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„Ich wäre gern noch geblieben“

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FRECHEN. Sein Traumberuf war eigentlich Dirigent, doch er wandte sich den Naturwissenschaften zu und beschloss, Arzt zu werden, wie schon sein Vater. Heute feiert Professor Dr. Claus Werning, Chefarzt der Medizinischen Klinik des St. Katharinen-Hospitals in Frechen, seinen 65. Geburtstag. Und mit Ende dieses Monats, wenn sein Vertrag in Frechen ausläuft, wird sich der Mediziner in den Ruhestand zurückziehen.

Claus Werning gehörte zu den Ärzten, die 1974 das neu errichtete St. Katharinen-Hospital auf der grünen Wiese zwischen Frechen und Hücheln mit eröffnete. Der gebürtige Westfale studierte in Freiburg, München, Wien und Münster. Danach war er wissenschaftlicher Assistent und Oberarzt an den Universitätskliniken in Düsseldorf, Zürich und Bonn. Aus der damaligen Bundeshauptstadt wechselte er 1974 nach Frechen, wurde hier Chefarzt der inneren Abteilung des späteren Akademischen Lehrkrankenhauses der Universität zu Köln. Zu seinen Spezialgebieten gehörten die Bereiche Bluthochdruck, Herz- Kreislauf- und Nierenerkrankungen.

Werning unterrichtete in den letzten knapp drei Jahrzehnten an der medizinischen Fakultät der Universität in Bonn, hielt über 300 Vorträge, schrieb mehr als 250 Artikel und Aufsätze in Fachzeitschriften sowie mehrere Fachbücher. Auch als Autor einiger medizinischer Fortbildungsfilme machte er sich einen Namen. Zudem war Professor Werning viele Jahre lang Cheflektor des Deutschen Ärzteverlages und Moderator von Medizinsendungen im Westdeutschen Fernsehen.

Mit einigem Stolz blickt der Chefarzt der Inneren Abteilung auf das zurück, was während seiner Zeit im Frechener St. Katharinen-Hospital geschaffen wurde. Dazu gehört unter anderem die Einrichtung des Schlaflabors ebenso wie der Ausbau der Kardiologie. In den letzten drei Jahrzehnten erlebte Werning viele Neuerungen, sowohl in seinem medizinischen Spezialbereich, als auch in der Klinik, die immer größer wurde. Und so wird der Bereich, dem er vorstand, nach seinem Ausscheiden auch aufgeteilt. Die Kardiologie liegt in der Leitung von Professor Deutsch, die Gastro-Endologie wird künftig von Privat-Dozent Dr. Jörg Zeeh aus Essen geleitet.

Wie sieht die Zukunft aus, wenn er Ende Mai in den Ruhestand geht? „Ich werde mit meiner Frau und unserem Hund mehr Zeit in unserer zweiten Heimat, dem Tessin, beim Wandern verbringen und werde mich meinem Hobby, den Kreuzfahrten, widmen.“ Auch Sport steht auf dem „Fahrplan“, der Mediziner spielt gerne Tennis. Und dann gibt es ja noch die Musik. Aktiv wird er sie an Orgel und Klavier genießen, passiv durch Besuche von Konzerten in der Philharmonie und der Musikhochschule.

Von der Medizin allerdings kommt Werning, der gerne noch zwei oder drei Jahre weiter gearbeitet hätte, so schnell nicht los. Noch gibt es einige Bücher, die auf ihre Fertigstellung warten. Auch hat er in diesem Jahr routinemäßig - für zwölf Monate - die Präsidentschaft seines Kölner Lions Clubs übernommen: „Dafür benötigt man Zeit, die habe ich jetzt ja.“