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Kosten, RechteWas man wissen muss, bevor man eine Pflegekraft aus Osteuropa bucht

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Pflegerinnen aus Osteuropa können eine gute Hilfe für hilfsbedürftige Senioren sein (Symbolbild).

Berlin – Immer mehr Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig, bis 2030 soll die Zahl laut dem sechsten Pflegebericht der Bundesregierung auf 3,5 Millionen steigen. Doch ein Heimplatz oder ambulante Pflege ist sehr kostspielig – eine bezahlbare Alternative können osteuropäische Pflegerinnen sein.

Wer eine Betreuungskraft aus Osteuropa beschäftigen möchte, muss viele rechtliche und finanzielle Aspekte beachten, sagt Stiftung Warentest.  Die Verbraucherorganisation hat 13 Vermittlungsagenturen getestet, die hilfsbedürftigen Senioren osteuropäische Pflegekräfte vermitteln. Mängel fanden die Tester vor allem in den Verträgen.

Keine Vermittlungsagentur überzeugte Stiftung Warentest in Vertragsfragen

Neun der getesteten Agenturen können die Tester mit ihrer Arbeit bei der Vermittlung überzeugen. Am besten schneidet die Firma „Pflege zu Hause Küffel“ mit einer hilfreichen Vermittlung ab. Schlusslichter mit dem Testurteil „wenig hilfreich“ sind die Unternehmen „Diadema Pflegevermittlung“ und „Second Life Care Deutschland“.

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Doch bei allen Unternehmen fand Stiftung Warentest Mängel in den Verträgen. Dies gehe oft zu Lasten der osteuropäischen Pflegekräfte, deren Rechte zu Arbeits- oder Ruhezeiten oft missachtet werden. Kunden müssten oft zwei Verträge abschließen – einen mit der Agentur und einen mit einer Firma, die die Pflegerinnen beschäftigt. 

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Wer eine solche Agentur nutzt, sollte daher die Verträge sehr gründlich prüfen. Kunden sollten sich auch erkundigen, wie die osteuropäischen Pflegerinnen angestellt sind. Eine sogenannte A1-Bescheinigung belegt, dass die Pflegerinnen sozialversichert sind, erklären die Tester. 

Keine 24-Stunden-Betreuung durch osteuropäische Pflegerinnen

Die Nachfrage nach ausländischen Pflegekräften steigt in Deutschland: Gab es 2013 in Deutschland nur 74.000 sozialversicherungspflichtige ausländische Pflegekräfte, waren es 2017 fast doppelt so viele, das geht aus einer Anfrage der AfD an die Bundesregierung hervor. Kunden zahlen laut Stiftung Warentest für die Pflegekräfte durchschnittlich 1470 bis 3400 Euro monatlich.

Doch müssten Pflegebedürftige beachten, dass die osteuropäischen Helferinnen keine 24-Stunden-Betreuung leisten können. Nach dem deutschen Recht darf eine maximale Arbeitszeit von 48 Stunden pro Woche nicht überschritten werden. Stiftung Warentest weist darauf hin, dass Angehörige und Pflegebedürftige die Arbeitsbedingungen auch selbst mit in der Hand haben.

Betreuungskräfte selbst anstellen

Pflegebedürftige können auch selbst Betreuungskräfte aus dem Ausland direkt bei sich anstellen. Doch die Tester erklären, dass dies nicht ganz einfach sei. Vor allem die Hilfe, eines Steuerberaters sollten sich Pflegebedürftige und Angehörige in dieser Situation zu Hilfe holen. 

Den kompletten Test, eine Checkliste und weitere Informationen zum Thema Pflege finden Sie im Sonderheft „Pflege-Spezial“ der Stiftung Warentest. (rh)

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