Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen haben die Corona-Impfungen in Apotheken begonnen. In Düsseldorf impfte am Montag ein Apotheker mehrere Menschen. Der Start erfolgte damit in NRW schon einen Tag vor dem bundesweit dafür angekündigten Stichtag 8. Februar.
Die Zahl der Apotheken mit einem Corona-Impfangebot wird nun nach Angaben des Apothekerverbands Nordrhein schrittweise steigen: Etwa zehn Prozent der Apotheken im Rheinland starteten damit bereits in diesen Tagen. Etwa jede vierte Apotheke dort ist dazu nach Schulungen der Apotheker grundsätzlich in der Lage. Bis Anfang März soll etwa jede zweite Apotheke grundsätzlich in der Lage sein, zu impfen.
Die Hausärzteverbände in Nordrhein-Westfalen hatten das zusätzliche Impfangebot durch Apotheker kritisiert, weil es aktuell auch freie Termine in den Praxen und Impfzentren gebe. Verbandsvertreter der Apotheken betonten, es gehe um ein niederschwelliges Zusatzangebot in den Stadtteilen. Die Apotheker rechnen mit einer großen Nachfrage, wenn ein auf die Omikron-Variante angepasster Impfstoff zur Verfügung stehen wird.
Auf Bundesebene war im Dezember der Weg dafür geebnet worden, dass neben Ärzten befristet auch Apotheker, Zahnärzte sowie Tierärzte gegen Corona impfen dürfen. Voraussetzungen sind eine Schulung und geeignete Räumlichkeiten oder die Einbindung in mobile Impfteams.
Der Apotheker in Düsseldorf impfte am Montag in einem Raum, der eine Etage über den Räumen mit Publikumsverkehr liegt. Der Vorsitzende des Apothekerverbandes Nordrhein, Thomas Preis, berichtete zum Impfstart von einer überraschend regen Nachfrage von Impfwilligen. Viele nutzten die Möglichkeit, schnell einen Termin zu bekommen.
Der Hausärzteverband Nordrhein bekräftige vor wenigen Tagen seine Kritik. „Wir brauchen die Apotheken nicht für das Impfen. Dafür gibt es weder medizinische noch sachliche Gründe”, sagte der Vorsitzende Oliver Funken. Bei den Patientinnen und Patienten nehme der Beratungsbedarf aufgrund der zunehmend verschiedenen Impfvorgaben deutlich zu. Sie müssten mit Blick auf ihre individuelle Situation und mögliche Vorerkrankungen beraten werden. „Das ist die Aufgabe des Hausarztes. Er kennt die medizinische Vorgeschichte und die Lebensumstände am besten”, betonte Verbandsvorsitzender Funken.
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