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Doppelmord-Prozess„Sabine war gewalttätig“

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Der Prozess um den Doppelmord in Bensberg ist vor dem Kölner Landgericht angelaufen. (Symbolbild: dpa)

KÖLN / BENSBERG – Die mit Spannung erwartete Einlassung von K. dürfte für die Angehörigen der Opfer ein Tiefschlag gewesen sein. Eine Aufklärung, warum es zu der Bluttat gekommen ist, bleibt aus. „Ich habe zwei Menschen getötet. Die Katastrophe in der Tiefgarage ist nicht mit Absicht passiert, irgendetwas ist furchtbar aus dem Ruder gelaufen“, lässt der 39-Jährige verlesen.

Und weiter: „Die Begriffe Heimtücke, Verdeckung und Schwere der Schuld finde ich einfach nur grausam.“ Ansonsten habe er Gedächtnislücken. Er könne sich an die Taten nicht erinnern. Er könne sich daran erinnern, dass er seine Waffe eingesteckt habe, aber das müsse nicht unbedingt am Tattag gewesen sein. Er habe Sabine N. am 4. Juli 2009 nur einen großen Stoffbären bringen und sie zu einer Entscheidung auffordern wollen. Den an ihn gerichteten Abschiedsbrief habe er nie gelesen. „Ich wünschte, sie hätte ihn abgeschickt.“

Vor Gericht beschreibt sich K. im Grunde als Opfer. Er habe eine anderthalb Jahre währende Beziehung mit der 43-Jährigen geführt und mit ihr Heiratspläne geschmiedet. Von Sabine N.s Lebenspartner Michael N. habe er zwar gewusst, sei aber davon ausgegangen, dass dieser zum 1. Juni 2009 aus der gemeinsamen Wohnung ausziehe. Stattdessen aber sei seine große Liebe mit Michael N. auf Kreuzfahrt gegangen. Er sei von der 43-Jährigen immer wieder hingehalten und belogen worden und habe einfach nicht die Kraft zur Trennung gefunden.

Von der Kreuzfahrt will K. erst ganz kurz vor der Tat erfahren haben. Seine 73 Jahre alte Mutter dagegen berichtet, dass ihr Sohn von der Reise schon im Mai gewusst habe. Die resolute alte Dame scheint ein ungewöhnlich inniges Verhältnis zu ihrem Sohn zu pflegen. So sagt sie aus, dass sie mit ihrem Sohn an jenem verhängnisvollen 4. Juli, ihrem Geburtstag, nach den Taten zusammen auf einer großen Liege geschlafen habe.

K. selbst sagt vor Gericht, dass ihm Sabine N. im Januar 2009 bei einem Urlaub in Sölden einen Heiratsantrag gemacht habe. Auf der anderen Seite habe es einen großen Streit wegen einer Urlaubsbekanntschaft gegeben. Diesen Streit hatte K. mit einer Kamera gefilmt. Zu diesem Film erklärt er vor dem Schwurgericht, er habe der Frau am nächsten Tag zeigen wollen, wie sie sich manchmal aufführe.

Ein ganz anderes Bild zeichnet im Zeugenstand Ks Nachbar. Er berichtet, dass die Getötete in den letzten Monaten Todesangst gehabt habe und auch von Ks Waffe gesprochen habe. Sie habe von massiven Bedrohungen berichtet. Er habe der Frau geraten, sich an die Polizei zu wenden. Auch habe er blaue Flecken an den Beinen des Opfers gesehen, die K. ihr zugefügt haben soll. Dagegen sagt K., dass seine Geliebte ihm gegenüber gewalttätig gewesen sei, er dagegen nicht: „Sie brauchte keine Angst vor mir zu haben. Aggressivität ist gar nicht in mir drin.“

Auch den Vorwurf, er habe Sabine N. aggressiv nachgestellt (Stalking), weist K. zurück. Seine Mutter erklärt, es gebe tatsächlich einen Stalker, aber das sei der Ex-Mann des Opfers und nicht ihr Sohn gewesen. Die 43-Jährige habe K. wohl manipuliert. Er sei ein sensibler, fröhlicher „Womanizer“ und ein „Weichei“, der auch eine „kleine Freundin“ gehabt habe, aber davon habe Sabine N. gewusst.

Zudem erwähnt die Mutter „Baustellen“ an Sabine N. und erklärt, dass damit anstehende Schönheitsoperationen gemeint seien. Schließlich müsse die Frau ja was tun, wenn sie jüngere Männer haben wolle. Für die vielen Verhältnisse ihres Sohnes zeigte die Mutter Verständnis: „Die Frauen haben es ihm leicht gemacht, und er hat es in Anspruch genommen.“

Der Prozess wird fortgesetzt.