KREIS EUSKIRCHEN. Öffentliche Ämter hatte er nicht, über sein soziales Engagement sprach er nicht. Doch er gehört zu den Männern, die durch unternehmerisches Schaffen Kall entscheidend mitgeprägt haben. Am Mittwoch starb er im Kreis seiner Familie im Alter von 60 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit: Ernst Brucker, der Inhaber des Kaller Möbelhauses Brucker.
Aus der 1952 von seinem Vater Ernst Brucker senior in Kall gegründeten Polsterei mit kleinem Ladengeschäft und einer später gegründeten Verkaufshalle machte Ernst Brucker junior eines der größten Möbelhäuser der Welt. Mit rund 400 Mitarbeitern ist Möbel Brucker der größte Arbeitgeber von Kall.
In seiner Nähe war man gefordert, aber genauso behütet, sagt Wilfried Quadt, der viele Jahre mit Brucker in der Geschäftsleitung zusammenarbeitete. Brucker selbst hatte im Oktober 2002 anlässlich des 50-jährigen Betriebsjubiläums im Gespräch mit der Rundschau den Erfolg des Möbelhauses damit begründet, dass er und seine Mitarbeiter sich jeden Tag neu beweisen müssten. Gerade diese Herausforderung aber mache Spaß. Einer seiner Leitsätze: Die Mitarbeiter müssen motiviert sein.
Und trotz der großen Zahl kannte Ernst Brucker, der bis zu seiner Erkrankung vor wenigen Monaten die Firmengeschicke zusammen mit Tochter Petra und Sohn Andreas bestimmte, fast alle seine Mitarbeiter persönlich.
Er selbst sah in dem Unternehmen seine Lebensaufgabe. Im Alter von 13 Jahren ging Ernst 1958 bei seinem Vater in die Polsterer-Lehre. Aus Bayern war die Familie während des Zweiten Weltkriegs in die Eifel gekommen.
In den 60er Jahren eröffnete der Vater am Ortsrand eine Verkaufshalle für Möbel. Kontinuierlich baute Ernst Brucker jr. den Betrieb aus. 1974 siedelte er ins Gewerbegebiet um. Dort wuchs die Firma kontinuierlich weiter bis zu ihrer heutigen Größe. Allein die Verkaufsfläche beträgt über 50 000 Quadratmeter.
Geschockt durch die Nachricht vom Tod Ernst Bruckers, würdigte gestern Kalls Bürgermeister Hans Kaiser die Verdienste des Mannes, den er von kleinen Anfängen an gekannt habe.
Brucker habe gezeigt, wie man mit Fleiß und Engagement etwas Großes schaffen könne. Für Kall und darüber hinaus hatte er eine überdimensionale Bedeutung. Ich habe ihn sehr geschätzt. Für die Gemeinde ist es ein großer Verlust.
Er selbst habe Ernst Brucker und dessen Ehefrau noch vor 14 Tagen in Gemünd getroffen.