Vergleich der Stiftung WarentestDas sind die günstigsten gesetzlichen Krankenkassen

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Ein Wechsel der Krankenkasse ist in wenigen Schritten möglich.

Mit einem Wechsel zu einer günstigen Krankenkasse können Versicherte zum Teil mehrere hundert Euro sparen. Bei der Entscheidung sollte aber nicht nur die Höhe der Beiträge berücksichtigt werden. Auch auf Zusatzleistungen und Extras zu achten, kann sich lohnen. Welche Krankenkassen am günstigsten sind, welche Leistungen die Kassen zusätzlich anbieten und was Sie bei einem Wechsel beachten sollten, lesen Sie hier.

Die Stiftung Warentest hat die Beiträge und das Angebot an Zusatzleistungen von insgesamt 71 Krankenkassen miteinander verglichen. Etwa 98 Prozent aller gesetzlich Versicherten sind nach Angaben der Testerinnen und Tester bei diesen Kassen Mitglied.

Das sind die zehn günstigsten Krankenkassen

Wie viel Geld sich durch einen Wechsel der Krankenkasse sparen lässt, hängt vom Einkommen der Versicherten ab. Wer beispielsweise mit einem Bruttoverdienst von 3000 Euro von einer teuren Kasse mit einem Beitragssatz von 16,20 Prozent zu einer günstigen mit 15,29 Prozent wechselt, spart nach Berechnungen der Stiftung Warentest rund 160 Euro im Jahr. Bei Selbständigen, die freiwillig versichert sind, liegt die Ersparnis bei rund 320 Euro.

Die günstigsten bundesweit verfügbaren Krankenkassen im Test sind die hkk mit 15,29 Prozent, die BKK Firmus mit 15,44 Prozent und die BKK Gildemeister Seidensticker mit 15,50 Prozent. Darüber hinaus gibt es noch weitere Krankenkassen mit niedrigen Beitragssätzen, die aber nur in bestimmten Regionen verfügbar sind. Das sind die zehn günstigsten Kassen im Überblick:

• BKK Pfaff (nur regional verfügbar) • BKK Faber-Castell (nur regional verfügbar) • hkk • AOK Sachsen-Anhalt (nur regional verfügbar) • BKK Euregio (nur regional verfügbar, in NRW verfügbar) • BKK Firmus • BKK Dürkopp Adler (nur regional verfügbar, in NRW verfügbar) • BKK Gildemeister Seidensticker • BKK SBH (nur regional verfügbar) • Bertelsmann BKK (nur regional verfügbar, in NRW verfügbar)

Von Osteopathie bis Zahnreinigung: Diese Zusatzleistungen bieten die Krankenkassen an

Viele Krankenkassen bieten ihren Versicherten zusätzliche Leistungen an – die reichen von einer Bezuschussung der Zahnreinigung, über Vorsorgeuntersuchungen bis hin zu osteopathischen Behandlungen. Wer nicht nur durch niedrige Beiträge sparen möchte, sollte deshalb auch die Extraleistungen im Blick haben.

Für eine professionelle Zahnreinigung zahlen 47 der 71 Krankenkassen einen Zuschuss, ohne dass Versicherte dafür an einem Bonusprogramm teilnehmen oder zu einer bestimmten Praxis gehen müssen. Je nach Kasse werden zwischen 10 und 500 Euro pro Behandlung übernommen. Die günstige Kasse BKK Firmus gibt einen Zuschuss von 80 Euro für die professionelle Reinigung, die BKK Euregio, die auch in Nordrhein-Westfalen verfügbar ist, beteiligt sich mit 60 Euro pro Behandlung. Bei den ebenfalls günstigen bundesweiten Kassen hkk und BKK Gildemeister Seidensticker erhalten Versicherte dagegen nur dann einen Zuschuss, wenn sie zu Vertragszahnärzten oder -ärztinnen gehen.

Wer eine Osteopathie-Behandlung von seinem Arzt oder seiner Ärztin verordnet bekommt, kann hierfür ebenfalls Zuschüsse für jährlich drei bis sechs Behandlungen erhalten – vorausgesetzt die Praxis verfügt über eine entsprechende Qualifikation. Die Beteiligung reicht von 50 bis 750 Euro pro Jahr. Von der günstigen Kasse BKK Euregio werden 360 Euro übernommen, die hkk und die BKK Firmus beteiligen sich mit 160 bzw. 150 Euro.

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Bei der besonders kostenintensiven Kinderwunschbehandlung beteiligen sich viele Kassen über die gesetzlich vorgeschriebene Kostenübernahme hinaus, die bei 50 Prozent für drei Versuche liegt. Diese zusätzliche Beteiligung haben einige Krankenkassen jetzt reduziert, so die Stiftung Warentest. Ein Wechsel könnte sich also lohnen – auch weil elf Krankenkassen im Test keine weiteren Zuschüsse bei der künstlichen Befruchtung übernehmen.

Reiseimpfungen werden ebenfalls von vielen Krankenkassen übernommen, unter der Voraussetzung, dass diese offiziell für das Reiseland empfohlen werden. Bei 55 der 71 Kassen im Test müssen Versicherte nur ihre Karte vorzeigen oder erhalten eine Erstattung von mindestens 200 Euro.

Wer regelmäßig Sport treibt, zur Krebsvorsorge oder zum Zahnarzt geht, erhält darüber hinaus bei vielen Krankenkassen einen Bonus. Den zahlen einige Kassen bereits bei der ersten Vorsorgemaßnahme.

Eine ausführliche Tabelle mit allen Zusatzleistungen der getesteten Krankenkassen, darunter auch Onlineservices, Vermittlung von Facharztterminen und alternative Arzneimittel, finden Sie bei der Stiftung Warentest.

Krankenkasse wechseln: So gehen Sie Schritt für Schritt vor

Voraussetzung prüfen: Damit Sie wechseln können, müssen Sie seit mindestens einem Jahr bei Ihrer Krankenkasse versichert sein. Eine Ausnahme gilt, wenn die Krankenkasse ihre Beiträge erhöht hat. Dann besteht ein Sonderkündigungsrecht und Versicherte dürfen bis zum Ende des Monats kündigen, in dem erstmals der höhere Betrag fällig wird. • Fristen einhalten: In der Regel besteht eine Kündigungsfrist von zwei Monaten, d.h. wenn Sie zum Ende eines Monats kündigen, wird Ihre Kündigung zum Ende des übernächsten Monats wirksam. • Kündigen: Eine schriftliche Kündigung bei der alten Krankenkasse ist nicht mehr notwendig. Sie müssen lediglich der neuen Kasse mitteilen, dass Sie Mitglied werden möchten. Der Antrag kann bei vielen Krankenkassen online auf der Webseite gestellt werden. • Bestätigung erhalten: Wenn die neue Kasse überprüft hat, ob Sie alle Voraussetzungen erfüllen, informiert sie Ihre bisherige Krankenkasse über den Wechsel und teilt Ihnen den Eintrittstermin für Ihre neue Mitgliedschaft mit. • Arbeitgeber informieren: Abschließend müssen Sie noch Ihren Arbeitgeber über den Wechsel informieren, damit dieser Sie bei der neuen Krankenkasse anmelden kann. Dafür reicht ein formloses Schreiben aus. Ihr Arbeitgeber erhält anschließend eine Bestätigung Ihrer Mitgliedschaft von der Kasse.

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