Wenige Wochen nach einer Razzia in der JVA Euskirchen wegen Bestechungsverdacht gibt es wieder Durchsuchungen.
Begehung von AmtsdeliktenPolizei durchsucht erneut eine JVA und Wohnungen – auch in Köln

Blick auf die Justizvollzugsanstalt Rheinbach. Die durchsucht die Polizei seit dem Dienstagmorgen.
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Die Polizei durchsucht seit dem Morgen Räume der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rheinbach sowie Wohnungen in NRW und Rheinland-Pfalz. Hintergrund sind laut Polizei Bonn Ermittlungen gegen mehrere Justizbedienstete wegen Delikten im Amt. Ermittelt werde auch gegen Inhaftierte und ehemalige Inhaftierte. Nach dpa-Informationen geht es unter anderem um Drogenschmuggel ins Gefängnis.
Wie ein Sprecher der Bonner Polizei auf Anfrage sagte, gibt es Durchsuchungen in dem Gefängnis in Rheinbach sowie in Wohnungen in Köln, Euskirchen, Rheinbach und Siegburg sowie in Rheinland-Pfalz. Nach dpa-Informationen sind dort Wohnungen in den Landkreisen Mayen-Koblenz und Neuwied betroffen.
Beamte sollen Handys und Drogen geschmuggelt haben
Konkret sollen Beamte gegen Geld Handys und Drogen in die JVA geschmuggelt und Insassen übergeben haben. Die verbotenen Gegenstände waren den Gefängnismitarbeitern laut den Ermittlungen draußen von Angehörigen oder Freunden übergeben worden.

Die Polizei durchsucht seit dem Morgen Räume der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rheinbach sowie Wohnungen in NRW und Rheinland-Pfalz.
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Insgesamt sollten am Dienstag neun Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt werden. Sechs in NRW und drei in Rheinland-Pfalz. Dabei suchte die Polizei nach Beweismitteln wie Handys. Festnahmen gab es zunächst offenbar nicht.
Staatsanwaltschaft: Acht Justizbeamte unter Verdacht
Staatsanwaltschaft und die Polizei Bonn gaben in einer Pressemitteilung an, dass die Ermittlungsverfahren nach einer Anzeige durch die Anstaltsleitung der JVA Rheinbach eingeleitet wurden. Fünf männliche und drei weibliche Justizbedienstete im Alter von 28, 32, 32, 35, 38, 43, 45 und 59 Jahren stehen unter Verdacht.
Ab 7.30 Uhr durchsuchten rund 60 Einsatzkräfte die Wohnanschriften der Beschuldigten in Köln, Euskirchen, Rheinbach, Siegburg, im Landkreis Mayen-Koblenz und im Landkreis Neuwied sowie Räumlichkeiten in der JVA.
Zweite JVA-Razzia in kurzer Zeit – aber kein Zusammenhang
Anfang Mai hatte die Polizei bereits Räume der nordrhein-westfälischen JVA Euskirchen durchsucht, wo gegen mehrere Bedienstete und ehemalige Häftlinge ermittelt wird. Die Gefängnismitarbeiter sollen unter anderem regelrechte „Bestechungs-Abos“ verkauft haben, bei denen man gegen eine monatliche Bezahlung vor Kontrollen gewarnt worden sein soll.
In der JVA Euskirchen war auch das Innenleben von zwei elektronischen Generalschlüsseln verschwunden, deren Verbleib bislang nicht aufgeklärt werden konnte. Die Einrichtung in Euskirchen ist eine Anstalt des offenen Vollzugs, in Rheinbach dürfen die Häftlinge tagsüber nicht raus. (dpa)