Das Geburtstagsschreiben von der Oma mit dem obligatorischen Fünfziger landet einfach nicht im Briefkasten. Die sehnlichst erwarteten Zeilen der Freundin aus Übersee sind auch längst überfällig, und ganz schlimm wird es, wenn die neue Bankkarte nicht ankommt. Bei 66 Millionen Briefen, die täglich allein von der Deutschen Post bewältigt werden müssen, kommt es immer mal wieder zu einem verlorengegangenen Schreiben.
Betroffene Kunden müssen den Verlust sofort melden, sobald sie ihn bemerken. Leider ist es aber oft so, dass erst Tage oder sogar Wochen vergehen, bis auffällt, dass ein Brief nicht angekommen ist. Denn man erhält ja keine Meldung, die die Sendung ankündigt. Deswegen ist aber dann keine Zeit zu verlieren: Wenn der Verlust feststeht, muss direkt die Kunden-Hotline (siehe Kasten) angerufen werden.
"Dann können wir Nachforschungen anstellen und durch die Aufnahme in eine Datenbank Unregelmäßigkeiten in bestimmten Gebieten feststellen", erklärt Post-Sprecher Achim Gahr. Denn sowohl die Post, als auch die privaten Zustelldienstleister müssen auch ausschließen können, dass kriminelle Mitarbeiter dahinterstecken.
Die Erfahrung der Post zeigt, dass oftmals keine unlauteren Dinge hinter dem Verlust stecken, sondern Fehler beim Verschicken des Briefes. Die Adresse muss leserlich geschrieben sein, am besten in Druckbuchstaben. Wenn die Post-Lesemaschine Entzifferungsschwierigkeiten hat oder die Angaben unvollständig sind, wird zunächst von einem Mitarbeiter versucht, die komplette, korrekte Adresse zu ermitteln. Das kann die ansonsten schnelle Laufzeit beeinträchtigen. "Deswegen landen bei uns auch ,nur' 95 Prozent der Briefe einen Tag später im Kasten und nicht 100 Prozent", sagt Achim Gahr.
Falls die Adresse nicht berichtigt werden kann, geht das Schreiben an den Absender zurück. Wenn dieser nicht angegeben ist, landet der Brief in der Zentralen Ermittlungsstelle in Marburg. Dort wird das Postgeheimnis gelockert und die Angestellten dürfen die Umschläge öffnen, um nach weiteren Hinweisen zur Adressfeststellung zu forschen. Und selbst bei all diesen Vorkehrungen bleiben Schreiben zurück, die nicht zu überbringen sind.
Bei privaten Dienstleistern wie TNT Express oder Pin AG ist eine Nicht-Zustellung auszuschließen, weil die Briefe beim Absender persönlich abgeholt werden, so dass es zu einer Rückverfolgung, wie bei Paketen, kommen kann.
Die Verbraucherzentrale NRW weist noch auf einen weiteren Aspekt hin, damit die Post sicher zu Ihnen gelangt. "Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Briefkasten nach der DIN-Norm gefertigt ist", sagt Experte Markus Feck. So kann vermieden werden, dass Sendungen mit den Händen aus dem Schlitz gefischt werden. Wichtig ist auch, dass der Kasten so groß ist, dass auch DIN-A4-Umschläge hineinpassen und nicht herausgezogen werden können.
Als Absender kann man natürlich auch der Gefahr eines Sendungsverlustes entgegenwirken, in dem man den Brief als Einschreiben aufgibt. Es gibt verschiedene Varianten: Bei der "persönlichen Zustellung" wird die Sendung nur an den Empfänger ausgehändigt, bei der "dokumentierten Zustellung" landet die Post nachweislich im Briefkasten oder im Postfach und bei der Variante "mit Rückschein" handelt es sich um eine Empfangsbestätigung mit der Originalunterschrift des Empfängers.