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Eishockey-PlayoffsHaie schnappen sich auch Spiel zwei

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Freude beim Doppelpacker: Nate Schnarr war beim 4:2 gegen Schwenningen der Matchwinner.

Freude beim Doppelpacker: Nate Schnarr war beim 4:2 gegen Schwenningen der Matchwinner. 

Die Kölner Haie haben auch das zweite Spiel der Playoff-Viertelfinalserie um die deutsche Eishockey-Meisterschaft gegen die Schenninger Wild Wings gewonnen und führen in der Best-of-Seven-Serie mit 2:0.

Die Kölner Haie haben sich gequält, mussten zittern, liegen aber im Playoff-Viertelfinale auf Kurs. Der Hauptrundensieger besiegte im zweiten Spiel der „Best-of-Seven“-Serie Außenseiter Schwenninger Wild Wings mit 4:2 (1:2, 1:0, 2:0) und liegt damit 2:0 vorne. Der KEC kann sich in Spiel drei am Sonntag (15 Uhr/Magenta Sport) in Schwenningen mit einem weiteren Erfolg drei Matchbälle für den Halbfinaleinzug sichern. „Es war wieder ein sehr enges Spiel“, sagte Haie-Chefcoach Kari Jalonen mit dem Wissen, dass auch im nächsten Duell wieder viel Arbeit auf sein Team zukommt.

Der 66-jährige Finne überraschte mit einer Änderung in seiner Aufstellung. Tanner Kero kam neu ins Team und ging zu Gregor MacLeod und Patrick Russell in die erste Sturmreihe. Nate Schnarr wechselte dafür als Center in die dritte Reihe zu Kevin Niedenz und Maximilian Kammerer. Jalonen verzichtete damit neben Verteidiger Markus Nutivaara auf Juhani Tyrväinen als zweiten überzähligen Importspieler.

Haie ohne Juhani Tyrväinen

Der erfahrene Finne war beim 1:0-Sieg der Kölner im ersten Spiel am Mittwoch noch eine der prägende Figuren, weil er den Wild Wings in den Zweikämpfen so unter die Haut gegangen war, dass sich nach der Schlusssirene der ganze Zorn der Schwarzwälder gegen den 35-Jährigen gerichtet hatte.

Tyrväinen musste von seinem Trainer aber nicht etwa vor körperlichen Attacken geschützt werden, Jalonen ging es wohl darum, etwas offensiver spielen zu wollen. Der Plan schien aufzugehen. Die Haie hatten die Kontrolle und hätten durch Louis-Marc Aubry (5./6.) und Parker Tuomie (8.) in Führung gehen können. Joacim Eriksson zeigte im Tor der Gäste aber seine Extraklasse und wehrte dreimal ab.

Auf der anderen Seite war der erste gefährliche Schwenninger Torschuss gleich von Erfolg gekrönt. Die Zwillingsbrüder Tyson und Tylor Spink fuhren einen Konter, an dessen Ende Phil Hungerecker Haie-Goalie Janne Juvonen den ersten Gegentreffer der Serie beibrachte (9.). Die „Schwäne“ spielten clever, attackierten etwas höher als in Spiel eins und ärgerten die Kölner in den Zweikämpfen abseits des Pucks.

Die vierte Reihe sorgt für den Ausgleich

Die Haie brauchten ein Powerplay, um zum Ausgleich zu kommen. Valterri Kemiläinen legte auf Schnarr ab, der Eriksson mit einer Direktabnahme keine Chance ließ (15.). Das 1:1 beeindruckte Schwenningen nur kurz, weil Tyson Spink einen Schuss von Verteidiger Will Weber zum 1:2 abfälschte (16.). Das Team von Trainer Steve Walker verzeichnete nur vier Torschüsse im ersten Drittel. Die Effizienz lag bei 50 Prozent.

Die mitgereisten Gäste-Fans konnten ihr Glück kaum fassen. 361 durften durch das vom KEC zur Verfügung gestellte Kartenkontingent dabei sein, obwohl es mehr als 1000 Anfragen bei den Wild Wings gegeben hatte. Und die Stimmung im Oberrang blieb erstmal gut. Minutenlang war nur der Gästeblock zu hören. Der Rest, der mit 18.600 Zuschauern ausverkauften Lanxess-Arena verharrte in Schweigen. Erst Dominik Uher riss die Menge aus ihrer Starre, die zum verhaltenen Auftritt der Hausherren passte. Der Stürmer der vierten KEC-Reihe fälschte aus sechs Metern Entfernung zum Tor einen Schuss von Veli-Matti Vittasmäki zum 2:2 ab (28.).

Schnarr schnürt Doppelpack, Aubry trifft ins leere Tor

Der Ausgleich hatte zur Folge, dass Schwenningen sofort wieder attackierte und nach einem hohen Stock von Aubry vier Minuten in Überzahl randurfte (28.). Nach 2:30 Minuten hallten „Juvonen“-Rufe durch die Arena. Der Finne im Haie-Tor war nicht zu überwinden und sammelte in Unterzahl sagenhafte acht Saves. Der KEC fand trotzdem nicht mehr Energie und verpasste im zweiten Powerplay die Führung, weil Russell bei der einzigen Chance an Eriksson scheiterte (38.).

Die Wild Wings hatten 40 Minuten lang viel investiert und sich so gut wie keine Fehler erlaubt. Der erste Lapsus der Gäste führte dann gleich zu einem Gegentor. Kevin Niedenz fing im eigenen Drittel einen ungenauen Schwenninger Pass ab und nahm Tempo auf. Nate Schnarr machte mit, bekam von Niedenz den Puck und blieb vor Eriksson cool. Der zweite Treffer des Kanadiers bedeutete die erste Führung für den Favoriten (43.) — und die Entscheidung.

Man gewinnt kein Spiel in den ersten 20 Minuten.
Kari Jalonen, Chefcoach Kölner Haie

Die Haie machten es zwar spannend, gerieten durch einen hohen Stock von Kevin Niedenz noch einmal in Unterzahl (52.), vergaben durch MacLeod das 4:2 (55.) und benötigten Glück, als ein Schuss von Boaz Bassen nur knapp vorbeistrich (60.), kamen dann aber durch Aubry zum erlösenden vierten Treffer ins leere Schwenninger Gehäuse (60.).

„Wir wollten uns von Drittel zu Drittel verbessern. Man gewinnt kein Spiel in den ersten 20 Minuten. Wir haben im zweiten Drittel mehr Bullys gewonnen und besser an den Banden gespielt. Unsere Unterzahl hat einen tollen Job gemacht und unsere vierte Reihe hat für das 2:2 gesorgt. In den Playoffs braucht es das ganze Team, um Erfolg zu haben“, sagte Kari Jalonen.


Statistik:

Kölner Haie: Juvonen; Kaski, Austin; Kemiläinen, Vittasmäki; Müller, Sennhenn; Glötzl; Russell, MacLeod, Kero; Bokk, Aubry, Storm; Niedenz, Schnarr, Kammerer; Uher, van Calster; Tuomie. — SR.: Hebert/Ansons. — Zuschauer: 18.600. — Tore: 0:1 Hungerecker (8:13/Tyson und Tyler Spink), 1:1 Schnarr (14:47/Kemiläinen, MacLeod, PP1), 1:2 Tyson Spink (15:39/Weber), 2:2 Uher (27:08/Vittasmäki, Kemiläinen), 3:2 Schnarr (42:15/Niedenz), 4:2 Aubry (59:37/Russell, Vittasmäki). — Strafminuten: Köln 6; Schwenningen 4.