„Kein Abitur-Stoff“Essay von Neubauer als Abiprüfung – Union greift Grüne Kultusministerin an

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Ein Gastbeitrag von Luisa Neubauer, Aktivistin von Fridays for Future, war Materialgrundlage einer Abiturprüfung in Niedersachsen. Politiker von CDU und CSU sehen darin ein Problem. (Archivbild)

Ein Gastbeitrag von Luisa Neubauer, Aktivistin von Fridays for Future, war Materialgrundlage einer Abiturprüfung in Niedersachsen. Politiker von CDU und CSU sehen darin ein Problem. (Archivbild)

Unionspolitiker sind der Meinung, die Grüne Kultusministerin Julia Willie Hamburg habe ihren Einfluss bei den Abitur-Aufgaben missbraucht.

Wegen der Abi-Panne in Nordrhein-Westfalen muss sich das NRW-Schulministerium seit Tagen rechtfertigen, nun sieht sich auch die Behörde in Niedersachsen Kritik ausgesetzt. Die Aufregung ist vor allem in der Union groß, dabei geht es um eine Abiturprüfung im Fach Politik-Wirtschaft.

Dort mussten Schülerinnen und Schüler in der schriftlichen Abschluss-Prüfung einen Gastbeitrag der Klimaaktivistin Luisa Neubauer bearbeiten. Der Text war Materialgrundlage für eine Aufgabe, wie das Kultusministerium in Hannover am Mittwoch mitteilte. Die Klausur war am Montag.

Luisa Neubauer: CDU und CSU kritisieren Abiturprüfung mit Gastbeitrag von Klimaaktivistin

Dass ein Text von Deutschlands führender Klimaaktivistin Grundlage einer Abitur-Prüfung ist, sehen mehrere Unionspolitiker und auch ein FDP-Mitglied kritisch.

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Der CDU-Landtagsabgeordnete Christian Fühner kündigte an, seine Fraktion werde erfragen, ob Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grünen) „direkt oder indirekt Einfluss auf die Auswahl der Prüfung genommen hat. Und warum ausgerechnet ein Text von Klima-Aktivistin und Grünen-Mitglied Neubauer gewählt wurde“, sagte Fühner der „Bild-Zeitung“. „Dass man ausgerechnet den Text einer Aktivistin wählt, habe ich durchaus mit Verwunderung zur Kenntnis genommen“, betonte Fühner.

Für Martin Huber sind Aufsätze von Luisa Neubauer „kein Abitur-Stoff“

Unterstützung erhielt Fühner von CSU-Generalsekretär Martin Huber. Sein Urteil fiel sogar noch härter aus. „Aufsätze von Aktivisten sind kein Abitur-Stoff“, schrieb Huber auf Twitter. Dass Neubauers Text unter einer Grünen Bildungsministerin in einer Abi-Prüfung behandelt werde, gehe „gar nicht“. „Was kommt als Nächstes? Auf der Straße festkleben als Sportunterricht?“, fragte der Huber auf Twitter polemisch.

Kritik kommt aber nicht nur aus der Union, auch der ehemalige Vorsitzender der FDP-Fraktion im Landtag NRW, Gerhard Papke, verurteilte den Inhalt der Abitur-Prüfung. 

„Die Dreistigkeit, mit der die Grünen ihre ideologische Indoktrination auf allen Kanälen vorantreiben, kennt offenbar keine Grenzen mehr“, kommentierte er auf Twitter. Neubauer hatte die Klimapolitik sowohl der Union, als auch der FDP in der Vergangenheit immer wieder kritisiert.

Kultusministerium weist Kritik zurück und spricht von normalem Vorgang

Das Kultusministerium wies die Kritik des CDU-Politikers zurück. „Das Verfahren ist klar und eindeutig. Es ist absolut apolitisch, weder ist die Ministerin Mitglied der zehnköpfigen Prüfungskommission, die schon Monate vorher die Aufgaben entwickelt, noch werden die Aufgaben von ihr freigegeben oder vorgelegt“, sagte ein Ministeriumssprecher. Dass ein aktueller Bericht Teil einer Abiturprüfung ist, sei nichts Ungewöhnliches.

Luisa Neubauer, eine der Hauptorganisatorinnen des von Greta Thunberg inspirierten Schulstreiks Fridays for Future, hingegen freute sich über die Nachricht, dass ihr Gastbeitrag „Nur weil die Richtigen regieren, wird nicht gleich richtig regiert“ (Juni 2022, erschienen bei „Zeit Online“) prüfungsrelevant war.

Luisa Neubauer drückt Abiturientinnen und Abiturienten die Daumen

Auf Instagram und Twitter äußerte sich die Aktivistin stolz über den Umstand und drückte den Abiturientinnen und Abiturienten die Daumen.

Der Gastbeitrag wurde laut Ministerium im Juni vergangenen Jahres von einem Medium veröffentlicht. Bei der Abiturprüfung standen demnach mehrere Aufgaben zur Auswahl für die Schüler – bei einer war der Text von Neubauer Grundlage. Schüler müssen sich für eine Aufgabe entscheiden. (pst)


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