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Gesund und leckerRotkohl im Glas oder im Beutel - was ist besser fürs Klima?

3 min
Eine Entenkeule mit Klößen, Rotkohl und Grünkohl.

Rotkohl zur Entenkeule - das ist ein Klassiker in der kalten Jahreszeit.

Rotkohl ist im Winter beliebt und gesund. Doch welche Verpackung ist besser für die Umwelt: das Glas oder der Schlauchbeutel?

Besonders in der kalten Jahreszeit ist Rotkohl eine beliebte Beilage zu deftigen Speisen. Es passt hervorragend zu Ente, zu Gans, zum Hirschgulasch oder zum Nussbraten.

Wenn es schnell oder einfach gehen soll, kann man das Kohlgemüse bereits fertig zubereitet kaufen. Rotkohl, aber auch Weißkohl und Grünkohl, gibt es im Laden etwa im Einwegglas oder in der Schlauchverpackung. Aber welche Verpackung ist eigentlich besser für die Klimabilanz?

Fast doppelt so belastend fürs Klima

„Rotkohl in der Schlauchverpackung schneidet in der Klimabilanz wesentlich besser ab als Rotkohl im Einwegglas“, sagt Katharina Istel vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

„Das gilt sogar dann noch, wenn der Beutel nicht recycelbar ist, weil er aus einem Materialmix von Kunststoff und Alubeschichtung besteht“, so die Referentin für Kreislaufwirtschaft. Ein Kilo Rotkohl im Einwegglas hat demnach 765 Gramm CO2-Äquivalente, während es bei einem Kilo in der Schlauchverpackung 398 Gramm CO2-Äquivalente sind.

Zur Erklärung: CO2-Äquivalente heißt eine standardisierte Maßeinheit. Sie dient dazu, Klimaauswirkungen unterschiedlicher Treibhausgase vergleichbar zu machen. Neben Kohlendioxid geht es etwa auch um Methan oder Lachgas.

Glas ist schwerer und die Herstellung braucht viel Energie

„Rotkohl im Einwegglas ist durch seine Verpackung also fast doppelt so belastend für das Klima wie Rotkohl in der Schlauchverpackung“, so Istel. Der Unterschied sei so groß, weil die Herstellung und das Recycling von Glas sehr aufwendig sind. „Für das Einschmelzen des Glases wird viel Energie benötigt.“

Hinzu kommt, dass Glas schwerer ist und mehr Volumen einnimmt. „Wird das Kohlgemüse im Glas verpackt, können pro Lkw also weniger Kilogramm Rotkohl transportiert werden.“ Wer auf Wert auf klimaschonendes Einkaufen legt, sollte auf Rotkohl im Einwegglas also besser verzichten.

Gesamtbilanz im Blick

Neben Verpackung und Transport sind für die Klimabilanz eines Lebensmittels zwei weitere Faktoren entscheidend: Anbau und die Verarbeitung. Und wie sieht es da beim Rotkohl aus?

Rotkohl gehört zu den heimischen Kohlgemüsearten, die man auch im Winter ernten kann. Die größten Anbaugebiete liegen laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) etwa in Schleswig-Holstein, NRW und Bayern.

Die Transportwege sind meist also kurz. „Da Kohlgemüse in der Regel regional angebaut wird und zu den Lebensmitteln gehört, die wenig verarbeitet werden, spielen Anbau und Verarbeitung für die Klimabilanz des Produktes eine geringere Rolle als die Glasverpackung“, so Istel.

Übrigens: Kohlgemüse ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. Rotkohl ist etwa reich an Vitamin C. Laut BZfE decken bereits 200 Gramm davon den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Zudem enthält Rotkohl unter anderem Vitamin K und B-Vitamine sowie Magnesium, Kalium und Selen sowie Antioxidantien, die Zellen vor schädlichen freien Radikalen schützen können. (dpa/red)