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Familienoberhaupt und kriminelle GeschäfteMaria Bello brilliert als Clansmutter in Netflix-Serie „Waterfront“

2 min
The Waterfront. (L to R) Holt McCallany as Harlan Buckley, Maria Bello as Belle Buckley in episode 104 of The Waterfront. Cr. Dana Hawley/Netflix © 2025

Holt McCallany und Maria Bello als Harlan und Belle Buckley.

Die Netflix-Serie „Waterfront“ erzählt von den Machenschaften einer Fischerfamilie.

Es gibt diese Netflix-Serien, die eigentlich nicht wirklich gut, aber doch so clever gestrickt sind, dass man letztlich weiterguckt, weil man wissen will, wie es ausgeht. Mit grob gezeichneten Figuren, vorhersehbaren Plots, jeder Menge schöner Bilder.

In der Romantik-Ecke tummeln sich da die Kleinstadtidyllen von „Chesapeake Shores“ oder „Virgin River“ mit ihren Familien- und Liebeswirren. „Waterfront“ versucht mit gezielt eingesetztem Geballer und einer aparten Menge Blut, auf diesem Niveau die Fans von Gangster-Epen zu gewinnen.

Mutter hält die Zügel in der Hand

Der Einstieg ist eigentlich klasse: Ein Silberfuchs vergnügt sich in einem Hotelzimmer mit einer jungen Frau, bis er einen Herzanfall bekommt. Und dem Mädel fällt nichts Besseres ein, statt des Krankenwagens seine Gattin anzurufen.

Willkommen bei den Buckleys! Während Oberhaupt Harlan (Holt McCallany) in Sachen Sex und Schnaps gerne über die Stränge schlägt, hält seine Frau Belle (Maria Bello) den Laden zusammen. Der „Laden“ beseht aus einer kleinen Flotte von Booten, einer Fischverarbeitungsfabrik, einem schicken Restaurant und einigem, dass eher in Richtung illegal tendiert.

Bekannte Komponenten

Dass sich von der gesamten Sippe niemand zu fein ist, sich nicht nur die Finger schmutzig zu machen, sondern bis zum Ellbogen im Dreck zu wühlen, wird sich in den acht Folgen der ersten Staffel mehr als einmal zeigen.

Neben den toughen Eltern gibt's noch Sohnemann Cane (Jake Weary), der sich vom Vater unterschätzt und von seiner Frau nicht genug geliebt fühlt, und Tochter Bree (Melissa Benoist), die gegen ihre Drogensucht und den Vater ihrer Tochter kämpft. Um sie herum wird gruppiert, was man so für Konflikte und Dramen braucht: alte High-School-Liebschaften, korrupte Cops, schwierige Geschäftspartner, allen voran der gleichermaßen exzentrische wie unberechenbare Drogenlieferant Grady.

Grandiose Auftritte von Maria Bello

In dieser Figur, von Topher Grace mit grandioser Hingabe verkörpert, kristallisiert sich das Problem der ganzen Serie: so sehr drüber, dass es fast schon wieder gut ist. Klischeehaft ist er in einem Moment kumpelhaft-freundlich, um im nächsten Moment eine Pistole dahin abzufeuern, wo das Ergebnis der Tod ist. Hat man hundertmal gesehen, ist aber immer wieder effektvoll.

Star der Serie ist ohne Frage Maria Bello, die mit der Clansmutter Belle eine auszeichnungswürdige Leistung hinlegt. Wieder einmal ein gutes Beispiel dafür, dass dank der Streamingdienst ein wenig in Vergessenheit geratene Schauspielerinnen und Schauspieler zu neuer Größe auflaufen können.