Worauf der ihm antwortet: „In all meinen Sachen von damals steckt auch deine Seele, ein Teil deiner Seele ist meine Seele geworden.“
Kann man dem noch etwas hinzufügen? Ja. Das Schlusswort des komplett geflashten Geburtstagskinds: „Ich habe nie Drogen genommen, aber so muss sich das anfühlen.“ Siehste. Geht auch ganz ohne Kräuter.
